Strengere Corona-Regeln in Bayern

Trotz Bundes-Notbremse: Distanzunterricht in Bayern ab einem Inzidenzwert von 100

Die Schülerinnen und Schüler im Freistaat sollen wie bisher bei einer Inzidenz von 100 in den Distanzunterricht wechseln - und nicht erst, wie in der Corona-Notbremse vorgesehen, bei einem Wert von 165.

Die Schülerinnen und Schüler im Freistaat sollen wie bisher bei einer Inzidenz von 100 in den Distanzunterricht wechseln - und nicht erst, wie in der Corona-Notbremse vorgesehen, bei einem Wert von 165.

Bild: Matthias Balk, dpa (Symbolbild)

Die Schülerinnen und Schüler im Freistaat sollen wie bisher bei einer Inzidenz von 100 in den Distanzunterricht wechseln - und nicht erst, wie in der Corona-Notbremse vorgesehen, bei einem Wert von 165.

Bild: Matthias Balk, dpa (Symbolbild)

Während die Bundes-Notbremse beschlossen wird, macht Bayern klar: In den Schulen bleibt es beim alten Kurs: Distanzunterricht ab einem Inzidenzwert von 100.
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dpa
22.04.2021 | Stand: 07:51 Uhr

Bayern wählt mal wieder den vorsichtigeren Weg: Die Schülerinnen und Schüler im Freistaat sollen wie bisher im Regelfall bei einer Inzidenz von 100 in den Distanzunterricht wechseln - und nicht erst, wie in der Corona-Notbremse vorgesehen, bei einem Wert von 165. "Warum der Bund die Inzidenzgrenze für Distanzunterricht ausgerechnet bei 165 haben will, erschließt sich mir nicht", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) auf dpa-Anfrage.

"Ich halte die im Bundesgesetz für die Schulen vorgesehenen Maßnahmen für nicht zu Ende gedacht", betonte der Minister. "Wir in Bayern setzen höhere Standards beim Infektionsschutz als der Bund – wir haben Maskenpflicht, Testpflicht und vieles mehr." Zwar sei mehr Präsenzunterricht wichtiger denn je, doch biete die aktuelle Lage keinen Raum für weitere Schulöffnungen. An den Schulen in Bayern gälten daher die bisherigen Regelungen vorerst weiter, so Piazolo.

Grund für strengere Regeln in Bayern: Hohe Inzidenz bei Kinder und Jugendlichen

Danach gibt es mit Ausnahme der vierten und elften Jahrgangsstufe sowie der Abschlussklassen ab einem Inzidenzwert von 100 in der Regel Distanzunterricht. Per Bundesgesetz soll Distanzunterricht im Rahmen der sogenannten Corona-Notbremse hingegen erst ab einem Wert von 165 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche verpflichtend werden.

Als Begründung für die strengeren Regeln im Freistaat verwies Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) gegenüber dem "Münchner Merkur" auf die hohen Inzidenzzahlen bei Kindern und Jugendlichen. Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hatte am Dienstag betont, dass die 15- bis 19-Jährigen inzwischen die am stärksten von Corona-Neuinfektionen betroffene Altersgruppe in Bayern seien. Die Zahl der Ansteckungen pro 100 000 Einwohner in dieser Altersgruppe liege bei mehr als 320, bei den 10- bis 14-Jährigen noch immer bei gut 240. Insgesamt liegt der Durchschnitt in Bayern derzeit bei 185.

Grenzwerte in Schulen nicht ständig umdefinieren

Das Kultusministerium verwies darauf, dass die aktuellen Inzidenzwerte das Infektionsgeschehen von vor zwei Wochen abbildeten. "Vor zwei Wochen waren Osterferien, die Schulen waren zu. Daher liegt die Vermutung nahe, dass die Ansteckungen in besagten Altersgruppen im außerschulischen Bereich stattfinden – umso mehr, als die Hygienekonzepte an den Schulen so umfassend sind wie in keinem anderen Bereich."

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Der Vorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands, Jürgen Böhm, unterstützte die Entscheidung der Staatsregierung. "Wir können die Grenzwerte für Schulen nicht permanent umdefinieren. Wenn der Grenzwert in der Gesellschaft bei 100 liegt, muss er in der Schule auch bei 100 liegen. (...) Hier sollte eine ganz klare, eindeutige Linie beibehalten werden."

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