Afghanistan News

Taliban schlagen Journalisten mit Peitschen - Alle afghanischen Provinzen laut Taliban unter deren Kontrolle

Ein Taliban-Kämpfer hält eine Waffe, während er vor dem Gelände eines Flughafens steht.

Ein Taliban-Kämpfer hält eine Waffe, während er vor dem Gelände eines Flughafens steht.

Bild: Saifurahman Safi/XinHua/Saifurahman Safi, dpa

Ein Taliban-Kämpfer hält eine Waffe, während er vor dem Gelände eines Flughafens steht.

Bild: Saifurahman Safi/XinHua/Saifurahman Safi, dpa

Taliban haben mindestens zwei Journalisten in der afghanischen Hauptstadt schwer körperlich misshandelt. Unser Newsblog.
09.09.2021 | Stand: 18:12 Uhr

  • Die Taliban haben in Afghanistan die Macht übernommen, westliche Truppen sind abgezogen.
  • Die Vereinten Nationen warnen, dass die Nahrung in dem Land bald knapp werden könnte.
  • Ein Taliban-Sprecher sagte, man wolle nun diplomatische Beziehungen und finanzielle Hilfen von Deutschland.

9. September, 18.10 Uhr: Taliban verbieten Proteste und lassen 200 Menschen ausreisen

Die militant-islamistischen Taliban haben einem Bericht der "Washington Post" zufolge mehr als 200 afghanischen Doppel-Staatsbürgern die Ausreise aus Afghanistan gestattet. Wer auf dieser Liste steht, lesen Sie hier.

8. September, 10.35 Uhr: Menschenrechtsorganisationen: Afghanistan-Flüchtlingshilfe fortsetzen

Mehr als 20 Menschenrechtsorganisationen haben die Bundesregierung aufgefordert, gefährdete Menschen aus Afghanistan auch in den kommenden Wochen in Sicherheit zu bringen. Die Evakuierungen müssten fortgesetzt und afghanische Flüchtlinge in Deutschland aufgenommen werden, zum Beispiel durch zivile Flüge aus Afghanistan oder einem Nachbarstaat, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung vom Donnerstag. Zu den Unterzeichnern gehören Amnesty International und Pro Asyl.

"Es ist vordringlich, dass besonders gefährdete Menschen die Nachbarstaaten erreichen können, um von dort evakuiert zu werden", betonte Markus N. Beeko, Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland. Dazu gehöre unter anderem eine digitale Bestätigung der Bundesregierung über die Aufnahmezusage, die die Betroffenen bei Bedarf vorzeigen können.

8. September, 17.50 Uhr: USA und Deutschland besorgt über neue Taliban-Regierung

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Amerikas längster Krieg ist vorbei - USA ziehen aus Afghanistan ab

Die Übergangsregierung der militant-islamistischen Taliban stößt bei den USA und in Deutschland auf Skepsis. Die Außenminister Antony Blinken und Heiko Maas trafen sich am Mittwoch in Ramstein. Was die beiden zur neuen Taliban-Regierung und zu weiteren Evakuierungen sagten, lesen Sie hier.

8. September, 13.10 Uhr: Taliban schlagen Journalisten in Kabul mit Kabeln und Peitschen

Die militant-islamistischen Taliban haben mindestens zwei Journalisten in der afghanischen Hauptstadt schwer körperlich misshandelt. Im Gesicht und am Kopf von zwei Mitarbeitern der bekannten Tageszeitung "Etilatrus" seien Dutzende Abdrücke von Kabeln und Peitschen zu sehen, schrieb der Herausgeber von Etilatrus, Saki Darjabai, am Mittwoch auf Twitter. Man habe die Kollegen schwach und in einem Zustand der Lethargie ins Büro gebracht.

Er teilte zudem ein Bild, auf dem ein Rücken mit schweren Verletzungen zu sehen ist und kommentierte es mit den Worten: "Das ist nur ein kleiner Teil dessen, was Taliban Journalisten von Etilatrus antaten." Auf einem Video ist zu sehen, dass ein Journalist nicht mehr selbst laufen kann, auf einem anderen ein weiterer, der zwar alleine steht, aber kaum sprechen kann.

Rund zwei Stunden davor hatte Darjabi auf Twitter mitgeteilt, dass fünf seiner Mitarbeiter, darunter der Chefredakteur, von der Taliban festgenommen worden seien, als sie in den nebeneinander liegenden Stadtteilen Pul-e Sorch und Kart-e Tschar über einen Frauenprotest berichten wollten.

Die größten lokalen TV-Sender haben am Mittwoch offensichtlich bereits die Berichterstattung über die seit drei Tagen infolge andauernden Proteste in Kabul eingestellt. Am Dienstag hatten die Taliban eine Gruppe von Reportern und Kameramännern für mehrere Stunden festgenommen, nachdem sie über den Protest in Kabul berichteten. Die Journalisten äußerten sich nicht öffentlich dazu, was während ihrer Festnahme passiert war.

Am Mittwoch schrieb zudem ein Reporter der Los Angeles Times auf Twitter, er und sein Fotograf seien von der Taliban herumgeschubst worden, als sie versuchten, über einen Frauenprotest in Kabul zu berichten. Man habe auch versucht, dass Aufnahmen gelöscht würden. Die Taliban äußerten sich bisher nicht zu den Vorfällen.

8. September, 7.15 Uhr: Übergangsregierung der Taliban steht vor zahlreichen Krisen

In Afghanistan haben die militant-islamistischen Taliban rund drei Wochen nach ihrer gewaltsamen Machtübernahme eine Übergangsregierung vorgestellt. Sie überraschten dabei mit dem wenig bekannten Mullah Mohammed Hassan Achund als Regierungschef. Der von vielen Beobachtern für dieses Amt vermutete Mullah Abdul Ghani Baradar, der zuletzt das Gesicht der Taliban nach außen war und der etwa das Abkommen mit den USA unter anderem über einen Truppenabzug für die Islamisten unterzeichnet hatte, wird Achunds Stellvertreter. Ein Blick auf das, was das Land nun erwartet.

5. September, 8.45 Uhr: Taliban: Haben afghanische Provinz Pandschir erobert

Die militant-islamistischen Taliban wollen nach eigenen Angaben die letzte noch nicht unter ihrer Kontrolle stehende afghanische Provinz, Pandschir, erobert haben. Das teilte der Sprecher der Islamisten, Sabiullah Mudschahid, in einer am Montag veröffentlichten Erklärung mit. Vonseiten der Widerstandskämpfer in Pandschir gab es zunächst keine offiziellen Angaben.

Der Sprecher der Nationalen Widerstandsfront (NRF), Fahim Daschti, war in der Nacht zu Montag bei den Gefechten ums Leben gekommen, wie mehrere Quellen in der Widerstandsfront bestätigten. Ein zweiter Sprecher der NRF teilte einen Tweet, der angab, die Taliban-Behauptung über die Eroberung Pandschirs sei falsch. Dazu schrieb er selbst, der Kampf werde fortgesetzt, bis die Aggressoren aus dem Land entfernt seien.

Ein Taliban-Sprecher teilte ein Bild, das Taliban-Kämpfer vor dem Gouverneurssitz in der Provinzhauptstadt Basarak zeigen soll.

5. September, 9.25 Uhr: Taliban wollen diplomatische Beziehungen zu Deutschland

Die militant-islamistischen Taliban fordern von Deutschland nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan offizielle diplomatische Beziehungen und finanzielle Hilfen. "Wir wollen starke und offizielle diplomatische Beziehungen zu Deutschland", sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid der Welt am Sonntag. Demnach wünschen sich die Taliban von Berlin ebenso wie von anderen Ländern finanzielle Unterstützung, humanitäre Hilfe und Kooperation bei Gesundheit, Landwirtschaft und Bildung.

Die Deutschen seien in Afghanistan immer willkommen gewesen, sagte Mudschahid der Zeitung. Schon zu Zeiten des Königreichs vor etwa hundert Jahren hätten die Deutschen in Afghanistan viel Gutes bewirkt. "Leider haben sie sich dann den Amerikanern angeschlossen. Aber das ist jetzt vergeben", sagte Mudschahid.

Deutschland ist auf Gespräche mit den Taliban angewiesen, weil es nach dem Ende der militärischen Evakuierungsaktion die Ausreise weiterer Schutzsuchender aus dem Land ermöglichen will.

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte vor wenigen Tagen gesagt: "Wenn es politisch möglich wäre und wenn die Sicherheitslage es erlaubt, dann sollte auch Deutschland in Kabul wieder eine eigene Botschaft haben." Der SPD-Politiker betonte aber auch, dass eine diplomatische Vertretung keine Anerkennung einer Taliban-Regierung bedeute.

Die Bundesregierung hatte nach dem Siegeszug der Taliban die Botschaft in Kabul geschlossen. Botschafter Markus Potzel wurde ins katarische Doha entsandt, um dort Gespräche mit den Islamisten zu führen. In der Hauptstadt des Golfemirats haben die Taliban ihr politisches Büro, das quasi als Außenministerium fungiert. Allerdings sind schon die ersten Taliban-Vertreter aus Doha nach Afghanistan zurückgekehrt. Daher gibt es die Überlegungen, wie man den kurzen Draht zu den neuen Machthabern aufrechterhalten kann

3. September, 18.10 Uhr: Evakuierungsflüge: 20 "sicherheitsrelevante Fälle"

Über die Luftbrücke aus Kabul sind auch 20 Menschen nach Deutschland gekommen, die den Sicherheitsbehörden bekannt sind. Bis zur Stunde seien 20 Fälle bekannt, "die sicherheitsrelevant sind, die dadurch, dass sie nicht schon in Kabul geprüft wurden, jetzt in Deutschland sind", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Freitag im Münchner Presseclub. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur kam auch ein Minister bei einem Evakuierungsflug nach Deutschland.

Unter den Straftätern sind laut Seehofer unter anderem verurteilte Vergewaltiger. Nach Deutschland sei zudem ein Mann gelangt, "der nach übereinstimmender Ansicht von Deutschland, Amerika und Großbritannien noch höher einzustufen ist", berichtete der Minister. In anderen Fällen ging es um gefälschte Dokumente. Insgesamt vier der Ausgeflogenen waren - teilweise schon vor Jahren - von Deutschland nach Afghanistan abgeschoben worden. Eingereist sind nach dpa-Informationen neben Straftätern auch mehrere Menschen, deren Namen schon im gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum von Bund und Ländern aufgetaucht waren.

3. September, 18 Uhr: Religionsminister aus Afghanistan nach Deutschland ausgeflogen

Zu den mehr als 4.500 Menschen, die aus Kabul über die Luftbrücke nach Deutschland gekommen sind, gehört auch ein bisheriger Minister der Regierung von Präsident Aschraf Ghani. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur flog der afghanische Minister für religiöse Angelegenheiten, Mohammed Kasim Halimi, vor knapp zwei Wochen nach Deutschland.

Halimi hatte schon vor dem Sturz der Taliban 2001 in ihrer Regierung einen hohen Posten im Außenministerium bekleidet. Später gehörte Halimi, der in Kairo islamisches Recht studiert hatte, zu den Kritikern der militant-islamistischen Taliban. Auf der Website des Ministeriums war sein Foto am Freitag noch zu sehen.

1. September, 21.30 Uhr: US-Verteidigungsminister will Abzug aus Afghanistan evaluieren

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin will die Abläufe beim Truppenabzug aus Afghanistan evaluieren - aber ohne Eile. "Keine Operation ist je perfekt", sagte Austin am Mittwoch in Washington auf die Frage, ob das US-Militär im Rückblick etwas hätte anders machen sollen. Es habe keine Mission gegeben, an der er je beteiligt gewesen sei, bei der nicht im Rückblick klar geworden wäre, was besser oder effizienter hätte ablaufen können. Auch in diesem Fall werde es eine Nachbetrachtung geben, und das US-Militär werde seine Lehren daraus ziehen, versprach Austin. "Aber ich möchte mir die Zeit nehmen, das auf richtige Art und Weise zu machen."

Austin sagte, die vergangenen Tage seien für viele schwierig gewesen. Er hoffe aber, dass das Land "mit Bedacht und Respekt" auf den Einsatz in Afghanistan zurückschauen werde. "Ich werde immer stolz sein auf die Rolle, die wir in diesem Krieg gespielt haben", betonte er, räumte aber ein, dass es auch innerhalb des Militärs und unter Afghanistan-Veteranen andere Ansichten gebe. Er habe in den vergangenen Tagen deutliche Meinungen von verschiedenen Seiten gehört. Es gebe unterschiedliche Auffassungen in beiden politischen Lagern. "Und das ist wichtig. Das ist Demokratie. Das ist Amerika."

1. September, 19.35 Uhr: UN: Nahrung für Afghanistan wird Ende September knapp

Die Vereinten Nationen warnen vor dem Versiegen von Nahrungsmittelhilfen für Millionen notleidende Afghanen. "Bis Ende September werden die Vorräte, die das Welternährungsprogramm im Land hat, aufgebraucht sein", sagte der stellvertretende UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Ramiz Alakbarov, am Mittwoch. Er betonte, dass die humanitäre Hilfe nicht mit den nötigen finanziellen Mitteln der Mitgliedsstaaten ausgestattet ist - es würden akut mindestens 200 Millionen US-Dollar benötigt.

Die Vereinten Nationen versuchen, im gesamten Land etwa 18 Millionen Notleidende mit Hilfsgütern zu versorgen - momentan könnten aber nur etwa neun Millionen Menschen erreicht werden. Alakbarov berichtete, dass auch nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban Hilfslieferungen nach Afghanistan möglich seien. "Wir waren in der Lage, über Grenzübergange von Pakistan aus 600 Tonnen Nahrung mit Trucks zu liefern", sagte er. Auch Lieferungen auf dem Luftweg nach Masar-i-Scharif seien möglich.

1. September. 7.40 Uhr: UN-Generalsekretär warnt vor humanitärer Katastrophe in Afghanistan

UN-Generalsekretär António Guterres hat nach dem Abzug der letzten US-Soldaten aus Afghanistan und dem Ende der Evakuierungsaktion vor dem völligen Zusammenbruch der Grundversorgung in dem Land gewarnt. "Eine humanitäre Katastrophe bahnt sich an", sagte Guterres am Dienstagabend in New York. Die Menschen verlören jeden Tag den Zugang zu elementaren Gütern und Dienstleistungen. "Fast die Hälfte der Bevölkerung Afghanistans - 18 Millionen Menschen - sind auf humanitäre Hilfe angewiesen, um zu überleben. Jeder dritte Afghane weiß nicht, woher seine nächste Mahlzeit kommen wird. Mehr als die Hälfte aller Kinder unter fünf Jahren wird im nächsten Jahr voraussichtlich akut unterernährt sein."

Guterres sagte, alle Mitgliedstaaten seien aufgefordert, "sich für die Menschen in Afghanistan in ihrer dunkelsten Stunde der Not einzusetzen". Sie sollten rechtzeitig, flexibel und umfassend Mittel bereitstellen. In der nächsten Woche würden Einzelheiten über den dringendsten humanitären Bedarf und den Finanzierungsbedarf für die nächsten vier Monate bekannt gegeben.

1. September, 7.30 Uhr: Biden verteidigt Abzug aus Afghanistan

Nach dem Ende des internationalen Militäreinsatzes in Afghanistan hat US-Präsident Joe Biden seine umstrittene Abzugsentscheidung vehement verteidigt. "Es war an der Zeit, diesen Krieg zu beenden", sagte Biden am Dienstag im Weißen Haus. Die Alternative wäre gewesen, Zehntausende weitere Soldaten in das Land zu schicken und den Konflikt zu eskalieren, argumentierte er. Mit dem Abzug der letzten US-Soldaten vom Flughafen Kabul war in der Nacht zu Dienstag der internationale Afghanistan-Einsatz nach fast 20 Jahren zu Ende gegangen.

Damit endete Amerikas längster Krieg. Biden kündigte Konsequenzen für künftige militärische Einsätze an. "Wir müssen aus unseren Fehlern lernen", sagte er. "Es geht darum, eine Ära großer Militäroperationen zur Umgestaltung anderer Länder zu beenden." Künftige Einsätze müssten klare, erreichbare Ziele haben. Sie müssten sich außerdem "auf das grundlegende nationale Sicherheitsinteresse" der USA konzentrieren.

Der Präsident versprach außerdem, die USA würden auch nach dem Abzug aus Afghanistan weiter gegen den örtlichen Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgehen. Er drohte der Gruppe, die sich zum jüngsten verheerenden Anschlag am Flughafen in Kabul bekannt hatte: "Wir sind mit euch noch nicht fertig." Bei der Attacke waren kurz vor dem Einsatzende Dutzende Afghanen und 13 US-Soldaten umgekommen.

Lesen Sie dazu: Amerikas Abzug aus Afghanistan: Die Demütigung einer Weltmacht

31. August, 20.55 Uhr: Republikaner werfen Biden Wortbruch bei Afghanistan-Abzug vor

Die Republikaner im US-Senat haben US-Präsident Joe Biden bei der Evakuierungsmission in Afghanistan Wortbruch vorgeworfen. Der Minderheitsführer der Republikaner in der Parlamentskammer, Mitch McConnell, schrieb am Dienstag auf Twitter, der Demokrat Biden habe versprochen, die US-Truppen nicht abzuziehen, bevor nicht alle Amerikaner außer Landes gebracht worden seien. "Er hat dieses Versprechen gebrochen und die Amerikaner und unsere afghanischen Partner im Stich gelassen." Die letzten US-Soldaten hatten Kabul in der Nacht zu Dienstag (Ortszeit) verlassen. Damit endete auch die militärische Evakuierungsmission.

Auch nach dem Ende der Evakuierungsmission sind noch Amerikaner in Afghanistan, die das Land verlassen wollen. US-Außenminister Antony Blinken war am Montagabend davon ausgegangen, dass ihre Zahl "unter 200, wahrscheinlich näher an 100" liege. Blinken betonte, die US-Regierung werde sich weiterhin bemühen, sie außer Landes zu bekommen. Man werde auch weiter daran arbeiten, schutzsuchenden Afghanen zu helfen, die mit den USA zusammengearbeitet haben.

McConnell kritisierte, dass Biden die US-Truppen vollständig aus Afghanistan abgezogen hat. Dieser Schritt "hat zu einer humanitären Katastrophe geführt und die Terroristen ermutigt", schrieb der Senator. Mit dem Abzug der letzten US-Truppen endete nach fast 20 Jahren der internationale Einsatz in Afghanistan. Dort herrschen inzwischen wieder die Taliban - also jene Islamisten, deren Regime durch den US-geführten Einsatz Ende 2001 gestürzt wurde.

31. August, 18.55 Uhr: EU will keine konkrete Zusage zur Aufnahme von Afghanen machen

Die EU will vorerst keine konkreten Zusagen zur Aufnahme von Menschen aus Afghanistan machen. "Anreize zur illegalen Migration sollten vermieden werden", heißt es in einer am Dienstag bei einem Sondertreffen der Innenminister verabschiedeten Erklärung. Vor dem Hintergrund der bisherigen Erfahrungen seien die EU und ihre Mitgliedstaaten entschlossen, eine Wiederholung von großen und unkontrollierten illegalen Migrationsbewegungen zu verhindern.

Damit wurde auf die sogenannte Flüchtlingskrise in den Jahren 2015/2016 angespielt. Damals kamen Millionen von Migranten in die EU. Allein in Deutschland stellten rund 1,2 Millionen Menschen zum ersten Mal einen Asylantrag. Viele von ihnen stammten aus Syrien, wo 2011 ein Bürgerkrieg begonnen hatte.

Um eine ähnliche Entwicklung nach der Machtübernahmen der Taliban in Afghanistan zu vermeiden, soll laut der Erklärung nun sichergestellt werden, dass notleidende Menschen in der unmittelbaren Nachbarschaft Afghanistans angemessen Schutz erhalten. Zudem werden unter anderem gezielte Informationskampagnen gegen die Narrative von Menschenschmugglern als geeignetes Instrument genannt. Die Ansiedlung schutzbedürftiger Afghaninnen und Afghanen soll demnach nur dann erfolgen, wenn EU-Staaten dafür freiwillig Plätze anbieten.

Auf die Frage nach einem möglichen Engagement Deutschlands verwies Bundesinnenminister Horst Seehofer darauf, dass sich die Bundesrepublik bislang immer an entsprechenden Initiativen beteiligt habe. Er wollte allerdings keine konkreten Zusagen machen. "Ich halte es nicht für sehr klug, wenn wir jetzt hier über Zahlen reden, weil Zahlen natürlich etwas auslösen", sagte der CSU-Politiker. Man wolle keinen "Pull-Effekt" (Sog-Effekt) auslösen.

31. August, 7 Uhr: Letzte US-Truppen verlassen das Land

Der Abzug der internationalen Truppen aus Afghanistan endete in einem Debakel. Die vergangenen Wochen waren von Chaos geprägt. Nun ist endgültig Schluss mit dem für die USA so schmerzhaften Einsatz. Was wird aus jenen, die es nicht rechtzeitig außer Landes schafften?

30. August, 17 Uhr: US-Militär bestätigt Raketenangriff auf Flughafen in Kabul

Die US-Regierung hat Berichte bestätigt, wonach fünf Raketen in Richtung des Flughafens der afghanischen Hauptstadt abgefeuert worden sind. Drei der Raketen seien "ohne Auswirkungen" außerhalb des Flughafens gelandet, sagte Generalmajor William Taylor am Montagvormittag (Ortszeit) im Pentagon. Eine Rakete sei von einem installierten Raketenabwehrsystem am Flughafen abgewehrt worden. Eine weitere Rakete sei ohne Gefahr für Personal oder die Mission zu Boden gekommen, so Taylor weiter. Auf Nachfrage erklärte Pentagon-Sprecher John Kirby, dass diese Rakete innerhalb des Gelände des Flughafens gelandet sei.

Der in Afghanistan aktive Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte den Raketenangriff zuvor für sich reklamiert. "Soldaten des Kalifats" hätten den Flughafen mit sechs Raketen des Typs Katjuscha angegriffen, teilte IS-Khorasan, wie der IS sich in Afghanistan und Pakistan nennt, auf der Plattform Naschir News mit. Die US-Truppen wollen bis Dienstag Afghanistan verlassen haben.

30. August, 15.20 Uhr: "In Bayern in Sicherheit" - Afghanische Ortskräfte in Bamberg

21 junge Familien und weitere aus Afghanistan gerettete Menschen haben in Oberfranken eine erste Bleibe in Deutschland gefunden. "Die Evakuierten sind jetzt in Bayern in Sicherheit", sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in der Unterkunft der Menschen, der Anker-Einrichtung in Bamberg. Unter den geretteten Afghanen sind mehrere Ortskräfte, bei einigen steht eine Überprüfung ihres Status noch aus.

Viele der Verwandten der Geretteten sind dagegen noch in ihrem Heimatland in Gefahr. "Wenn die Taliban das herausfinden, dass deren Sohn für die Deutschen gearbeitet hat - die werden sie nicht in Ruhe lassen", sagte Sayed Habib Hussiani, der für die Bundeswehr gearbeitet hatte, mit Blick auf seine in Afghanistan gebliebenen Eltern. Er selbst hatte es mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern aus Kabul herausgeschafft.

30. August, 10 Uhr: Mindestens fünf Raketen auf Flughafen Kabul abgefeuert

In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind mehrere Raketen auf den Flughafen abgefeuert worden. Das berichtete der Sender CNN unter Berufung auf US-Regierungsmitarbeiter. Demnach wurden mindestens fünf Raketen in Richtung Flughafen geschossen. Ein am Flughafen installiertes Raketenabwehrsystem sei aktiviert worden, hieß es weiter. Das so genannte C-Ram-System erkennt demnach einen Angriff und aktiviert ein Maschinengewehr, das heranfliegende Objekte zerstört, bevor sie ihr Ziel treffen.

Über mögliche Opfer oder Schäden durch die Raketen gab es zunächst keine Informationen. Das Raketenabwehrsystem des Flughafens war erst vor wenigen Wochen getestet worden.

Der lokale TV-Sender ToloNews berichtete, die Raketen seien aus einem Auto aus dem nördlichen Stadtteil Chairchana abgefeuert worden. In sozialen Medien geteilte Bilder zeigten ein ausgebranntes Fahrzeug. Die Überreste des Autos sind mit Trümmern bedeckt, der Gummi der Reifen ist geschmolzen. Es lässt sich nicht unabhängig überprüfen, ob die Raketen aus diesem Fahrzeug abgefeuert worden waren. CNN berichtete, dass eine bevorstehende Gefahr für den Flughafen Kabul beseitigt worden sei.

US-Präsident Joe Biden sei über den Raketenangriff informiert worden, hieß es in einer Erklärung der Pressesprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki. Der Präsident sei zudem informiert worden, dass die Operationen am Flughafen ununterbrochen fortgesetzt würden. Biden zufolge sollen die Kommandeure auf dem Flughafen in Kabul ihre Anstrengungen verdoppeln, um die Truppen zu schützen..

30. August, 7 Uhr: Bericht: Mehrere Raketen auf Flughafen Kabul abgefeuert

In der afghanischen Hauptstadt Kabul hat es einem Medienbericht zufolge einen Raketenangriff gegeben. Am Montagmorgen (Ortszeit) seien aus der Gegend Chairchanah im Norden der Stadt mehrere Raketen in Richtung Flughafen abgefeuert worden, schrieb der lokale Fernsehsender ToloNews mit Berufung auf Augenzeugen auf Twitter. Der Fernsehsender CNN berichtete und Berufung auf US-Regierungmitarbeiter, dass mindestens fünf Raketen in Richtung Flughafen abgefeuert worden seien.

Über mögliche Opfer oder Schäden gab es zunächst keine Informationen. Der Flughafen verfügt über ein Raketenabwehrsystem. Dieses wurde erst vor wenigen Wochen getestet. In sozialen Medien wurden Videos geteilt, die ein brennendes Auto zeigen sollen, aus dem die Raketen abgefeuert worden sein sollen.

US-Präsident Joe Biden hatte am Sonntag vor möglichen weiteren Anschlagen rund um den Flughafen Kabul gewarnt. Der IS hat bereits in der Vergangenheit immer wieder verschiedene Ziele in Kabul mit Raketen angegriffen. Die US-Truppen wollen bis Dienstag Afghanistan verlassen haben.

29. August, 17 Uhr: US-Militär fliegt Luftangriff gegen IS-Terroristen in Kabul

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in der afghanischen Hauptstadt einen Luftangriff durchgeführt, um eine "unmittelbare Bedrohung" für den Flughafen Kabul durch Terroristen abzuwenden. Eine Drohne habe erfolgreich auf ein Auto des örtlichen Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefeuert, erklärte das US-Militär am Sonntag. Weil es nach dem Raketeneinschlag zu "bedeutenden sekundären Explosionen" kam, sei davon auszugehen, dass in dem Fahrzeug eine große Menge Sprengstoff gewesen sein müsse, hieß es weiter. Es werde geprüft, ob es bei dem Angriff zivile Opfer gab. Bislang gebe es aber keine dahingehenden Hinweise, hieß es.

29. August, 12 Uhr: US-Truppen beginnen Abzug

Die Luftbrücke nach Kabul zur Evakuierung schutzsuchender Menschen steht vor dem Ende. Das US-Militär werde noch bis zum geplanten Abzug am Dienstag für Sicherheit und Betrieb des Flughafens Kabul verantwortlich sein, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby. Alle Tore des Flughafens stünden weiter unter Kontrolle der US-Armee. Die militant-islamistischen Taliban hatten zuvor behauptet, bereits mehrere Tore des Flughafens zu kontrollieren. Kirby erklärte, die Taliban hätten zwar Sicherheitskontrollen rund um den Flughafen errichtet. "Aber sie kontrollieren keine Tore, sie sind nicht am Flughafen und haben keine Rolle für die Sicherheit."

Am Freitag waren noch mehr als 5.000 US-Truppen am Flughafen Kabul stationiert gewesen. Bis zum vollständigen Abzug werde man aus Sicherheitsgründen keine Informationen zur Truppenstärke mehr bekanntgeben, sagte Kirby. Deutschland und mehrere andere Verbündete der USA haben ihre Einsätze in Kabul bereits beendet.

29. August, 7.30 Uhr: Auch Großbritannien beendet Evakuierungseinsatz in Afghanistan

Nach der Bundeswehr und anderen westlichen Verbündeten hat auch Großbritannien seine letzten Streitkräfte aus Afghanistan abgezogen. Das britische Verteidigungsministerium teilte am späten Samstagabend über Twitter mit, der letzte Flug mit Soldaten habe Kabul verlassen. Dank gelte all denen, die unter enormem Druck und schrecklichen Bedingungen so tapfer gedient hätten, um die am stärksten gefährdeten Zivilisten sicher zu evakuieren.

Der britische Premier Boris Johnson hatte am Freitag den Zeitpunkt des Abzugs westlicher Truppen aus Afghanistan öffentlich bedauert. "Das Timing ist definitiv nicht das, was sich dieses Land ausgesucht hätte." Johnson hatte sich vor dem G7-Sondergipfel in dieser Woche bei US-Präsident Joe Biden für eine Verlängerung der westlichen Evakuierungsmission eingesetzt - was dieser jedoch ablehnte.

28. August, 21.48 Uhr: Biden: Luftangriff gegen IS-Terroristen "war nicht der letzte"

Nach dem Vergeltungsschlag in Afghanistan gegen Kämpfer des örtlichen Ablegers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat US-Präsident Joe Biden weitere Luftangriffe angekündigt. "Dieser Angriff war nicht der letzte", erklärte Biden am Samstag. Mit Blick auf den verheerenden Anschlag in Kabul vom Donnerstag fügte er hinzu: "Wir werden weiterhin alle Personen, die in diesen niederträchtigen Anschlag verwickelt waren, jagen, fassen und dafür bezahlen lassen." Jeglicher Angriff auf US-Interessen oder das Militär werde vergolten werden, warnte er. "Daran wird es nie Zweifel geben", sagte er.

28. August, 20.50 Uhr: Frankreich spricht mit Taliban über weitere Evakuierungen

Frankreich diskutiert mit den Taliban und unter Einbeziehung von Katar über weitere Evakuierungen aus Afghanistan nach dem geplanten Abzug der Amerikaner bis zum 31. August. "Ja, es gibt Gespräche mit den Taliban über humanitäre Operationen und die Möglichkeit, gefährdete Afghanen zu schützen und zu evakuieren", sagte Präsident Emmanuel Macron am Samstag während einer Irak-Reise in Bagdad. "Wir arbeiten unter anderem mit Katar zusammen, um diese Operationen zu ermöglichen."

28. August, 18.19 Uhr: Abzug des US-Militärs vom Flughafen Kabul hat begonnen

Kurz vor dem Ende des Evakuierungseinsatzes hat das US-Militär nach eigenen Angaben mit dem Abzug seiner Truppen vom Flughafen Kabul begonnen. Der Prozess habe begonnen, sagte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Samstag. Die US-Truppen sollen Afghanistan nach Willen von US-Präsident Joe Biden bis Dienstag verlassen. Am Freitag waren noch mehr als 5000 US-Soldatinnen und Soldaten am Flughafen Kabul stationiert gewesen.

28. August, 13.56 Uhr: Söder will Bundesverdienstkreuz für Bundeswehr-Soldaten

CSU-Chef Markus Söder hat sich dafür ausgesprochen, allen Bundeswehr-Soldaten im Afghanistan-Einsatz das Bundesverdienstkreuz zu verleihen. "Unsere Bundeswehr hat mehr Respekt und Anerkennung verdient. Alle Soldaten, die in Afghanistan im Einsatz waren, sollten das Bundesverdienstkreuz oder eine vergleichbare Ehrung bekommen", sagte der bayerische Ministerpräsident der "Bild am Sonntag". "Für mich sind unsere Soldatinnen und Soldaten wahre Helden."

28. August, 8 Uhr: US-Militär greift IS-Ableger an - neuer Anschlag in Kabul befürchtet

Das US-Militär hat mit einem Vergeltungsangriff auf den tödlichen Terroranschlag in Kabul reagiert und einen örtlichen Ableger der Terrormiliz IS attackiert. Der unbemannte Luftschlag in der afghanischen Provinz Nangahar habe "einem Planer" von Isis-K gegolten, teilte das US-Zentralkommando Centcom am Freitagabend (Ortszeit) mit. "Ersten Anzeichen zufolge haben wir das Ziel getötet", sagte Sprecher Bill Urban. Gleichzeitig befürchten die USA einen weiteren Terroranschlag in Kabul. Die US-Botschaft veröffentlichte in der Nacht erneut eine Sicherheitswarnung und rief alle Landsleute dazu auf, die Gegend rund um die Eingangstore zum Flughafen sofort zu verlassen.

Centcom-Sprecher Urban sagte mit Blick auf den Luftangriff: "Wir wissen von keinen zivilen Opfern." Weitere Einzelheiten gab das Zentralkommando nicht bekannt. Es war auch nicht klar, ob die angegriffene Person direkt in den blutigen Anschlag am Flughafen der afghanischen Hauptstadt verwickelt war.

Als unbemannte Luftschläge bezeichnen die US-Streitkräfte in der Regel Angriffe mit ferngesteuerten Drohnen, die ihre Ziele unbemerkt aus großer Höhe ins Visier nehmen können. Die USA hatten im Zuge des Abzugs ihrer Truppen aus Afghanistan immer wieder betont, dass sie auch ohne Soldaten am Boden die Fähigkeit hätten, Luftschläge aus der Ferne auszuüben.

Emotionale Momente am Flughafen Kabul: Ein US-Soldat gibt einem Kind "High Five".
Emotionale Momente am Flughafen Kabul: Ein US-Soldat gibt einem Kind "High Five".
Bild: Sgt. Samuel Ruiz/U.S. Marine Corps via AP/dpa

27. August, 21.15 Uhr: Weißes Haus: Biden will Drahtzieher des Kabul-Anschlags töten lassen

Die US-Regierung hat ihre Entschlossenheit betont, die Drahtzieher des verheerenden Anschlags von Kabul töten zu lassen. "Er hat klar gemacht, dass er nicht will, dass sie noch auf der Erde leben", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, am Freitag in Washington mit Blick auf die jüngste Drohung von US-Präsident Joe Biden gegen die Terroristen. Psaki reagierte auf die Frage, ob Biden die Urheber der Attacke töten lassen oder vor Gericht stellen wolle.

Außerhalb des Flughafens in der afghanischen Hauptstadt Kabul hatte sich am Donnerstag nach US-Angaben ein Selbstmordattentäter der Terrormiliz Isis-K in die Luft gesprengt und Dutzende Menschen mit in den Tod gerissen, darunter 13 US-Soldaten. Biden hatte den Terroristen wenige Stunden nach der Attacke mit Vergeltung gedroht und gesagt: "Wir werden euch jagen und euch dafür bezahlen lassen."

Psaki sagte, die Regierung werde sich nicht zu Details äußern, wie genau man gegen die Urheber des Anschlags vorgehen werde. Sie betonte aber, dieses Bekenntnis dazu bleibe bestehen, "bis es erledigt ist". Der Präsident und das Militär hätten keinen Zweifel, dass sie jede Befugnis hätten, Isis-K anzugreifen.

27. August, 20.15 Uhr: Soldaten der Evakuierungsmission zurück in Deutschland

Die ersten Soldaten der Bundeswehr sind von ihrer Evakuierungsmission in Afghanistan nach Deutschland zurückgekehrt. Auf dem Luftwaffenstützpunkt Wunstorf bei Hannover landeten am Freitagabend kurz vor 20.00 Uhr drei Militärmaschinen. Für den Rückflug der Soldaten nach Deutschland wurden ein Airbus A310 der Luftwaffe und zwei Militärtransporter A400M eingesetzt. An Bord eines Flugzeugs war nach Militärangaben auch Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

Die Einsatzkräfte waren in Taschkent gestartet, der Hauptstadt von Usbekistan. Dort hatte die Bundeswehr ein Drehkreuz eingerichtet, um in kurzen Shuttleflügen Deutsche und bedrohte Afghanen aus Kabul auszufliegen. Nach Bundeswehrangaben waren an der Evakuierungsmission 454 Einsatzkräfte beteiligt, darunter 19 Soldatinnen. Ein Teil der Einsatzkräfte und des Materials war am Freitagabend noch in Taschkent.

27. August, 17.30 Uhr: Über 10 000 Afghanen und 300 Deutsche auf deutscher Ausreiseliste

Nach dem Ende der Evakuierungsaktion der Bundeswehr in Afghanistan sind noch etwa 300 Deutsche und mehr als 10.000 Afghanen mit Ausreisewunsch beim Auswärtigen Amt registriert. Das Ministerium wies am Freitag allerdings darauf hin, dass sich diese Zahlen ständig ändern. "Es reisen weiterhin Menschen aus, und es melden sich weiterhin Menschen mit einem Ausreisewunsch. Deswegen sind diese Zahlen immer nur Momentaufnahmen", sagte der stellvertretende Sprecher Christopher Burger.

Am Donnerstag war der Evakuierungseinsatz der Bundeswehr in der afghanischen Hauptstadt Kabul nach elf Tagen zu Ende gegangen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden 5347 Menschen aus mindestens 45 Ländern ausgeflogen, darunter rund 500 Deutsche und mehr als 4000 Afghanen. Unter den Afghanen sind ehemalige Miarbeiter von Bundeswehr und Bundesministerien, aber auch besonders schutzbedürftige Menschen, die beispielsweise für Frauen- oder Menschenrechtsorganisationen tätig waren.

27. August, 14.15 Uhr: Soldaten der Evakuierungsmission sind auf dem Rückweg nach Deutschland

Die Soldaten der Evakuierungsmission aus Afghanistan sind auf dem Weg nach Deutschland. Die Maschinen - zwei A400M und ein A310 - seien am Freitag in der usbekischen Hauptstadt Taschkent gestartet, wurde aus der Bundeswehr bestätigt. Sie würden nun gegen 19.45 Uhr auf dem Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen erwartet.

An Bord waren neben den Soldaten des Einsatzes auch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die Wehrbeauftragte Eva Högl sowie der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Eberhard Zorn, Deutschlands ranghöchster Soldat. Die Bundeswehr hatte 5347 Menschen aus mindestens 45 Ländern evakuiert, darunter rund 500 Deutsche und mehr als 4000 Afghanen. Der Abflug in Usbekistan hatte sich um mehrere Stunden verzögert, dem Vernehmen nach wegen Verstimmungen mit der usbekischen Seite.

27. August, 13 Uhr: Bund: Noch kein Termin für Gipfel mit Ländern zu Afghanistan

Bund und Länder haben noch keinen Termin für einen Afghanistan-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu möglichen Hilfen für gefährdete Menschen aus Afghanistan. Ein enger Austausch zwischen der Bundesregierung und den Ländern zu diesem Thema sei wichtig, es gebe ihn auch schon, betonte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Kanzleramtschef Helge Braun sei in Kontakt mit den Chefs der Staatskanzleien der Länder.

27. August, 11 Uhr: Mit Religion unvereinbar: Golfstaaten verurteilen Anschlag in Kabul

Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate haben den Anschlag am Flughafen in Kabul mit Dutzenden Toten scharf verurteilt. Der Terroranschlag sei nicht mit religiösen Prinzipien und moralischen Werten vereinbar, hieß es vom saudischen Außenministerium am Freitag. "Saudi-Arabien hofft, dass sich die Verhältnisse in Afghanistan so schnell wie möglich stabilisieren."

27. August, 10.45 Uhr: Bundespolizisten aus Afghanistan- Einsatz zurückgekehrt

Die letzten Bundespolizisten sind am Freitag aus dem schwierigen Einsatz in Afghanistan nach Berlin zurückgekehrt. Wie das Bundesinnenministerium mitteilte, waren neun von ihnen bis zum Ende der Evakuierungsmission am Flughafen Kabul eingesetzt. Dort hätten sie neben der Sicherung der Botschaftsmitarbeiter auch die Ausreise deutscher Ortskräfte und gefährdeter Menschen unterstützt. An Bord der Chartermaschine mit mehr als 50 Passagieren waren nach Angaben eines Sprechers auch Diplomaten sowie neun weitere Bundespolizisten. Diese hatten sich in der usbekischen Hauptstadt Taschkent bereitgehalten, um die Beamten in Kabul gegebenenfalls abzulösen.

Jens Arlt (l), Brigadegeneral, salutiert vor Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen in Taschkent. Unter dramatischen Umständen hat die Bundeswehr ihre Luftbrücke aus der afghanischen Hauptstadt Kabul nach elf Tagen beendet.
Jens Arlt (l), Brigadegeneral, salutiert vor Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bei ihrer Ankunft auf dem Flughafen in Taschkent. Unter dramatischen Umständen hat die Bundeswehr ihre Luftbrücke aus der afghanischen Hauptstadt Kabul nach elf Tagen beendet.
Bild: Marc Tessensohn, dpa

27. August, 9.45 Uhr: US-Präsident Joe Biden wird in Afghanistan zum Kriegsherren wider Willen

Eigentlich wollte Joe Biden den Einsatz in Afghanistan so schnell wie möglich beenden. Doch nun trägt er die politische Verantwortung für mehr als ein Dutzend tote US-Soldaten. Eine Analyse zu Afghanistan.

27. August, 9.05 Uhr: Bundeswehr-Soldaten kehren von Afghanistan-Einsatz zurück

Die Bundeswehr plant die Rückkehr der bei der Evakuierungsmission in Afghanistan eingesetzten Soldatinnen und Soldaten für Freitagnachmittag. Ihre Ankunft sei gegen 16.00 Uhr auf dem niedersächsischen Fliegerhorst Wunstorf geplant, teilte die Bundeswehr am späten Donnerstagabend mit. Empfangen werden sie demnach unter anderen von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU).

27. August, 6.15 Uhr: USA drohen Terroristen nach Anschlag in Kabul mit Vergeltung

Nach dem verheerenden Anschlag in der Nähe des Flughafens von Kabul hat US-Präsident Joe Biden den dafür verantwortlichen Terroristen mit Vergeltung gedroht. "Wir werden Euch jagen und Euch dafür bezahlen lassen", sagte Biden am Donnerstag im Weißen Haus.

27. August, 6 Uhr: Nach Anschlag in Kabul: Zahl getöteter US-Soldaten steigt auf 13

Nach dem Anschlag in Kabul ist ein weiterer US-Soldat seinen Verletzungen erlegen. Die Zahl der getöteten Soldaten stieg damit auf 13, wie ein Sprecher des US-Militärs am Donnerstag (Ortszeit) sagte. Die Zahl der verletzten Truppenmitglieder sei auf 18 angestiegen. Sie alle würden mit medizinisch ausgerüsteten Transportflugzeugen vom Typ Boeing C-17 aus Kabul ausgeflogen. Nach dem Anschlag an einem Tor des Flughafens der afghanischen Hauptstadt hatte das US-Verteidigungsministerium zunächst von zwölf getöteten und 15 verletzten Soldaten gesprochen.

26. August, 21.50 Uhr: Ableger der IS-Terrormiliz reklamiert Anschlag in Kabul für sich

Der in Afghanistan aktive Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat den Anschlag am Flughafen von Kabul für sich reklamiert. Dies verlautbarte IS-Khorasan, wie der IS sich in Afghanistan und Pakistan nennt, am Donnerstagabend mit einer über das Internet verbreiteten Nachricht des IS-Sprachrohrs Amak.

26. August, 21.15 Uhr: Pentagon: Zwei IS-Selbstmordattentäter und Schützen bei Angriff

Bei dem Terrorangriff am Flughafen in Kabul haben sich nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums mindestens zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Nach den Detonationen hätten eine Reihe von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) das Feuer auf Zivilisten und Soldaten eröffnet, sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt, am Donnerstag in einer Videoschalte mit Journalisten im Pentagon.

26. August, 21 Uhr: Pentagon: Zwölf US-Soldaten bei Anschlag in Kabul getötet

Bei dem Anschlag außerhalb des Flughafens von Kabul sind nach Angaben der US-Regierung zwölf amerikanische Soldaten getötet worden. Das sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt, am Donnerstag in einer Videoschalte mit Journalisten im Pentagon. 15 US-Soldaten seien verletzt worden.

26. August, 19.55 Uhr: Kreise: UN-Generalsekretär lädt Vetomächte zu Krisensitzung ein

Angesichts der chaotischen Situation und der angespannten Sicherheitslage in Afghanistan hat UN-Generalsekretär António Guterres die Vetomächte zu einem Krisentreffen eingeladen. Diplomatenkreisen zufolge sollen die Botschafter der USA, Chinas, Russlands, Großbritanniens und Frankreichs am Montag in New York mit dem UN-Chef zusammenkommen, um sich über die Lage auszutauschen

26. August, 19.30 Uhr: Pentagon: Mehrere US-Soldaten bei Anschlag in Kabul getötet

Bei dem Anschlag außerhalb des Flughafens von Kabul sind nach Angaben der US-Regierung mehrere amerikanische Soldaten getötet worden. Das teilte der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Donnerstag mit, ohne eine genaue Zahl zu nennen. Mehrere US-Soldaten seien verletzt worden, auch mehrere Afghanen seien der Attacke zum Opfer gefallen.

26. August, 19 Uhr: Taliban: Mindestens 13 Tote bei Anschlag am Flughafen Kabul

Bei dem Anschlag am Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul sind nach Angaben der militant-islamistischen Taliban mindestens 13 Menschen getötet worden. Mindestens 52 weitere seien verletzt worden, teilte der Sprecher des politischen Büros der Taliban in Doha am Donnerstag mit.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) geht davon aus, dass es in der afghanischen Hauptstadt Kabul einen oder mehrere Selbstmordanschläge gegeben hat. Sie sagte am Donnerstag in Berlin, dies sei ein "absolut niederträchtiger Anschlag in einer sehr, sehr angespannten Situation".

26. August, 17.30 Uhr: Mindestens sechs Tote nach Anschlag bei Kabuler Flughafen

Bei dem Anschlag am Flughafen Kabul sind der Nichtregierungsorganisation Emergency zufolge mindestens sechs Menschen getötet worden. Mehr als 30 weitere seien verletzt worden, teilte Emergency am Donnerstag auf Twitter mit. Die Nichtregierungsorganisation betreibt ein Krankenhaus vor Ort.

26. August, 17.15 Uhr: Pentagon: Amerikaner bei Anschlag in Kabul zu Schaden gekommen

Bei einem Anschlag außerhalb des Flughafens von Kabul sind nach Angaben der US-Regierung auch Amerikaner zu Schaden gekommen. Das schrieb der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Donnerstag auf Twitter und bezeichnete den Angriff an einem der Flughafen-Tore als "komplexe Attacke". Eine Zahl von Toten oder Verletzten nannte er nicht. Kirby bestätigte außerdem, dass es zu einer weiteren Explosion bei einem nahe gelegenen Hotel gekommen sei.

26. August, 16.40 Uhr: Letzte geplante Rettungsflüge der Bundeswehr in Kabul gestartet

Die letzten Maschinen der Bundeswehr zur Rettung von Deutschen und einheimischen Mitarbeitern aus Afghanistan sind am Donnerstag abgehoben. Die letzten drei Flugzeuge starteten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur am frühen Abend (Ortszeit) vom Flughafen Kabul aus mit dem Ziel Taschkent in Usbekistan.

26. August, 16 Uhr: Pentagon: Explosion außerhalb des Flughafens in Kabul

Außerhalb des Flughafens der afghanischen Hauptstadt Kabul ist es zu einer Explosion gekommen. Das schrieb der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, am Donnerstag auf Twitter. Über mögliche Opfer sei bislang noch nichts bekannt. Das Ministerium werde weitere Details bekanntgeben, sobald diese verfügbar seien. In den vergangenen Tagen hatte es zunehmend Warnungen vor Terroranschlägen rund um den Flughafen in Kabul gegeben. Mehr dazu lesen Sie hier.

26. August, 14.30 Uhr: USA und Verbündete fliegen erneut Tausende Menschen aus Kabul aus - Bundeswehreinsatz endet heute

In den Endzügen der militärischen Evakuierungsmission in Afghanistan sind binnen 24 Stunden erneut mehr als 13 000 Menschen aus Kabul ausgeflogen worden. Das Weiße Haus teilte am Donnerstag mit, zwischen dem frühen Mittwochmorgen und dem frühen Donnerstagmorgen habe das US-Militär rund 5100 Menschen außer Landes gebracht, Flugzeuge von Verbündeten wiederum hätten im gleichen Zeitraum rund 8300 Menschen evakuiert. Seit dem Start des Evakuierungseinsatzes Mitte August hätten die Vereinigten Staaten und ihre Partner insgesamt mehr als 95 000 Menschen ausgeflogen.

Unter Warnungen vor Terroranschlägen in der afghanischen Hauptstadt Kabul steuern die militärischen Rettungsflüge von dort auf ein Ende zu. Die Bundeswehr flog am Donnerstag mit einem ihrer letzten Evakuierungsflüge 150 weitere Menschen aus.

Belgien, Dänemark und Polen stellten die Evakuierungen bereits ein, die Niederlande planten das noch für Donnerstag, Frankreich für Freitag. Die USA wollen ihre Truppen bis zum kommenden Dienstag aus Kabul abziehen. Und ohne die Unterstützung der USA sehen sich die anderen westlichen Staaten nicht in der Lage, ihre Evakuierungsflüge fortzusetzen. Das US-Militär kontrolliert den Flughafen in Kabul und hat dort mehrere Tausend Soldaten stationiert, die den Evakuierungseinsatz absichern.

26. August, 10.30 Uhr: Augenzeuge: Noch mehr Menschen bei Eingang zu Flughafen Kabul

Ungeachtet Terrordrohungen ist an einem Eingang zum Flughafen Kabul die Zahl der dort versammelten Menschen erneut gestiegen. Das berichtete ein Augenzeuge der Deutschen-Presse Agentur am Donnerstag. Er befinde sich den dritten Tag nun bereits bei einem Tor am östlichen Teil des Flughafens, aber so viele Menschen habe er an keinem Tag davor gesehen. Die Menschen stünden "so eng aneinander wie Ziegel einer Mauer". Man könne keinen Meter weit kommen. Er sei rund 200 Meter vom Eingang entfernt, und es würde das Leben seines Kindes oder seiner Frau kosten, wenn er versuchte, diese 200 Meter zu überwinden.

In einem von dem Augenzeugen übermittelten Video sieht man Menschen mit Dokumenten in der Hand winken. Sie rufen "Help me!" - helfen Sie mir - und stehen Schulter an Schulter in der prallen Sonne. In der Menge sind auch Kinder und Frauen, man hört auch Babys weinen.

26. August, 9 Uhr: Frankreich will Evakuierungsflüge am Freitag einstellen

Frankreich will seinen Evakuierungseinsatz in Afghanistan nach den Worten von Premierminister Jean Castex am Freitag beenden. "Von morgen Abend an können wir nicht länger Evakuierungen vom Flughafen Kabul aus durchführen", sagte Castex am Donnerstagmorgen dem französischen Sender RTL. Frankreichs Regierung begründet den anvisierten Abbruch des Rettungseinsatzes mit dem bevorstehenden Truppenabzug der USA.

Die USA wollen bis zum 31. August ihren Militäreinsatz in Afghanistan beendet haben. Die US-Regierung betonte allerdings zuletzt, es gebe keine "Frist" für ihre Bemühungen, ausreisewilligen US-Amerikanern oder Afghanen zu helfen. Auch die Bundeswehr will ihre Evakuierungsflüge in den kommenden Tagen einstellen.

26. August, 7 Uhr: Gefahrenlage am Flughafen Kabul erreicht neue Ausmaße

Die Sicherheitslage rund um den Flughafen von Kabul spitzt sich wenige Tage vor dem mutmaßlichen Ende der militärisch gesicherten Evakuierungen erheblich zu. Die deutsche Botschaft in Afghanistan und andere Stellen warnen vor Terrorgefahr rund um den Airport der afghanischen Hauptstadt. "Aufgrund der Sicherheitsbedrohungen vor den Toren des Flughafens Kabul raten wir US-Bürgern, derzeit nicht zum Flughafen zu reisen und die Tore des Flughafens zu meiden", teilte die US-Botschaft in der Nacht zu Donnerstag mit - ohne die Bedrohungslage genauer zu benennen. Gleichzeitig schwindet die Zeit für die Evakuierungen.

US-Bürger, die sich derzeit am Abbey Gate, East Gate oder North Gate aufhielten, sollten das Gebiet "sofort" verlassen, warnte die US-Vertretung in Kabul. Die britische Regierung forderte Bürgerinnen und Bürger in der Nähe des Flughafens auf, sich an einen sicheren Ort zu begeben und auf weitere Anweisungen zu warten. Sie sprach in ihren Reisehinweisen am Mittwoch von einer "weiterhin hohen Bedrohung durch Terroranschläge". Die deutsche Botschaft warnte in einem Schreiben an deutsche Staatsbürger vor Schießereien und Terroranschlägen.

Lesen Sie hier Teil 1 unseres Newsblogs zur Lage in Afghanistan.