Tagesausflügler missachten Parkverbote

Pfingstsonntag im Allgäu: Zuerst die Ruhe, dann der Ansturm

Zuerst blieb der Ansturm am Pfingstsonntag aus, dann kam er doch: So sah es am Nachmittag bei Schwangau aus.

Zuerst blieb der Ansturm am Pfingstsonntag aus, dann kam er doch: So sah es am Nachmittag bei Schwangau aus.

Bild: Ralf Lienert

Zuerst blieb der Ansturm am Pfingstsonntag aus, dann kam er doch: So sah es am Nachmittag bei Schwangau aus.

Bild: Ralf Lienert

Was zuerst zögerlich begann, entwickelte sich dann doch zu einem ersten Ansturm am Pfingstwochenende: Im Allgäu war rund um Oberstdorf und Füssen am Sonntag einiges los.

01.06.2020 | Stand: 13:19 Uhr

Aktualisiert am Montag, 13.20 Uhr - Corona-Pfingsten ließ Urlauber und Ausflügler in Bayern anfangs zaudern: Nach einem schwachen Start am Samstag sah es bis zum Sonntagnachmittag auch so aus, als ob es nur wenige Menschen an die Seen und in die Berge ziehen würde. Doch Betreiber von Gastronomie, Bergbahnen sowie von Parkplätzen durften sich am Sonntag dann doch mehr freuen: Der Wettergott tat sein Bestes und spannte überwiegend den weiß-blauen Himmel über der Region auf und immer mehr Menschen zog es ins Allgäu und in die Berge.

Seit Samstag dürfen Hotels und andere Beherbergungsbetriebe in Bayern auch wieder touristische Übernachtungen anbieten, ebenso nahmen die Seenschifffahrt und die Seilbahnen ihren Betrieb wieder auf.

 

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Pfingstsonntag im Allgäu

 

Oberstdorf: Tagesausflügler missachten Parkverbote

In Oberstdorf waren bei bestem Wanderwetter bis zum Nachmittag schon viele Parkplätze belegt. Einige Ausflügler wichen auf andere freie Flächen aus, die allerdings nicht zum Parken geeignet waren. Die Polizei verteilte Strafzettel.

Besonders schlimm war es - wie schon am Vatertag - rund um die Gaisalpe: Wie die Polizei am Montag berichtet, war der Parkplatz in Reichenbach schon am Vormittag ausgelastet. "Etwa 170 Fahrzeugführer ließen sich von den überfüllten Parkplätzen und entsprechenden Beschilderungen für Halte- und Parkverbote im Bereich der Kreisstraße zwischen Reichenbach und Schöllang nicht beeindrucken und stellten die Fahrzeuge verbotswidrig ab." Alle Fahrzeugführer erwarten nun entsprechende Verwarnungsgelder.

Die Polizei in Immenstadt registrierte im Verlauf des Pfingstsonntags insgesamt 33 Fahrzeuge, die verbotswidrig in Landschaftsschutzgebieten abgestellt waren. Es handelte sich um die Schutzgebiete „Illerschleife“ im Bereich der Rottachmühle, „Großer Alpsee“ in Immenstadt, die Anfahrtswege zur Kammeregg-Alpe und Neumayr-Hütte im Schutzgebiet „Grünten“, sowie der Autalweg in Gunzesried-Säge im Schutzgebiet „Nagelfluhkette“. Alle Fahrzeugführer werden wegen einer Ordnungswidrigkeit nach dem Bayer. Naturschutzgesetz zur Anzeige gebracht.

 

Viel los rund um Schwangau und den Tegelberg

Viel los war ab dem Nachmittag auch rund um Füssen: Volle Parkplätze, lange Schlangen an der Tegelbergbahn, viel los auf den Bergen. Aber die vielen Menschen hielten sich an die Hygiene- und Abstandsregeln, berichtet unser Reporter. 

Allgemein war für das Wochenende erwartet worden, dass die Menschen nach den wochenlangen Beschränkungen durch die Corona-Krise wieder zu den Ausflugszielen strömen werden. Touristiker und Polizei rechneten mit vielen Besuchern im Allgäu - umso überraschender war es, dass der Samstag so ruhig verlief.

Deutlich lebhafter als zuletzt ging es in der Füssener Fußgängerzone zu. Die Tische und Stühle der Cafés und Restaurants waren wieder gut belegt. Es machte sich eben bemerkbar, dass Hotels jetzt wieder Gäste beherbergen dürfen. Sogar einige asiatische Touristen wurden gesichtet. In Lechbruck ist vor allem der Campingplatz ein Hotsport: Dort gab es allein am Wochenende 300 Anreisen.

Auch im Bereich Schwangau gab es einige Parkverstöße - unter anderem in der Nacht von Sonntag auf Montag, berichtet die Polizei. Neben vier Autos, die sogar im Landschaftsschutzgebiet geparkt waren, wurden 72 weitere auf einem öffentlichen Parkplatz festgestellt, der in diesem Zeitraum nicht benutzt werden durfte. Die vier Landschaftsschutzparker erwartet nun ein Bußgeld vom Landratsamt. Die Verstöße gegen das Halteverbot werden von der Polizei geahndet.

 

Lange Schlange beim Eistobel

Viel los war auch im Westallgäu: Viele Hundert Menschen haben den Eistobel besucht. „Wir werden überrannt“, sagte der Grünenbacher Bürgermeister Markus Eugler kurz nach Mittag.  Mehrere Dutzend Fahrer stellten ihr Auto rechts und links der Staatsstraße ab, die zum Tobel führt.  Weil zahlreiche Fußgänger die viel befahrene Fahrbahn querten, kam es auch zu gefährlichen Situationen. Eugler schrieb deshalb kurzerhand ein Hinweisschild und machte auf die Lage aufmerksam. „Parken an  der Staatsstraße verboten. Strafzettel!!“. Das Eistobel liegt zwischen Maierhöfen und Grünenbach im Landkreis Lindau und wird offiziell in der Liste der schönsten Geotope Bayerns geführt.

 

Weniger Verkehr als erwartet

Auf den Straßen im Allgäu war es nicht besonders voll - es gebe zwar einen "lebhaften Verkehr", sagt die Polizei auf Anfrage der Allgäuer Zeitung am Nachmittag. Bis zum Nachmittag lagen aber keine Besonderheiten vor.

Die Deutsche Bahn hatte zu Pfingsten ihr Angebot an Fernzügen in die Urlaubsregionen in Südbayern wieder hochgefahren. Aus Nord- und Westdeutschland verkehrten wieder Züge Richtung Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Berchtesgaden.

 

Mäßiger Start für Zugspitzbahn

Noch viel Luft nach oben sieht bei den Besucherzahlen auch die Bayerische Zugspitzbahn in Garmisch-Partenkirchen. Nach einem sehr mäßigen Beginn am Samstag trauten sich am Pfingstsonntag bislang immerhin 700 Menschen auf Deutschlands höchsten Berg (2962 Meter). Bei leichtem Frost und Wolken war es dort nicht besonders gemütlich. "Der große Ansturm blieb aus", resümierte der Betreiber, der die Kapazität auch unter den Corona-Einschränkungen bei etwa 2500 Besuchern pro Tag sieht. An einem guten Besuchertag - ohne Einschränkungen - zieht es fast 5000 Menschen auf die Zugspitze.

 

Bilderstrecke

Fotos vom Pfingstsamstag rund ums Fellhorn