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Urlaub im Allgäu: 7 (Familien-)Tipps für die Pfingstferien in Zeiten von Corona

Idylle pur - und erstaunlich selten besucht: Der Schwansee bei Schwangau. Wer genau hinschaut, entdeckt auch die Königsschlösser.

Idylle pur - und erstaunlich selten besucht: Der Schwansee bei Schwangau. Wer genau hinschaut, entdeckt auch die Königsschlösser.

Bild: Benedikt Siegert

Idylle pur - und erstaunlich selten besucht: Der Schwansee bei Schwangau. Wer genau hinschaut, entdeckt auch die Königsschlösser.

Bild: Benedikt Siegert

Die Corona-Krise wirbelt viele Urlaubspläne durcheinander. Ob Einheimischer oder Tourist: Mit diesen Tipps entdecken Sie und Ihre Kinder das Allgäu neu.

04.06.2020 | Stand: 10:14 Uhr

Neben den bekannten touristischen Ausflugszielen bietet das Allgäu eine Menge weitere toller Ecken. Wir haben sieben Tipps für Ausflüge für die ganze Familie.

  • Hoch hinaus: der Hochgrat
  • Plattenbau statt Berge: Neugablonz
  • Einmaliger Blick auf die Königsschlösser: der Alpsee und der Schwansee
  • Wandern und Biken: das Hochtal
  • Naturerlebnis in der Schlucht: die Breitachklamm
  • Tolle Aussicht übers Allgäu: der Auerberg
  • Eiskaltes Vergnügen: der Eistobel bei Maierhöfen

 

Gigantische Aussicht: der Hochgrat

Ein Wanderparadies im Westallgäu: der Hochgrat.
Ein Wanderparadies im Westallgäu: der Hochgrat.
Bild: Ralf Lienert

Das ist echtes Allgäu-Panorama: Der Blick vom Hochgrat (Oberstaufen) auf den Alpenhauptkamm ist genial. Zwar zählt der Hochgrat mit 1.834 Metern nicht zu den höchsten Bergen in der Region, einen Ausflug ist er dennoch allemal wert. Passend zu den Pfingstferien: Die Hochgratbahn startet am 30. Mai wieder in den Betrieb. Gut in Corona-Zeiten: Die Gondeln fahren häufig und oft passt ohnehin nur ein Haushalt hinein - Abstand ist also gesichert. 

Auf dem Panorama Rundwanderweg (Start Bergstation Hochgrat, etwa zweieinhalb Stunden, festes Schuhwerk ist Pflicht) ergeben sich atemberaubende Ausblicke. Mehr Infos lesen Sie hier

 

Plattenbauten statt Berge: Neugablonz entdecken

Kaufbeuren-Neugablonz ist außergewöhnlich. Und eine Erkundungstour wert.
Kaufbeuren-Neugablonz ist außergewöhnlich. Und eine Erkundungstour wert.
Bild: Harald Langer

Kaufbeuren-Neugablonz ist wohl der ungewöhnlichste Stadtteil im Allgäu - mit bewegter Geschichte. Hochhäuser, Plattenbauten und eine Bunkeranlage prägen das Bild des Kaufbeurer Stadtteils, die Verbundenheit mit der "alten Heimat", dem tschechischen Jablonec, ist überall zu spüren. Das macht Neugablonz außergewöhnlich - und spannend zu erkunden. Per "Geocaching", einer digitalen Schnitzeljagd, lässt sich die Siedlung entdecken. Bei der "Bunker-Tour" rätseln und knobeln Sie sich durch den größten Kaufbeurer Stadtteil und erfahren viel über die Heimatvertriebenen, die Bunkeranlagen und die Schmuckstadt. Schön: Die eineinhalbstündige Geocaching-Runde (geteerte Wege, für Kinderwagen geeignet) endet in der Nähe des "Neuen Marktes." Und Sie haben sich ja sicher ein Belohnungs-Eis verdient... 

 

Unsere Tipps für Sie als Karte

 

Einsamer Schlossblick: Der Alpsee & Schwansee

So ein wirklicher Geheimtipp sind die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau ja nicht. Der nur wenige Meter abseits der Touristenströme liegende Alpsee dagegen schon eher. Tummeln sich am Parkplatz 4 der Königsschlösser noch oft tausende Menschen, sind Sie auf dem Alpsee-Rundweg manchmal komplett alleine. Laufen Sie von P4 immer nach rechts, bis Sie am Museum der bayerischen Könige vorbei gehen.

Hier beginnt der Alpsee Rundweg. (Dauer: etwa zwei Stunden, für Kinder, aber nicht für den Kinderwagen geeignet, festes Schuhwerk empfohlen). Vom Plateau aus haben Sie einen herrlichen Blick auf die Königsschlösser und können sich nun entscheiden: Entweder Sie biegen ab und laufen noch um den Schwansee, besuchen die Außenanlagen von Schloss Hohenschwangau oder marschieren zur Pöllatschlucht. Die hat trotz Corona seit Mitte Mai wieder geöffnet. Pünktlich zu den Ferien ist auch Kinis Märchenschloss offen. Neuschwanstein will ab 02. Juni wieder Besucher empfangen. In Laufdistanz ist auch der Forggensee

 

Natur pur: (E-)Biken im Hochtal

Ab aufs Radl: Das lohnt sich im Allgäu besonders.
Ab aufs Radl: Das lohnt sich im Allgäu besonders.
Bild: Ulrich Weigel

Das Gunzesrieder Tal im südlichen Oberallgäu ist ein Radl- und Wanderziel mit ungeahnt vielfältigen Möglichkeiten. Radler erreichen das idyllische Hochtal von Blaichach aus (Anfahrt über Sonthofen oder Immenstadt) und können es auf asphaltierter Strecke bequem durchqueren - selbst per Rennrad. Ebenso das nach der Sennalpe Gerstenbrändle folgende Autal. Sogar die teils steilen Strecken zu den Alpen Scheidwang und Höllritzen sind asphaltiert, von der Beschaffenheit aber nur bedingt fürs Rennrad geeignet. Dort muss man immer mit Steinchen, Kuhfladen, Gitterrosten und anderen Hindernissen rechnen.

Spätestens in der Höhe spielt das Mountainbike seine Vorteile aus. Denn dann sind auch Schotterstrecken kein Hindernis und öffnen die Wege zu vielfältigen Zielen - gerne kombiniert mit einer Wanderung. Und mit E-Bike wird es noch komfortabler. Wichtig dabei: Wenn Gatter zu sind, muss man sie wieder richtig schließen. Und wenn eine Strecke zeitweise als gesperrt gekennzeichnet ist, sollte man auch das akzeptieren.

Das Ofterschwanger Horn am Beginn des Gunzesrieder Tals kennen viele. Gipfel gibt es viel mehr. Wer weniger Trubel sucht, fährt hinten im Tal hinauf in Richtung Bleicherhorn/Höllritzer Eck, sperrt das Rad ab und nimmt zu Fuß ein, zwei Gipfel mit. Wenig weiter, zwischen den Alpen Hölllritzen und Obere Wilhelmine, können Schatzsucher sozusagen im Vorbeigehen den Geocache "Über dem Nebel" eintüten. In der Nähe lässt sich von Südosten schnell der Siplinger Kopf ersteigen, ein herrlicher Aussichtsberg. Auf dem östlich gelegenen Grasberg "Tennenmooskopf" sind seltener Menschen unterwegs. Wer stattdessen die Alpe Scheidwang mit dem Rad ansteuert, hat einen Ausgangsort für Wanderungen in Richtung Hochgrat und Rindalphorn - oder radelt weiter ins österreichische Lecknertal (soweit der Grenzübertritt erlaubt ist). Weitere schöne Radl-Tipps finden Sie übrigens in unserem Heft "Radl mit".

 

Naturerlebnis auch in Corona-Zeiten: die Breitachklamm

Tiefe Schluchten, tosende Wasserfälle. Die Breitachklamm ist einzigartig im Allgäu. Und hat auch zu Corona-Zeiten offen.
Tiefe Schluchten, tosende Wasserfälle. Die Breitachklamm ist einzigartig im Allgäu. Und hat auch zu Corona-Zeiten offen.
Bild: Bastian Hörmann

Die Breitachklamm bei Oberstdorf ist ein echtes Naturschauspiel. Tausende Liter Wasser donnern hier minütlich durch die Schlucht - die Felsformationen sind einzigartig in der Region. Nur: Durch die Corona-Pandemie musste die Klamm zunächst schließen. Mit neuem Hygienekonzept öffnete das Allgäuer Naturwunder vor etwa zwei Wochen wieder.

Heute ist die Klamm für Besucher offen, aber nur als “Einbahnstraße”. Als Besucher parken Sie am Eingang im Tal, laufen und staunen sich die durch Klamm (für Kinder geeignet, nicht für den Kinderwagen) und wandern über die Alpe Dornach zurück zu ihrem Auto. Der Marsch dauert etwa zwei Stunden. Mehr Infos über die möglichen Routen gibt es hier.

 

Gemütliche Familienwanderung: Ab auf den Auerberg

Durch die Feuersteinschlucht kommen Sie gemütlich auf dem Auerberg an. Diese Wanderung klappt mit Kids besonders gut.
Durch die Feuersteinschlucht kommen Sie gemütlich auf dem Auerberg an. Diese Wanderung klappt mit Kids besonders gut.
Bild: Dirk Ambrosch

Es muss nicht immer der höchste Berg oder der schroffste Gipfel sein. Manchmal ist ein größerer Hügel genau das Richtige für eine Familienwanderung. Schönen Bergblick gibt's vom Auerberg aus trotzdem. Wer in Bernbeuren startet, spaziert etwa eineinhalb Stunden zur Gipfelregion (für Kinder, aber nicht den Kinderwagen geeignet). Etwas gemein: Kurz vor dem Ziel wartet noch der steile Jägersteig für vielleicht nicht mehr ganz so motivierte Jung-Wanderer.

Dafür besonders schön: Auf dem gut ausgeschilderten Wanderweg finden Kinder spannende Motiv- und Spieltafeln. Der Gasthof auf dem Auerberg hat trotz Corona geöffnet, auf der großen Sonnenterrasse können Sie problemlos 1,5 Meter Abstand halten. Wer seine Brotzeit lieber selbst mitbringt: Schön ist auch die Aussichtsplattform an der Kirche St. Georg. Und falls Sie Glück haben, treffen Sie einen von deutschlands besten Fingerhaklern vom Gau Auerberg. Zu einem Duell würden wir die allerdings nicht herausfordern. 

 

Eiskaltes Vergnügen: der Eistobel bei Maierhöfen

Schon fast mystisch mutet der Eistobel bei Maierhöfen an. Wer sich bei der Wanderung ganz besonders angestrengt hat, kann auch ins eiskalte Wasser springen.
Schon fast mystisch mutet der Eistobel bei Maierhöfen an. Wer sich bei der Wanderung ganz besonders angestrengt hat, kann auch ins eiskalte Wasser springen.
Bild: Matthias Becker

Seit Urzeiten schon tost das Wasser durch das Naturschutzgebiet "Eistobel" im Westallgäu. Die Schlucht des Flusses Obere Argen verbindet dort auf einer Strecke von rund 3,5 Kilometern die Orte Maierhöfen und Grünenbach.

An den Seiten türmen sich bis zu 130 Meter hohe Felswände, der gesicherte Pfad führt durch den Tobel vorbei an talwärts stürzendem Wasser, Rinnen, Gumpen und Strudellöchern hin zu einem Stausee. 18 Meter geht es für das Wasser am großen Wasserfall hinab in die Tiefe. Ideal für einen Fußmarsch (eineinhalb Stunden, für Kinder geeignet) mit anschließender Erfrischung - Im Tobel kann man auch baden. Auch in Corona-Zeiten: Der Tobel hat seit 21. Mai 2020 wieder offen.

 

Bilderstrecke

Das sind die beliebtesten Ausflugsziele im Allgäu