Unwort 2021

Nachfolger der "Corona-Diktatur": Das ist das neue Unwort des Jahres

"Pushback" ist das Unwort des Jahres 2021. Was sich hinter diesem Begriff verbirgt.

"Pushback" ist das Unwort des Jahres 2021. Was sich hinter diesem Begriff verbirgt.

Bild: imago / Arnulf Hettrich (Symbolfoto)

"Pushback" ist das Unwort des Jahres 2021. Was sich hinter diesem Begriff verbirgt.

Bild: imago / Arnulf Hettrich (Symbolfoto)

Zwischen "Corona-Diktatur" und "Lügenpresse": Heute am Mittwoch wurde das Unwort des Jahres 2021 veröffentlicht - das nicht mit dem Thema Corona zusammenhängt.
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dpa
12.01.2022 | Stand: 10:41 Uhr

"Pushback" ist das "Unwort des Jahres" 2021. Das gab die Jury der sprachkritischen Aktion am Mittwoch in Marburg bekannt. Der aus dem Englischen stammende Begriff bedeutet zurückdrängen oder zurückschieben. Der Begriff wird im Zusammenhang mit möglichen illegalen Zurückweisungen von Schutzsuchenden an Grenzen verwendet.

Die Jury kritisiere die Verwendung des Ausdrucks, "weil mit ihm ein menschenfeindlicher Prozess" beschönigt werde.

Unwort des Jahres 2021: "Pushback" landet auf Platz eins, "Sprachpolizei" auf Platz zwei

Auf Platz zwei der "Unwörter" setzte die Jury den Begriff "Sprachpolizei". Damit würden Personen diffamiert, die sich unter anderem für einen angemessenen, gerechteren und nicht-diskriminierenden Sprachgebrauch einsetzten.

Die "Unwörter" der Vorjahre waren in Darmstadt präsentiert worden. Für 2020 fiel die Wahl auf zwei Begriffe: "Rückführungspatenschaften" und "Corona-Diktatur". Mit einem Wechsel bei der Jury zog die Bekanntgabe nun an die Uni Marburg um.

"Pushback" ist das neue Unwort des Jahres: Begriff bezieht sich auf den Umgang mit Flüchtlingen

Nach Angaben der sprachkritischen Aktion, die das Wort seit 1991 kürt, erreichten die Jury diesmal rund 1300 Einsendungen mit Wortvorschlägen. Darunter seien etwa 450 verschiedene Begriffe gewesen, von denen knapp 45 den Kriterien entsprochen hätten, berichtete Jury-Sprecherin Constanze Spieß.

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Viele Vorschläge betrafen die Corona-Pandemie, wie die Aktion vor einigen Wochen den Zwischenstand bei den Einsendungen mitgeteilt hatte.

Darum gibt es das Unwort des Jahres

Die Jury will mit der alljährlichen Wahl eines "Unwortes" auf unangemessenen Sprachgebrauch aufmerksam machen und so sensibilisieren. Gerügt werden Begriffe, die gegen die Prinzipien der Menschenwürde oder Demokratie verstoßen, die gesellschaftliche Gruppen diskriminieren oder die euphemistisch, verschleiernd oder irreführend sind. Auf die Menge der eingegangenen Vorschläge für ein einzelnes Wort kommt es nicht an.

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Die Unwörter der letzten zehn Jahre

In Österreich wurde schon Ende 2021 das "Wort des Jahres gewählt. Dort hat sich der "Schattenkanzler" Sebastian Kurz durchgesetzt. Nur knapp dahinter landete "3G" auf Platz zwei. Und auch der "Anglizismus des Jahres" 2020 in Deutschland hat Corona-Bezug: "Überzeugt hat die Jury am Wort Lockdown neben der zentralen Rolle, die es in der Diskussion um die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie spielt, seine schnelle Integration in den Wortschatz des Deutschen"

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