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Ein Jahr nach dem Tierskandal: 200 Aktivisten fordern "Ende der Ausbeutung"

Mahnwache in Bad Grönenbach

Ein Jahr nach dem Tierskandal: 200 Aktivisten fordern "Ende der Ausbeutung"

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    Über 200 Menschen demonstrierten am Sonntag bei Bad Grönenbach gegen Tierquälerei und für ein Ende der Ausbeutung von Nutz- und Versuchstieren.
    Über 200 Menschen demonstrierten am Sonntag bei Bad Grönenbach gegen Tierquälerei und für ein Ende der Ausbeutung von Nutz- und Versuchstieren. Foto: Foto: Matthias Becker

    Gut 200 Menschen haben am Sonntag bei einer Mahnwache im Unterallgäu für Tierschutz und „ein Ende der industriellen Ausbeutung“ demonstriert. Anlass war der Jahrestag des Tierskandals, der 2019 mit heimlich aufgenommenen Bildern aus Allgäuer Ställen aufgedeckt wurde.

    Stefan Bernhard Eck aus Saarbrücken, ehemaliger EU-Abgeordneter der ÖDP, hatte die Demo mit dem Verein „Metzger gegen Tiermord“ und anderen Organisationen auf die Beine gestellt – in Sichtweite eines betroffenen Betriebs bei Bad Grönenbach. „Es geht aber nicht um diesen einen Hof, um einen Ort, um einen Landkreis – es geht um ein Systemversagen“, sagte der Grönenbacher Philipp Hörmann. Er hatte den Skandal in die Öffentlichkeit gebracht.

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    Eck formuliert drastischer: Man sage den Verantwortlichen in Brüssel und Berlin genauso den Kampf an wie Tierquälern auf den Höfen. Es müsse Schluss damit sein, „fühlende Wesen wie Ware zu behandeln“, ruft er zu einer „Revolution zur Befreiung der Tiere“ auf.

    >> Der lange Schatten des Allgäuer Tierskandals <<

    Den früheren Landrat Hans-Joachim Weirather greift Hörmann persönlich an: Man solle ihm die Pension entziehen, meint er angesichts öffentlicher Äußerungen und „jahrzehntelangen Wegschauens“ der örtlichen Behörden, wie er sagt. Ein Jahr nach dem Skandal sei kaum etwas geschehen: „Keine Betriebsschließung, kein Haltungsverbot“. Die Größe des Großbetriebs um 25 Prozent zu reduzieren, sei ein Witz.

    Die Demonstranten standen – mit Sicherheitsabstand – in langer Reihe am Feldrand und hielten Transparente und grüne Kreuze hoch. Das Symbol, mit dem Bauern auf das Höfesterben aufmerksam machen, deuteten die Tierschützer um auf Tod und Leid von Nutz- und Versuchstieren. „Wären das Menschen, wir würden toben auf allen Social-Media-Kanälen“ gab der Kemptener Victor Stöckelmaier zu denken.

    Die Veranstaltung lief störungsfrei ab, die Polizei war mit wenigen Einsatzkräften präsent. Am Rand fand ein Dutzend Einheimischer zusammen – „aus Neugier“, wie einer sagte. Zwei Landwirte, die mit Teilnehmern in lebhafte Diskussion geraten waren, wurden vom Demo-Gelände verwiesen. Äußern wollten sie sich dazu nicht.

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