Gasspeicher in Deutschland

Das ist der aktuelle Füllstand der Gasspeicher in Deutschland

Füllstand der Gasspeicher in Deutschland

Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland? Hier der aktuelle Füllstand der Gasspeicher und die News zur Erdgas-Situation heute.

Bild: Hauke-Christian Dittrich, dpa, dpa

Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland? Hier der aktuelle Füllstand der Gasspeicher und die News zur Erdgas-Situation heute.

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Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland? Nachdem Russland die Lieferungen eingestellt hat, blicken viele auf den aktuellen Füllstand. Hier ist er.
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Von Allgäuer Zeitung
04.12.2022 | Stand: 23:36 Uhr

Wie voll sind die Gasspeicher in Deutschland? Der aktuelle Füllstand der Erdgasspeicher ist ein wichtiges Thema, nachdem Russland die Gaslieferungen nach Deutschland 2022 stark gedrosselt, zuletzt sogar gestoppt hat.

Hier die Übersicht über den Füllstand der Gasspeicher in Deutschland aktuell, ihre Standorte, ihre Funktionsweise beim Speichern von Erdgas, und die News zur Erdgas-Situation in Deutschland.

Wie ist der Füllstand der Gasspeicher aktuell in Deutschland?

Aktuell liegt der Füllstand der Gasspeicher in Deutschland bei 96,98 Prozent (- 0,2 Prozent im Vergleich zum Vortag, Stand: 04.12.2022 abends).

  • 24.11.: 98,95 Prozent
  • 15.11.: 100,00 Prozent
  • 05.11.: 99,26 Prozent
  • 27.10.: 97,93 Prozent
  • 19.10.: 96,59 Prozent
  • 04.10.: 92,53 Prozent
  • 12.09.: 87,95 Prozent
  • 01.08.: 68,55 Prozent
  • 28.06.: 60,73 Prozent
  • 15.06.: 55,95 Prozent
  • 29.04.: 33,74 Prozent.

Eine tagesaktuelle Übersicht über den Füllstand gibt es auch hier bei der Gas Infrastructure Europe (GIE).

Gasverbrauch: Wie viel Gas braucht Deutschland pro Monat?

Der jährliche Gasverbrauch in Deutschland lag 2021 laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. bei 1016 Milliarden kWh (Quelle). Das waren 5,3 Prozent mehr als 2020. Am meisten Erdgas wird im Dezember und Januar verbraucht, am wenigsten im Juli und August.

Wie lange reicht der Vorrat beim Füllstand der Gasspeicher aktuell in Deutschland?

Wenn die Gasspeicher voll sind, können sie Deutschland laut Klaus Müller, Chef der Bundesnetzagentur, etwa zwei kalte Wintermonate reichen. "Die gut gefüllten Speicher werden uns im Winter helfen." Zugleich betonte der Behördenchef, dass die Speicher längst nicht für die ganze Heizperiode ausreichten und zusätzliche Anstrengungen nötig seien. "Wir brauchen mindestens 20 Prozent Einsparungen, damit wir durch den Winter kommen", so Müller Ende September in einem Interview.

Aktuelle News zum Füllstand der Gasspeicher in Deutschland

  • Der Füllstand der Erdgasspeicher in Deutschland hatte am 15. November die 100-Prozent-Marke geknackt. Seitdem leeren sich die Speicher.
  • Russland hatte im Sommer angekündigt, Gaslieferungen über die Ostseepipeline Nord Stream 1 Ende August wegen Wartungsarbeiten für drei Tage zu stoppen. Am 31. August wurde die Lieferung dann tatsächlich gestoppt - und nicht wieder aufgenommen.
  • Am 25. Juli hatte der russische Konzern Gazprom bereits angekündigt, die Gasmenge vom 27. Juli an auf 20 Prozent der maximalen Kapazität zu senken.
  • Nach dem Stopp der Gaslieferungen aus Russland kommt das Gas jetzt aus anderen Ländern. "Viele Menschen denken nur daran, dass wir kein Gas mehr aus Russland bekommen. Sie vergessen aber, dass es auch andere Lieferanten gibt, vor allem Norwegen und die Niederlande", sagt etwa Markus Last, Chef von Erdgas Schwaben. "Dazu kommen steigende Mengen Flüssiggas, die Europa erreichen, unter anderem aus den USA. Inzwischen kommt rund die vierfache Menge Flüssiggas in Europa an als zum Beispiel noch im Jahr 2020."
  • Der Chef der Internationalen Energieagentur erwartet für den Winter 2022/2023 keinen Gasmangel. "Es wird keine verbreitete Gasknappheit geben, obwohl Russland nur noch sehr wenig liefert – es sei denn, wir erleben eine außergewöhnliche Überraschung", sagte Fatih Birol Ende Oktober dem Spiegel. "Denn die Speicher sind mittlerweile nahezu voll, und es kommt viel Gas aus anderen Staaten nach Europa."
  • Bei der Gaspreisbremse sollen Bürger und Unternehmen rückwirkend auch für Januar und Februar 2023 entlastet werden. Klar war bislang eine Entlastung ab März 2023 bis zum Frühjahr 2024. Wie funktioniert das - und was müssen Verbraucher tun, um an ihr Geld zu kommen? Hier der Überblick.
  • Katar wird Deutschland ab 2026 mit Flüssiggas versorgen. Das Geschäft soll über 15 Jahre laufen und ein jährliches Volumen von zwei Millionen Tonnen umfassen. Das entspricht knapp drei Prozent des jährlichen Gasverbrauchs. Einen entsprechenden Gas-Deal schlossen Katar und Deutschland Ende November ab.
  • Die Gasversorgung in Deutschland ist im Moment stabil, heißt es bei der Bundesnetzagentur. Die Versorgungssicherheit sei derzeit gewährleistet. Insgesamt bewertet die Bundesnetzagentur die Lage weiterhin als angespannt und kann eine weitere Verschlechterung der Situation nicht ausschließen.

Gasspeicher in Deutschland aktuell: Das sind die Standorte

Rund 40 Standorte für Gasspeicher listet die Initiative Erdgasspeicher in Deutschland auf.

  • Rönne
  • Etzel
  • Krummhörn
  • Jemgun
  • Nüttermoor
  • Huntorf
  • Harsefeld
  • Reitbrook
  • Bremen-Lesum
  • Kalle
  • Uelsen
  • Epe
  • Xanten
  • Rehden
  • Empelde
  • Kraak
  • Peckensen
  • Rüdersdorf
  • Bernburg
  • Staßfurt
  • Peißen
  • Allmenhausen
  • Bad Lauchstädt
  • Kirchheiligen
  • Reckrod
  • Stockstadt
  • Hähnlein
  • Frankenthal
  • Eschenfelden
  • Sandhausen
  • Fronhofen
  • Wolfersberg
  • Schmidhausen
  • Inzenham
  • Bierwang
  • Breitbrunn

Quelle: Initiative Energien Speichern e.V. (INES), ein Zusammenschluss von Betreibern deutscher Gas- und Wasserstoffspeicher, der nach eigenen Angaben 90 Prozent der deutschen Gasspeicherkapazitäten repräsentiert.

Wieviele Erdgas können die Gasspeicher in Deutschland speichern?

Das gesamte Fassungsvermögen an deutschen Gasspeichern liegt laut INES bei rund 23 Milliarden Kubikmetern Gas. Deutschland liege damit auf Rang 4 der weltweiten Speicherkapazitäten. Nur in den USA, der Ukraine und Russland gebe es noch größere Kapazitäten.

Auch der Gasspeicher in Haidach bei Salzburg, der bislang nur an das deutsche Gasnetz angeschlossen war und vor allem Bayerns Haushalte und Industrieunternehmen mit Gas versorgte, ist für Deutschland wichtig. Im Juli erklärte Österreichs Regierung dann, dass man den wichtigen Gasspeicher schnell selbst anzapfen werde.

Wie funktioniert ein Gasspeicher?

  • Um Erdgas in einem Gasspeicher einlagern zu können, wird dieses zunächst einmal gefiltert und verdichtet und dann unter hohem Druck in den Speicher gepresst.
  • Um das stark abgekühlte Gas wieder aus dem Speicher zu bekommen, wird dieses in der Förderanlage erwärmt.
  • Außerdem wird das Gas in Trockentürmen getrocknet - während der Speicherung lagert das Gas nämlich Wasser ein.
  • Anschließend wird das Erdgas - das so genannte Arbeitsgas - über die Leitungen dorthin gepumpt, wo es benötigt wird.

Welchen Füllstand müssen Gasspeicher laut Gesetz haben?

Der Deutsche Bundestag hatte im März das Gasspeicher-Füllstandsgesetz verabschiedet. Nach einer inzwischen erneuerten Verordnung müssen die Betreiber von Gasspeichern bestimmte Füllstandsvorgaben erfüllen, nämlich einen Füllstand von

  • 75 Prozent am 1. September
  • 85 Prozent am 1. Oktober
  • 95 Prozent am 1. November.

Alle drei Ziele wurden vorzeitig erreicht.

Gasspeicher in Deutschland: Wie kann ein Gas-Notstand verhindert werden?

Wirtschaftsminister Robert Habeck versprach im Juli, die Gasversorgung in Deutschland mit allen Mitteln gewährleisten zu wollen. Das Hilfspaket kam dann Ende September. So wird der Staat die Dezember-Abschlagszahlung der deutschen Gaskunden übernehmen, dazu wird der Gaspreis für Kunden von 2023 an zum Teil gedeckelt.

Die Entlastungen für Gas und Wärme sollen automatisch beim Kunden landen. Die Versorger errechneten die Entlastungen nach den gesetzlichen Vorgaben und gäben sie an ihre Kunden weiter, heißt es beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Wenn Verbraucher und Verbraucherinnen ihrem Gaslieferanten etwa eine Einzugsermächtigung erteilt haben, müssen sie nichts weiter tun.