Gesünder leben durch Zuckerersatz?

Beliebte Zucker-Alternativen: So gesund sind Ahornsirup, Stevia und Co. wirklich

Finger weg vom Zucker? Immer mehr zuckerarme oder gar zuckerfreie Produkte finden den Weg in die heimischen Supermärkte. Beliebte Zucker-Alternativen im Check.

Finger weg vom Zucker? Immer mehr zuckerarme oder gar zuckerfreie Produkte finden den Weg in die heimischen Supermärkte. Beliebte Zucker-Alternativen im Check.

Bild: Rolf Vennenbernd, dpa (Symbolbild)

Finger weg vom Zucker? Immer mehr zuckerarme oder gar zuckerfreie Produkte finden den Weg in die heimischen Supermärkte. Beliebte Zucker-Alternativen im Check.

Bild: Rolf Vennenbernd, dpa (Symbolbild)

So lecker, aber doch so schädlich: Wer zu viel Zucker nascht und sich wenig bewegt, setzt seine Gesundheit aufs Spiel. Doch welche guten Alternativen gibt es?
14.11.2021 | Stand: 22:52 Uhr

Morgens den Tee mit Zucker, mittags eine Cola zum Lunch, nachmittags Kekse bei Kaffee und Kuchen und abends zu guter Letzt noch ein paar Süßigkeiten vor dem Fernseher: Obwohl bekannt ist, wie ungesund Industriezucker ist, fällt es einem doch oft im Alltag schwer, ihn zu vermeiden. Kein Wunder: In rund Dreiviertel aller abgepackten Lebensmittel und in den allermeisten Süßgetränken ist raffinierter - also künstlich verarbeiteter - Zucker enthalten.

Wer zu viel davon über einen längeren Zeitraum hinweg isst, riskiert Krankheiten wie Diabetes, Adipositas und Herz-Kreislauf-Beschwerden. Doch zu hundert Prozent auf Zucker verzichten? Muss man nicht - dank Zuckerersatz. Doch viele Verbraucher sind sich unsicher, wie gesund diese tatsächlich sind. Die verschiedenen Alternativen im Check:

Agavendicksaft: Die vegane Honig-Alternative

Agavendicksaft ist ein beliebter Zucker-Ersatz in vielen Haushalten.
Agavendicksaft ist ein beliebter Zucker-Ersatz in vielen Haushalten.
Bild: Privat

Was sich dahinter verbirgt: Der Sirup wird aus verschiedenen Arten der Agavenpflanze aus Mexiko gewonnen. Seine Farbe erinnert oft stark an Honig (hier gilt: je dunkler, desto intensiver der Karamellgeschmack). Er ist allerdings flüssiger und süßer.

Warum ein beliebter Ersatz: Aufgrund seiner pflanzlichen Herkunft ist der Zucker-Ersatz besonders für Veganer geeignet. Außerdem beinhaltet Agavensaft rund 90 Prozent Fructose, also Fruchtzucker. Er besitzt eine höhere Süßkraft als Zucker, deswegen reicht eine geringe Dosierung aus.

Eignet sich gut für: Backen, kochen, Müslis und Dressings.

Lesen Sie auch
##alternative##
Direktvermarktung

Käse, Wurst und sogar Fisch kommen aus Allgäuer Automaten - "ideale Ergänzung"

Nachteile: Fructose fördert die Gewichtszunahme. Bluthochdruck und die Entwicklung einer Fettleber können die Folge bei übermäßigem Verzehr sein. Zudem ist Agavensirup kein besonders umweltfreundliches Produkt. Die Herstellung und der Transport sind aufwendig und sorgen für keinen guten ökologischen Fußabdruck.

Worauf achten: Durch seinen hohen Fruchtzucker-Anteil ist der Sirup nicht für Menschen mit Fructose-Intoleranz geeignet.

Stevia: Das nahezu kalorienfreie Süßmittel

Stevia ist besonders bei Diabetikern als Süßstoff beliebt.
Stevia ist besonders bei Diabetikern als Süßstoff beliebt.
Bild: Privat

Was sich dahinter verbirgt: Stevia (oder genauer gesagt Stevia-Extrakte) - stammt aus der gleichnamigen Pflanze aus Südamerika. Sie ist auch als Süß- oder Honigkraut bekannt. Aus den Blättern werden mithilfe eines chemischen Verfahrens sogenannte Steviolglycoside hergestellt. Aus diesen Extrakten entstehen wiederum die beliebten Tafelsüßen in Form von Tabletten, Streu- oder Flüssigsüße. Stevia löst sich hervorragend in Wasser auf.

Warum ein beliebter Ersatz: Stevia weist an sich keine Kalorien auf, da der menschliche Körper sie nicht verwerten kann. Sowohl der Zucker- als auch Insulinspiegel werden dadurch nicht negativ beeinflusst. Besonders bei Diabetikern ist das pflanzliche Süßmittel aufgrunddessen beliebt.

Eignet sich gut für: Alle Gerichte und Getränke. Nur beim Backen sollte man besser darauf verzichten, da es im Gegensatz zum Zucker nicht zum Volumen des Teigs beiträgt.

Nachteile: Bei einer zu hohen Dosierung hinterlässt Stevia einen bitteren Nachgeschmack. Zudem kostet das pflanzliche Süßmittel deutlich mehr als normaler Haushaltszucker. Und ähnlich wie beim Agavensirup ist a auch Stevia kein besonders umweltfreundliches Produkt.

Worauf achten: Die Bezeichnung "kalorienfrei" ist häufig nicht korrekt, da bei vielen Tafelsüßen mit Stevia Füllstoffe wie Haushaltszucker oder der Mehrfachzucker Maltodextrin verwendet werden. Also besser auf die Zutatenliste achten!

Ahornsirup: Die leckere Zucker-Alternative aus Kanada

Farbe und Geschmack beim Ahornsirup hängen ganz vom Zeitpunkt der Ernte ab.
Farbe und Geschmack beim Ahornsirup hängen ganz vom Zeitpunkt der Ernte ab.
Bild: Privat

Was sich dahinter verbirgt: Damit ist der eingedickte Saft des kanadischen Zucker-Ahorns gemeint. Farbe und Geschmack hängen vom Erntezeitpunkt ab: Je früher der Saft abgezapft wurde, desto heller und milder das Endprodukt.

Warum ein beliebter Ersatz: Ahornsirup besitzt wie Honig den Ruf, entzündungshemmend zu wirken. Auch sagt man ihm nach, neben Vitamin B besonders hohe Mengen an Antioxidantien zu enthalten. Diese sollen dabei helfen, dem Alterungsprozess des Körpers entgegenzuwirken. Und obwohl der Sirup süßer als Zucker schmeckt, besitzt er rund ein Drittel weniger Kalorien.

Eignet sich gut für: Backen, Kochen, Müslis und Toppings.

Nachteile: Trotz der ihm zugeschriebenen positiven Eigenschaften unterscheidet sich Ahornsirup von der Zusammensetzung her nicht sehr vom Haushaltszucker. Denn der Sirup besteht - ebenfalls wie der Industriezucker - aus Glucose und Fructose. Seine aufwendige Herstellung sowie der langen Transportweg in die heimischen Regale machen ihn außerdem zu einem teureren und nicht gerade umweltfreundlichen Produkt.

Worauf achten: Aufgrund des hohen Zuckergehaltes sollte man Ahornsirup nur sehr sparsam verwenden. Beim Kochen und Backen sollte der - manchmal etwas bittere - Eigengeschmack berücksichtigt werden. Und wer eine Flasche angebrochen hat, sollte diese im Kühlschrank aufbewahren. Dort hält sich der Ahornsirup über mehrere Monate.

Xylit: Der beliebte Klassiker beim Zucker-Ersatz

Ein Produkt, viele Namen: Xylit findet man unter anderem auch als Birkenzucker oder E 967 im Regal.
Ein Produkt, viele Namen: Xylit findet man unter anderem auch als Birkenzucker oder E 967 im Regal.
Bild: Privat

Was sich dahinter verbirgt: Xylit - oder auch Xylitol, Birkenzucker oder E 967 genannt - wird aus pflanzlichen Rohstoffen wie Maiskolbenreste, Stroh und Birkenrinde gewonnen. Der Süßstoff zählt zu den sogenannten Zuckeralkoholen. Diese besitzen eine ähnlich hohe Süßkraft wie Zucker, dafür aber weniger Kalorien.

Warum ein beliebter Ersatz: Vom Geschmack und von der Konsistenz her ähnelt Xylit sehr dem Haushaltszucker. Doch im Gegensatz zum Industriezucker verursacht Birkenzucker keinen Karies. Ganz im Gegenteil: Weil die Karies fördernden Bakterien Zuckeralkohole nicht verarbeiten können, findet sich in speziellen Zahnpflegekaugummis sogar Xylit auf der Zutatenliste. Ein weiterer Vorteil durch seine Eigenschaft als Zuckeralkohol: Er hat keine negativen Auswirkungen auf den Zuckerspiegel, da sein Abbau im Körper insulinunabhängig geschieht.

Eignet sich gut für: Low-Carb-Gerichte, Backen.

Nachteile: Xylit wirkt bei einer zu hohen Aufnahme abführend. Darüber hinaus kann E 967 Durchfall und Blähungen verursachen. Und obwohl der Süßstoff eine pflanzliche Basis besitzt, ist er - entgegen häufiger Werbeversprechen - keine natürliche Alternative zu Zucker. Denn Xylit wird technologisch aufwendig und mithilfe von Säuren oder Laugen hergestellt. Damit ist er in Wahrheit kein naturbelassenes Produkt.

Worauf achten: Hundebesitzer sollten unbedingt aufpassen, dass ihr Vierbeiner nicht aus versehen etwas von dem Süßstoff zu sich nimmt. Denn während der menschliche Körper mit der Verarbeitung von Xylit kein Problem hat, kann Birkenzucker bereits in kleinsten Mengen tödlich für den Hund enden.

Fazit: Was ist die beste Alternative für herkömmlichen Zucker?

Egal welcher Zucker-Ersatz es nun am Ende ist: Grundsätzlich ist es auf lange Sicht gesünder, den eigenen Zuckerkonsum zu reduzieren.

Denn auch in vielen Alternativen versteckt sich der Zucker hinter verschiedenen Namen und Begriffen. Und obwohl Xylit, Ahornsirup, Agavensaft und Stevia ihren Ursprung in der Natur haben, sind sie letzten Endes doch keine besonders "natürlichen" Produkte mehr. Die darüber hinaus sogar die Umwelt belasten. Die beste Lösung ist daher: Lieber bei natürlichen und vor allem regionalen Süßmachern wie Honig und Früchten zuzugreifen.

Lesen Sie auch: