Übersicht: Das ist verboten, das ist erlaubt

Teil-Lockdown: Diese Corona-Regeln gelten aktuell im Allgäu

Seit 2. November befindet sich Deutschland im Teil-Lockdown. Neben der Gastronomie mussten auch Fitnesstudios schließen. Seit 13. November hat der Freistaat Bayern zudem den Freizeitsport in Hallen verboten.

Seit 2. November befindet sich Deutschland im Teil-Lockdown. Neben der Gastronomie mussten auch Fitnesstudios schließen. Seit 13. November hat der Freistaat Bayern zudem den Freizeitsport in Hallen verboten.

Bild: Marijan Murat, dpa (Symbolbild)

Seit 2. November befindet sich Deutschland im Teil-Lockdown. Neben der Gastronomie mussten auch Fitnesstudios schließen. Seit 13. November hat der Freistaat Bayern zudem den Freizeitsport in Hallen verboten.

Bild: Marijan Murat, dpa (Symbolbild)

Kontakte reduzieren, Restaurants zu, Schulen offen - der Lockdown im November soll die Corona-Infektionen bremsen. Welche Regeln aktuell im Allgäu gelten.
23.11.2020 | Stand: 14:44 Uhr

--- Update, 23. November --- Dieser Artikel listet Corona-Regeln auf, die inzwischen angepasst wurden. Zur aktuellen Version mit den derzeit gültigen Corona-Regeln für Bayern geht es hier.

Aktualisiert am 17. November, 14 Uhr - Mit strengen Kontaktbeschränkungen für die Bürger und einem Herunterfahren fast aller Freizeitaktivitäten wollen Bund und Länder die zweite Corona-Infektionswelle in Deutschland brechen. Vor dem Hintergrund dramatisch steigender Infektionszahlen haben sich Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten Ende Oktober auf die einschneidendsten Schritte seit dem großen Lockdown im Frühjahr geeinigt (alle Regeln sind weiter unten aufgelistet). Die Maßnahmen gelten bundesweit seit 2. November - vorerst bis zum Monatsende.

Bayern schränkt Kontakte im Privaten stärker ein

Bayern hat die einschneidenden Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern eins zu eins umgesetzt und ist an einigen Stellen sogar noch etwas weiter gegangen: Im Freistaat gelten seit 2. November noch strengere Kontaktbeschränkungen als von Bund und Ländern vereinbart - nämlich ausdrücklich auch in Privaträumen. Zudem wurden bis Ende November Veranstaltungen aller Art untersagt und nicht nur solche, die der Unterhaltung dienen - also beispielsweise auch Tagungen und Vereinsversammlungen.

Nicht nur bundesweit, sondern auch im Allgäu steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen nach wie vor. Alle aktuellen Entwicklungen in der Region erfahren Sie im Newsblog der Allgäuer Zeitung zur Corona-Pandemie.

Zwischenbilanz: Noch keine neuen Regeln, aber dringende Empfehlungen

Am 16. November haben sich Bundeskanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer über den aktuellen Stand der Corona-Neuinfektionen ausgestauscht: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte, die Corona-Neuinfektions-Zahlen hätten zwar begonnen zu stagnieren, aber: "Es reicht noch nicht." Neue Corona-Regeln gibt es nach der Zwischenbilanz nicht, aber eindringliche Empfehlungen. Kommende Woche soll eine langfristige Corona-Strategie vorgelegt werden. Am 25. November treffen sich die Länderchefs mit der Kanzlerin wieder.

Die Stühle werden in Restaurants wieder hochgestellt: Seit 2. November muss die Gastronomie bundesweit schließen. Unser Archivfoto zeigt Familie Schädler, die das
Die Stühle werden in Restaurants wieder hochgestellt: Seit 2. November muss die Gastronomie bundesweit schließen. Unser Archivfoto zeigt Familie Schädler, die das "Dein Engel" in Oberstaufen betreibt und erneut von den Schließungen betroffen ist.
Bild: Ralf Lienert, Archiv

Lockdown: Diese Regeln gelten seit 2. November im Allgäu und bayernweit:

  • KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN:
    • Bundesweite Regelgung: Der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes - insgesamt maximal zehn Personen - gestatten. Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen sollen die Ordnungsbehörden sanktionieren. Darüber hinausgehende Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen gelten als inakzeptabel. Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands, solle auf ein absolut nötiges Minimum reduziert werden.
    • Regelung in Bayern: Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands sind auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Der Aufenthalt im öffentlichen wie im privaten Raum ist begrenzt auf die Angehörigen des eigenen Hausstands und eines weiteren Hausstands, jedoch in jedem Fall auf maximal 10 Personen.
    • Ergänzung vom 16. November: Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit sollte nach dem Willen des Bundes nur mit den Angehörigen des eigenen und maximal zwei Personen eines weiteren Hausstandes gestattet sein. Es gab den Appell an die Bürger, ihre Kontakte noch einmal deutlich zu reduzieren. Sie sollten gänzlich auf private Feiern verzichten. Private Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten sollten auf einen festen weiteren Hausstand beschränkt werden. Das schließe auch Kinder und Jugendliche in den Familien mit ein, heißt es.
  • PRIVATE REISEN UND AUSFLÜGE:
    • Die Bürgerinnen und Bürger sind aufgefordert, generell auf nicht notwendige private Reisen und Besuche - auch von Verwandten - zu verzichten. Das gilt auch im Inland. Übernachtungsangebote im Inland gibt es im November nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke.
    • Auf überregionale touristische Tagesausflüge soll verzichtet werden. Dringende Familienbesuche in andere Landkreise sollen möglich sein. "Auf die Spritztour an den Tegernsee kann man aber verzichten“, heißt es von der Staatsregierung. Der Appell lautet deutlich: Die Bürger sollen zuhause bleiben.
    • Bergbahnen haben seit 2. November den Betrieb eingestellt.
    • Ergänzung vom 16. November: Die Bürger sollen auch auf Besuche in Bereichen mit Publikumsverkehr verzichten.
  • VERANSTALTUNGEN:
    • Bundesweit sind Veranstaltungen verboten, die der Unterhaltung dienen - ausgenommen sind verfassungsrechtlich geschützte Bereiche (z. B. Gottesdienste, Demos)
    • In Bayern sind Veranstaltungen aller Art untersagt, so auch Messen, Kongresse, Tagungen und Vereinsversammlungen.
    • Profisportveranstaltungen dürfen nur ohne Zuschauer stattfinden.
  • FREIZEITEINRICHTUNGEN/SPORT:
    • Theater, Opern, Konzerthäuser und ähnliche Einrichtungen, Kinos, Freizeitparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen, Prostitutionsstätten, Schwimm- und Spaßbäder, Saunen, Thermen, Fitnessstudios, Wellnesseinrichtungen, Museen, Zoos und ähnliche Einrichtungen wurden geschlossen.
    • Geschlossen wurde außerdem der Freizeit- und Amateursportbetrieb. Bayern hat am 13. November außerdem Freizeitsport in der Halle untersagt. Individualsport im Freien, wie zum Beispiel Joggen, Golf oder auch Tennis ist noch erlaubt.
  • GASTRONOMIE:
    • Restaurants und Lokale, Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen müssen zu bleiben.
    • Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause sowie der Betrieb von Kantinen.
  • DIENSTLEISTUNGEN:
    • Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen (z. B. Physio-, Ergo-, Logotherapie, Podologie / Fußpflege) bleiben weiter möglich.
    • Friseursalons bleiben unter den bestehenden Auflagen zur Hygiene geöffnet.
    • Öffentliche Bibliotheken bleiben geöffnet.
  • HANDEL:
    • Der Groß- und Einzelhandel bleibt unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen insgesamt geöffnet - ein großer Unterschied zum umfassenden Lockdown im Frühjahr.
    • In den Geschäften darf sich nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmetern Verkaufsfläche aufhalten.
  • SCHULEN UND KITAS:
    • Auch Schulen und Kindergärten bleiben offen - ein weiterer Unterschied zur Situation im Frühjahr.
    • Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe sowie vergleichbare Beratungseinrichtungen bleiben geöffnet.
  • HILFEN FÜR UNTERNEHMEN:
    • Den von den Schließungen betroffenen Betrieben, Selbstständigen, Vereinen und Einrichtungen gewährt der Bund eine außerordentliche Wirtschaftshilfe, um sie für finanzielle Ausfälle zu entschädigen. Diese soll ein Finanzvolumen von bis zu zehn Milliarden haben. Der Bund wird auch Hilfsmaßnahmen für Unternehmen verlängern und die Konditionen für die hauptbetroffenen Wirtschaftsbereiche verbessern. Dies betrifft zum Beispiel den Bereich der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft und die Soloselbstständigen.
    • Außerdem wird der KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten geöffnet und angepasst.
  • HOMEOFFICE: Bund und Länder fordern die Unternehmen eindringlich auf, wo immer dies umsetzbar ist, Heimarbeit oder das mobile Arbeiten zu Hause zu ermöglichen.
  • MASKEN (Ergänzung vom 16. November): Besonders gefährdete Menschen sollen mit günstigen FFP2-Masken vor einer Ansteckung bewahrt werden. Über 65-Jährige und Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollen 15 der Masken gegen eine geringe Eigenbeteiligung erhalten können. Die Kosten trägt der Bund.
  • ERKÄLTUNGEN (Ergänzung vom 16. November): Personen mit Atemwegserkrankungen sollen zu Hause bleiben, bis die Symptome abgeklungen sind, und sich auskurieren. Besuche bei älteren und gefährdeten Personen sollen nur dann stattfinden, wenn alle Familienmitglieder frei von Krankheitssymptomen sind.

Regeln der Corona-Ampel gelten weiter in Bayern

Weiter gelten im Allgäu und bayernweit die Regeln der Corona-Ampel - wenn eine Stadt oder ein Kreis den 7-Tage-Inzidenz-Wert von 35, 50 bzw. 100 überschritten hat, treten strengere Corona-Regeln in Kraft (Stufe grün, gelb, rot, dunkelrot). Beispielsweise gilt die Maskenpflicht in Grundschulen ab einem Wert von 50 (rote Stufe) oder die Maskenpflicht an öffentlichen Plätzen (hier gibt es eine Übersicht, wo im Allgäu die Maskenpflicht an Plätzen und Straßen gilt). Bei einer Inzidenz von über 100 (Stufe dunkelrot) gilt außerdem das Alkoholverbot ab 21 Uhr auf stark besuchten öffentlichen Plätzen und das Alkoholverkaufsverbot an Tankstellen und durch Lieferdienste.

Ende Oktober haben alle Allgäuer Städte und Landkreise den Warnwert 100 überschritten und liegen nach wie vor im dunkelroten Bereich.

Bilderstrecke

Corona im Allgäu: Eine Chronologie der Krise in Bildern