Flut in Bayern und Deutschland

Wetterdienst: Nacht in den Hochwassergebieten ohne schweren Regen - Innenminister fordern mehr Geld für Warnsirenen

Ein mit Ästen und Textilien bedecktes und zerstörtes Auto steht in Bad Münstereifel nach der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen.

Ein mit Ästen und Textilien bedecktes und zerstörtes Auto steht in Bad Münstereifel nach der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen.

Bild: Thomas Banneyer, dpa

Ein mit Ästen und Textilien bedecktes und zerstörtes Auto steht in Bad Münstereifel nach der Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen.

Bild: Thomas Banneyer, dpa

Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands sollen mehr Sirenen in Deutschland aufgebaut werden. Alle Details im News-Ticker.
25.07.2021 | Stand: 17:17 Uhr

Aktuelle Zusammenfassung, Stand Sonntag, 25. Juli, 16 Uhr:

  • Die Zahl der bestätigten Todesopfer wegen der verheerenden Überflutungen im Westen Deutschlands ist auf 179 gestiegen, Dutzende werden noch vermisst.

Alle aktuellen Hochwasser-News in unserem Ticker:

Sonntag, 25. Juli, 17.15 Uhr: Übergriffe gegen ehrenamtliche Helfer

Während viele in den Hochwassergebieten helfen wollen oder Hilfe suchen, gehen andere offenbar auf Helfer los. "Leider kam es in den letzten Tagen vereinzelt zu Übergriffen gegen unsere ehrenamtlichen Helfer", erklärte das Technische Hilfswerk (THW) auf Twitter. Die Vize-Präsidentin des THW, Sabine Lackner erklärte "Zeit Online": "Das sind Vorfälle, die ich in meiner Zeit beim Technischen Hilfswerk in 20 Jahren noch nicht erlebt habe." Die Mitarbeiter seien nicht nur beworfen worden, sondern auch fotografiert worden. Die Angreifer hätten teilweise mit gefälschten Journalistenausweisen agiert.

Die Polizei kündigte an, bei Übergriffen gegen Helfer einzuschreiten: "Wir schützen alle Helferinnen und Helfer und werden nicht tolerieren, dass diese angegriffen oder angefeindet werden."

Sonntag, 25. Juli, 16.35 Uhr: Katastrophengebiet im Ahrtal bleibt für Individualverkehr gesperrt

Im Hochwasser-Katastrophengebiet an der Ahr wird seit Sonntag tonnenweise Unrat abtransportiert. Unterstützt von Landwirten sollen Entsorgungsfirmen ihn auf Deponien bringen, wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) mitteilte. Sie untersagt Individualverkehr bis einschließlich Montag weitgehend, damit die Müllfahrzeuge freie Fahrt haben. "Nur wenn der Unrat schnellstmöglicht aus den betroffnen Gebieten entfernt wird, können wir die Infrastruktur Stück für Stück wieder herstellen und mögliche Gesundheitsgefahren durch Müllablagerung eliminieren", sagte Florian Stadtfeld vom Polizeipräsidium Koblenz in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Der Abtransport soll auch über die A61 laufen. Dort müssen Autofahrer mit Verkehrsbeeinträchtigungen rechnen. Freiwillige Helfer durften am Sonntag wieder in das Krisengebiet. Sie sollten die Shuttlebusse einer privaten Initiative für die Anfahrt nutzen. "Jeder Helfer ist nicht nur erwünscht, sondern wird auch dringend gebraucht", erklärte die Leiterin des Katastrophenschutzstabs, Begoña Hermann.

Sonntag, 25. Juli, 15.55 Uhr: Politik macht sich Gedanken über Warnsystem

Um bei schweren Unwettern künftig besser vorbereitet zu sein, macht sich die Politik Gedanken um das Warnsystem in Deutschland. "Wir brauchen weniger Zuständige und kürzere Meldewege", sagte Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) der "Bild am Sonntag". "Und wir müssen klären, wie oft und mit welcher Intensität gewarnt wird. Einige Apps melden jedes Gewitter - mit der Folge, dass die Menschen abstumpfen und eine große Gefahr gar nicht mehr ernst nehmen."

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Merkel zu Flutgebieten: "Der Wiederaufbau wird lange dauern"

Braun schlägt für die Zukunft ein dreistufiges Warnsystem aus Apps, dem sogenannten Cell Broadcasting und Sirenen vor: "Apps können vor allgemeinen Gefahren warnen und viele Informationen transportieren", erklärte er. "Bei dringenden Notlagen oder Evakuierungen kann das Cell Broadcasting, das wir als Regierung einführen wollen, alle Handys in einer bestimmten Funkzelle mit einer Nachricht erreichen." Und der Sirenenalarm mache klar, dass unmittelbarer Handlungsbedarf bestehe. "Dafür sollten wir in ganz Deutschland wieder Sirenen in Betrieb nehmen."

(Lesen Sie auch: So werden Menschen in Kempten und dem Oberallgäu vor Katastrophen gewarnt)

Sonntag, 25. Juli, 15.15 Uhr: Süden und Südwesten Deutschlands von Unwettern betroffen

Heftiger erwischte es an diesem Wochenende das Saarland, den Süden und Südwesten Deutschlands. Dort gewitterte und regnete es kräftig. In Stuttgart gab es Überschwemmungen in Teilen der Innenstadt, in mehreren Gemeinden im Kreis Heilbronn knickten Bäume um. Im Kreis Ludwigsburg wurden mehrere Straßen überschwemmt und Gullydeckel hochgehoben.

Zudem blieb ein Auto in einer überschwemmten Straße stecken, das Wasser stand einen halben Meter hoch. Die Insassen kletterten auf das Autodach und wurden von der Feuerwehr befreit. Auch am Sonntag wurden Gewitter erwartet, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg. "Die Luft ist sehr feucht und warm, da kann es brodeln", sagte die DWD-Sprecherin.

Sonntag, 25. Juli, 9 Uhr: Wetterdienst: Nacht in den Hochwassergebieten ohne schweren Regen

Die vergangene Nacht ist in den Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen - entgegen vorheriger Befürchtungen - nahezu trocken geblieben. Nach einigen Niederschlägen am Samstagnachmittag habe es in der Nacht in den Regionen kaum noch geregnet, sagte eine Sprecherin vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Sonntagmorgen. Beispielsweise in der Nordeifel seien am Samstag im Schnitt fünf bis zehn Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Die Sprecherin betonte aber auch, dass in der jetzigen Situation schon kleine Mengen Niederschlag zum Problem werden könnten, da Abflüsse verstopft und die Kanalisationen beschädigt sind.

Sonntag, 25. Juli, 8.15 Uhr: Erneut Unwetter in Belgien: Autos weggespült und Häuser evakuiert

Nur gut eine Woche nach heftigen Überschwemmungen mit Dutzenden Toten wird Belgien vom nächsten Unwetter getroffen. Mehr dazu lesen Sie hier.

Sonntag, 25. Juli, 8 Uhr: Innenminister fordern mehr Geld für Warnsirenen

Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands sollen mehr Sirenen in Deutschland aufgebaut werden - aber mehrere Landesinnenminister halten die dafür bereitgestellten Fördermittel für unzureichend. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte der "Welt am Sonntag": "Ich begrüße das Förderprogramm zur Aufstellung von Sirenen des Bundes, das aber noch deutlich aufgestockt werden sollte." Gerade nachts und bei drohenden Lebensgefahren brauche man den durchdringenden Sirenenwarnton, um möglichst alle Bürger zu erreichen, sagte Herrmann.

Sonntag, 25. Juli, 5 Uhr: Mitarbeiter des THW räumen auf - Ablösung für NRW und Rheinland-Pfalz

Nach knapp einer Woche erfolgt die erste Ablösung der Hilfskräfte des THW (Technischen Hilfswerks) in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. Die Mitarbeiter des nördlichen Verbandes waren zuvor in den Norden zurückgekehrt, wie der Landesverband des Hamburger THW mitteilte. Ihre Ablösung machte sich in der Nacht zum Sonntag auf den Weg in die vom Unwetter verwüsteten Gebiete. Dabei bleibt ihr Auftrag das Bergen von Menschen sowie das Aufräumen und Wiederaufbauen der Orte. Nach etwa einer Woche werden die in der Nacht aufgebrochenen Hilfskräfte wiederum von weiteren Kameradinnen und Kameraden abgelöst.

Das Technische Hilfswerk ist die ehrenamtliche Einsatzorganisation des Bundes. Die technischen und logistischen Arbeiten zum Katastrophen- und Bevölkerungsschutz werden dabei von rund 80 000 ehrenamtlichen Helfern getragen. Das THW kann zudem durch die Bundesregierung weltweit eingesetzt werden.

Samstag, 24. Juli, 22 Uhr: Erneuter Regen in Katastrophengebieten - Risiko: vermüllte Abflüsse

Rund eineinhalb Wochen nach dem Hochwasser haben in den Katastrophengebieten im Westen Deutschlands erneut Regenfälle eingesetzt. In Rheinland-Pfalz wurden Evakuierungen angeboten - die Lage sei aber nicht so verschärft wie in der vergangenen Woche, sagte die Leiterin des Katastrophenschutzstabs, Begona Hermann. In Nordrhein-Westfalen rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) für dieses Wochenende mit keiner neuen Unwetter-Katastrophe. In einzelnen, schon von Hochwasser geschädigten Gebieten könne es aber ab Samstagabend punktuell zu Problemen kommen.

Samstag, 24. Juli, 6.15 Uhr: "Stark": Sarah Connor widmet neuen Song Hochwasser-Betroffenen

"Bitte, gib noch nicht auf, ich halt‘ dich fest bei mir": Sängerin Sarah Connor hat die Premiere ihres neuen Songs "Stark" am Freitagabend den Betroffenen der Flutkatastrophe gewidmet. "Wir brauchen jetzt was, das tröstet", sagte die 41-Jährige in der ARD-Benefizgala "Wir halten zusammen". Mehr darüber lesen Sie hier.

Samstag, 24. Juli, 6 Uhr: THW-Helfer in Flutgebieten beschimpft und mit Müll beworfen

Ehrenamtliche des Technischen Hilfswerks (THW) sind bei ihrem Einsatz in westdeutschen Flutgebieten mitunter unfreundlich empfangen worden. "Das geht dann soweit, dass unsere Helferinnen und Helfer beschimpft werden", sagte die Vize-Präsidentin des THW, Sabine Lackner, am Samstag im RTL/ntv-"Frühstart". "Wenn sie mit Einsatzfahrzeugen unterwegs sind, werden sie mit Müll beschmissen", fügte Lackner hinzu. Hinter den Angriffen seien vor allem Querdenker oder Menschen aus der Prepper-Szene, die sich als betroffene der Flutkatastrophe ausgäben, sowie einige frustrierte Flutopfer.

Samstag, 24. Juli, 5.45 Uhr: Menschen in Flutregion bereiten sich auf neuen Regen vor

Nach den verheerenden Überflutungen blicken die Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen mit Sorge auf die Wetterprognosen fürs Wochenende. "Ich habe im Augenblick keine Hinweise darauf, dass Wassermengen drohen wie das der Fall gewesen ist", sagte der Innenminister von Rheinland-Pfalz, Roger Lewentz (SPD), am Freitag in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Dennoch trifft der Krisenstab Vorkehrungen. Rückzugsmöglichkeiten für die Bevölkerung sind laut Lewentz ebenso vorbereitet wie mögliche Lautsprecherdurchsagen für Warnungen. Man beobachte die Meldesituation "ganz, ganz aufmerksam", ergänzte er. Mehr darüber lesen Sie hier.

Freitag, 23. Juli, 19 Uhr: Stadt Hagen warnt vor Krankheitserregern im Hochwasser-Schlamm

Beim Aufräumen der Hochwasser-Schäden sollten Helfer unbedingt wasserabweisende Schutzkleidung und Handschuhe tragen. Der zurückgebliebene Schlamm sei häufig mit Krankheitserregern verseucht, teilte die Stadt Hagen am Freitag mit. Dort seien bereits Magen-Darm-Erkrankungen und Wundinfektionen im Zusammenhang mit den Reinigungsarbeiten aufgetreten.

Vor dem Kontakt mit Lebensmitteln und vor dem Rauchen sollten die Hände gründlich gewaschen werden, riet die Stadt. Lebensmittel, die in Kontakt mit dem Schlammwasser gekommen sind, dürften nicht mehr verzehrt werden. Das gelte auch für im Garten angebautes Gemüse, das überschwemmt war. Kleinere Verletzungen müssten desinfiziert werden, bei größeren und tieferen Wunden solle man einen Arzt aufsuchen. Helfer sollten ihren Tetanus-Schutz überprüfen und gegebenenfalls auffrischen.

Freitag, 23. Juli, 12.18 Uhr: Gewitter und Starkregen drohen - Sorge in Katastrophengebieten

Am Wochenende droht den Menschen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Regionen im Westen Deutschlands erneut Starkregen. In Nordrhein-Westfalen soll es wieder kräftige Regenschauer und Gewitter geben. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag in Essen mitteilte, muss am Samstagnachmittag und -abend vereinzelt mit Unwettergefahr durch Starkregen gerechnet werden. Wo genau die Unwetter auftreten könnten, war am Freitagmorgen noch unklar. "Eine genaue Lokalisierung der Schwerpunkte wird - wenn überhaupt - nur sehr kurzfristig möglich sein", teilte der DWD mit.

Auch in Rheinland-Pfalz und im Saarland erwarten Meteorologen am Wochenende erneut starke Schauer und Gewitter. Nach der Prognose des DWD muss am Samstag lokal eng begrenzt mit heftigem Starkregen mit Regenmengen bis zu 40 Litern pro Quadratmeter gerechnet werden. Bis Samstagvormittag kann es laut Prognose im Südwesten von Rheinland-Pfalz und im Saarland erste, lokale Starkregenfälle mit einer Niederschlagsmenge von bis zu 15 Litern pro Quadratmeter geben. Auch in Bayern könnten schwere Unwetter erneut zu starken Regenfällen führen - und damit die Pegel der Flüsse wieder steigen lassen.

Freitag, 23. Juli, 9.34 Uhr: Glockenläuten und Gebet für Hochwasser-Opfer

Als Zeichen der Solidarität und im Gedenken an die vielen Opfer der Flutkatastrophe läuten am Freitagabend (18.00 Uhr) bundesweit in vielen Kirchen die Glocken. Die evangelischen Landeskirchen haben gemeinsam mit katholischen Bistümern zum Geläut mit anschließender Andacht aufgerufen. So haben auch viele Gemeinden in den Katastrophengebieten große Schäden durch das Hochwasser erlitten, hieß es beim Erzbistum Köln. Die Gesamtzahl der Todesopfer war bis Donnerstag auf 175 gestiegen, viele Menschen gelten noch als vermisst.

Freitag, 23. Juli, 9.31 Uhr: Nach Hochwasser: Bestattern fehlt es teils an Transportwagen

Nach der Hochwasserkatastrophe fehlt es einigen Bestattern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz offenbar an Transportwagen. "Es gibt nur eine sehr begrenzte Anzahl von Bestattungsfahrzeugen, die sind erst mal unersetzlich", sagte ein Sprecher des Bestatterverbands Nordrhein-Westfalen am Donnerstag. Viele der betroffenen Autos standen etwa bei den verheerenden Fluten in der Garage neben Bestatterinstituten und seien dann - genauso wie die Geschäfte - mit Wasser vollgelaufen.

Allerdings "fehlen die dann nur in einzelnen Unternehmen". Man könne sich untereinander gut unterstützen, indem Kollegen etwa unbeschädigte Transportwagen ausleihen. Die Fahrzeuge sind den Angaben des Sprechers zufolge Einzelanfertigungen und werden nur auf Anfrage hergestellt. Deshalb sei es schwierig, diese zu ersetzen. Der gesamte Schaden sei noch nicht klar.

Bestatterunternehmen des Landesverbands hatte das Hochwasser besonders in Wuppertal, Ahrweiler, Euskirchen und Hagen stark getroffen. "Wir hatten Wasser bei mehreren Kollegen in den Geschäftsräumen", berichtete der Sprecher. Es wurden aber keine Kühlräume oder dort untergebrachte Verstorbene von den Fluten getroffen. In Orten, die von Stromausfällen betroffen waren, hätten Kollegen die Verstorbenen zum Beispiel abgeholt und bei sich in den Bestattungshäusern untergebracht, um sie zu kühlen.

Über 1050 Bestatterunternehmen sind im Landesverband in NRW gemeldet, Rheinland-Pfalz zählt den Angaben zufolge über 200 Mitgliedsunternehmen.

Freitag, 23. Juli, 9.29 Uhr: Bahn: Viele Schäden bis Jahresende beseitigt - manches dauert Jahre

Die Deutsche Bahn ist zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres die größten Schäden in den von der Flutkatastrophe betroffenen Gebieten behoben werden können und der Verkehr wieder weitgehend normal läuft. In manchen Regionen, vor allem in Rheinland-Pfalz, könnte es hingegen länger dauern. "Etwa an Eifel und Ahr ist von den bisherigen Strecken und Anbindungen wahrlich nichts mehr zu erkennen", sagte der Vorstand für Anlagen- und Instandhaltungsmanagement bei der Bahn-Tochter DB Netz, Volker Hentschel, am Freitag. "Hier reden wir von Monaten, wenn nicht sogar an einigen Stellen von Jahren."

Die Bahn schätzt die Schäden an Strecken, Bahnhöfen und Fahrzeugen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auf insgesamt rund 1,3 Milliarden Euro. Derzeit liefen Gespräche über die Finanzierung mit dem Bund. 600 Kilometer Gleise seien betroffen sowie 50 Brücken und Dutzende Stationen und Haltepunkte. 180 Bahnübergänge, 40 Stellwerke und mehr als 1000 Oberleitungs- und Signalmaste seien so schwer beschädigt, dass sie voraussichtlich erneuert werden müssten, sagte Hentschel.

Erneuert werden müssten auch ganze Abschnitte. Dazu gehörten unter anderem mehrere Strecken über Euskirchen, wie die Erfttalbahn, die Eifelstecke und die Voreifelbahn; außerdem die NRW-Strecke der Linie S9 von Wuppertal-Vohwinkel bis Essen-Stehle sowie ein Teil der Ruhr-Sieg-Strecke Hagen-Plettenberg.

Freitag, 23. Juli, 8.40 Uhr: Mit Schlamm eingerieben - RTL-Reporterin entschuldigt sich

Dass sie sich vor einer TV-Schalte aus dem Hochwassergebiet selbst ihre Kleidung mit Matsch beschmiert hat, hat RTL-Moderatorin Susanna Ohlen als "schwerwiegenden Fehler" bezeichnet. "Mir als Journalistin hätte das niemals passieren dürfen. Als Mensch, dem das Leid aller Betroffenen zu Herzen geht, ist es mir passiert. Ich bitte um Verzeihung", schrieb sie in der Nacht zu Freitag auf Instagram. "Nachdem ich an den vorherigen Tagen bereits privat in der Region geholfen hatte, habe ich mich vor den anderen Hilfskräften an diesem Morgen geschämt, in sauberem Oberteil vor der Kamera zu stehen. Daraufhin habe ich mir, ohne zu überlegen, Schlamm auf meine Kleidung geschmiert."

Ohlen, die auch "Guten Morgen Deutschland" moderiert, war im RTL-Programm als Frau vorgestellt worden, die bei den Aufräumarbeiten in Bad Münstereifel tatkräftig mit anpacke. Im Internet tauchten Videoaufnahmen auf, die Ohlen beim Einreiben mit Matsch zeigen. "Das Vorgehen unserer Reporterin widerspricht eindeutig journalistischen Grundsätzen und unseren eigenen Standards. Wir haben sie daher direkt am Montag, nachdem wir davon erfahren haben, beurlaubt", sagte eine RTL-Sprecherin am Donnerstag.

Die RTL-Moderatorin Susanna Ohlen.
Die RTL-Moderatorin Susanna Ohlen.
Bild: Henning Kaiser/dpa

Donnerstag, 22. Juli, 20.23 Uhr: WDR: Hätten in Unwetternacht "engmaschiger" berichten müssen

Der Westdeutsche Rundfunk hat Lücken in seiner Berichterstattung in der Unwetternacht der vergangenen Woche eingeräumt. In seinen Programmen habe der WDR deutlich und wiederholt über die Gefahren und Auswirkungen des Hochwassers informiert, teilte der Sender am Donnerstag mit. Dazu seien lokale Warnmeldungen der Behörden aufgegriffen und redaktionell verarbeitet worden. "Nach sorgfältiger Prüfung hätte dies in der Nacht engmaschiger passieren müssen, zum Beispiel mit einer durchgehenden Sondersendung bei WDR 2", heißt es in der Mitteilung.

Donnerstag, 22. Juli, 17.50 Uhr: Weiteres Todesopfer in Euskirchen gefunden

Einsatzkräfte haben im schwer von der Unwetterkatastrophe getroffenen Kreis Euskirchen ein weiteres Todesopfer gefunden. Die Leiche sei am Mittwochnachmittag in der Stadt Schleiden in der Eifel entdeckt worden, teilte die Kölner Polizei am Donnerstag mit. Aussagen zur Identität, Alter, Auffindeort, Herkunft und Todesumständen würden nach wie vor nicht veröffentlicht - zum Schutz der Angehörigen.

Zugleich teilte die Behörde mit, dass eine bislang als Hochwasser-Opfer gezählte Person aus dem Kreis Euskirchen nunmehr aus der Statistik der Unwettertoten "rausgerechnet" werde. Eine Obduktion habe ergeben, dass sie an einer natürlichen Todesursache gestorben sein soll.

Im Kreis Euskirchen sind damit der Statistik zufolge weiterhin 26 Todesopfer der Hochwasserkatastrophe zu beklagen. Die Zahl der Menschen, die bei der Flut in ganz Nordrhein-Westfalen ihr Leben verloren, beträgt damit nach bisherigen Erkenntnissen weiterhin 47. Zwei Personen gelten noch als vermisst, wie die Kölner Polizei mitteilte.

Donnerstag, 22. Juli, 17 Uhr: Gewittergefahr im Westen

Nach der Flutkatastrophe sind die Aufräum- und Rettungsmaßnahmen noch im vollen Gange - da blicken die Menschen in den betroffenen westdeutschen Gebieten bereits wieder mit Sorge auf die Wetteraussichten für das Wochenende. Es könne erneut Starkregen geben, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Donnerstag - wo genau, sei derzeit aber noch nicht genau vorherzusagen.

Donnerstag, 22. Juli, 16.05 Uhr: Zehntausende Corona-Impfdosen für Katastrophengebiete

In die von der Hochwasserkatastrophe gezeichneten Gebiete sollen Zehntausende Corona-Impfdosen geliefert werden. Das Bundesgesundheitsministerium habe den betroffenen Ländern zusätzlichen Impfstoff angeboten, teilte eine Sprecherin am Donnerstag in Berlin mit. Damit könnten niedrigschwellige Impfangebote vor Ort gemacht werden. Rheinland-Pfalz habe dieses Angebot bereits angenommen und erhalte 23.400 zusätzliche Impfdosen Biontech. Sie sollen durch mobile Teams zum Beispiel dort verimpft werden, wo die Arztpraxen aufgrund des Hochwassers schließen mussten, hieß es. Neben Impfstoff sollten bei Bedarf auch Masken, Tests und Medikamente geliefert werden.

Donnerstag, 22. Juli, 15.15 Uhr: Soforthilfen für Hochwasser-Opfer ausgeweitet

Der Freistaat stellt in weiteren Regionen Geld für Hochwasseropfer bereit. "Damit können auch Hochwasser-Betroffene aus den Landkreisen Haßberge und Forchheim sowie der Stadt Hof und der Stadt Ansbach Soforthilfen beantragen", sagte Finanzminister Albert Füracker (CSU) am Donnerstag in München. Ab Freitag können Betroffene aus diesen Regionen Geld bei den Landratsämtern oder Städten beantragen.

Pro Haushalt stehen 5000 Euro zur Verfügung. Für Ölschäden an Wohnhäusern werden bis zu 10.000 Euro gewährt. Insgesamt nimmt der Freistaat 50 Millionen Euro für Soforthilfen in die Hand.

Donnerstag, 22. Juli, 15.05 Uhr: Koalition will Ausbau der Warnsysteme in Bayern prüfen

Die bayerische Regierung will einen Ausbau der Warnsysteme in Bayern prüfen. Das sei laut dpa eine Konsequenz aus der Hochwasserkatastrophe. Man wolle prüfen, ob eine Mischung aus Sirenen, Warn-Apps und zusätzlichen Push-SMS sinnvoll sei, sagte der CSU-Abgeordnete Marcel Huber am Donnerstag im Landtag in München.

Donnerstag, 22. Juli, 11.13 Uhr: 31 Straftaten in Hochwassergebieten in Rheinland-Pfalz registriert

In den rheinland-pfälzischen Hochwassergebieten hat die Polizei bisher 31 Straftaten festgestellt. Davon seien 25 mit Eigentumsbezug, berichtete Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Donnerstag in einer Sondersitzung von drei Fachausschüssen des Landtags in Mainz. Es habe vier vorläufige Festnahmen gegeben. Konkrete Hinweise zu Plünderungen lägen aber nicht vor. "Bisherige Meldungen über eine angebliche Vielzahl von Plünderungen haben sich bislang nicht bestätigt."

Donnertag, 22. Juli, 10.52 Uhr: DWD-Klimaforscher: Unwetterkatastrophe war "Jahrhundertereignis"

Die extremen Starkregenfälle, die in der vergangenen Woche in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen die Hochwasserkatastrophe auslösten, sind nach Einschätzung von Klimaforschern "mindestens als Jahrhundertereignis" einzustufen. In der am Donnerstag veröffentlichten klimatologischen Einordnung des Deutschen Wetterdienstes hieß es, an einer ungewöhnlich großen Zahl von Stationen im Westen seien bisherige Rekorde weit übertroffen wurden. Innerhalb weniger Stunden oder Tage sei im Mittel über ganze Flusseinzugsgebiete das 1,5 bis zweifache des mittleren Niederschlages im Juli bezogen auf die Referenzperiode 1991-2020 erreicht worden.

Die Extremniederschläge stehen zudem in einer Serie von Starkregen-Ereignissen seit Mai, so die DWD-Klimafachleute. Bereits jetzt rangiere das Jahr 2021 unter den Top fünf der Jahre mit den meisten aufgetretenen Einzelereignissen seit 2001. Grund zur Entwarnung gebe es nicht. Denn die meisten und intensivsten Starkniederschläge treten den Angaben zufolge in Deutschland in der Regel zwischen Mai und September auf. "Es ist also davon auszugehen, dass noch weitere Ereignisse in 2021 hinzukommen werden", hieß es. Grundsätzlich könne Starkniederschlag an jedem Ort in Deutschland auftreten. "Es gibt jedoch eine Tendenz, dass Extremereignisse mit steigender Dauerstufe vermehrt in den Mittel- und Hochgebirgsregionen auftreten."

Donnerstag, 22. Juli, 10.43 Uhr: Bisher 128 Menschen nach Hochwasser in Rheinland-Pfalz tot geborgen

Im Hochwasser-Katastrophengebiet im Norden von Rheinland-Pfalz sind bisher 128 Menschen tot geborgen worden. Das teilte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Donnerstag in einer Sondersitzung von drei Fachausschüssen des Landtags mit. "Wir müssen von der schrecklichen Annahme ausgehen, dass diese Zahl noch steigen wird." Die Menschen im Katastrophengebiet seien an Leib und Seele verletzt. Dreyer würdigte den Einsatz der Rettungskräfte, diese katastrophale Situation zu bewältigen. Am Nürburgring sei "eine gigantische Helferstadt" entstanden. Bei allem Leid zeige die Katastrophe: "Rheinland-Pfalz steht zusammen." Die Regierungschefin sagte: "Der Wiederaufbau wird langwierig werden und sehr viel Geld kosten. Dafür brauchen wir eine nationale Kraftanstrengung."

Donnerstag, 22. Juli, 9.40 Uhr: DRK zieht erste Bilanz des Flut-Einsatzes: 172 Tote

Bei der Hochwasser-Katastrophe kamen nach bisherigen Erkenntnissen mindestens 172 Menschen ums Leben. Noch immer wurden Menschen vermisst - die meisten im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. Teile der Region haben noch immer weder Wasser noch Strom. Mehr dazu lesen Sie hier.

Donnerstag, 22. Juli, 8.30 Uhr: Rechtsextremisten geben sich im Katastrophengebiet als "Kümmerer vor Ort" aus - Polizei hat auch Querdenker im Blick

"Wir wissen um die Anwesenheit aus den sozialen Medien und sind natürlich auch selbst präsent vor Ort", sagte ein Polizeisprecher. Man schaue nicht weg. "Wenn Personen aus diesem Spektrum sich da öffentlich darstellen, geht das an uns nicht vorbei. Wir bewerten das polizeilich." Am Dienstag hatte die Polizei Koblenz auf Twitter erklärt, ihr sei bekannt, dass sich aktuell Rechtsextremisten als "Kümmerer vor Ort" ausgäben. Der Sprecher sagte weiter, den Behörden sei bekannt, dass sich in dem von den Überflutungen besonders stark betroffenen Ahrweiler ein polizeiähnlicher Wagen mit der Aufschrift "Friedensfahrzeug" bewege. Mehr dazu lesen Sie hier.

Donnerstag, 22. Juli, 6.44 Uhr: DIHK rechnet mit Milliarden-Flutschäden bei Unternehmen

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet angesichts der Flutkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands mit massiven Schäden bei Unternehmen. DIHK-Präsident Peter Adrian sagte in Berlin, zwar sei es derzeit noch schwierig, eine genaue Summe zu nennen. "Was man sagen kann: Es sind Tausende von Unternehmen in allen Größenordnungen direkt oder indirekt durch Schäden an der Infrastruktur betroffen. Der Schaden geht insgesamt sicher in die Milliarden."

Viele Unternehmer stünden vor den Trümmern ihres Lebenswerks, sagte Adrian, der in Trier wohnt. Der Trierer Stadtteil Ehrang war von der Katastrophe ebenfalls hart getroffen. "Das sind schon schreckliche Folgen." Er selbst habe sich das in mehreren Regionen angeschaut. "Es macht einen fassungslos, wenn man sieht, was da passiert ist. Ich habe einen Betrieb für Schweißtechnik besucht. Das Gebäude ist zum Teil massiv beschädigt worden. Das ist eine Schlammwüste. Die Schweißroboter, die Maschinen und Anlagen - alles kaputt und verdreckt. Es gibt keinen Strom und kein Leitungswasser. Ich habe auch viele Transformatoren gesehen, die noch unter Wasser stehen."

Der Wiederaufbau werde eine Riesenaufgabe. Ein Problem sei auch hier der Mangel an Fachleuten. "Aktuell brauchen wir vor Ort zum Beispiel viele Elektriker, so viele gibt es aber gar nicht in den Regionen."

Donnerstag, 22. Juli, 6.36 Uhr: Unmengen von Sperrmüll nach der Flut - Vieles muss verbrannt werden

Nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands müssen die kommunalen Abfallentsorger Unmengen von Sperrmüll beseitigen. "Wir haben von einem Mitgliedsunternehmen aus dem Katastrophengebiet gehört, dass in drei Tagen die übliche Jahresmenge an Sperrmüll zusammengekommen sei", sagte der für die Abfallwirtschaft zuständige Vizepräsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Patrick Hasenkamp. Ein anderer Entsorger habe sogar von einer Sperrmüllmenge innerhalb weniger Tage berichtet, die mit dem Aufkommen der vergangenen drei Jahre vergleichbar sei. Zuverlässige Schätzungen der Müllmengen seien aber noch nicht möglich.

"Der Müll muss weg. Und das schnell, um Hygieneprobleme zu vermeiden und Verkehrshindernisse aus dem Weg zu räumen", sagte Hasenkamp. Vieles müsse wohl verbrannt werden. "Möbel und andere Gegenstände, die durch das Hochwasser unbrauchbar geworden sind, eignen sich nicht für ein stoffliches Recycling", erläuterte Hasenkamp, der Chef der Abfallwirtschaftsbetriebe Münster ist.

Mittwoch, 20.55 Uhr: Landesbetrieb: Hälfte der gesperrten Straßen wieder befahrbar

Rund die Hälfte der nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen gesperrten 200 Straßen ist wieder befahrbar. Das teilte der zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW am Mittwoch in Gelsenkirchen mit. "Wir arbeiten seit der vergangenen Woche unermüdlich daran, Verkehrswege – wo immer es geht – so schnell wie möglich wieder zugänglich zu machen", sagte die Direktorin Petra Beckefeld laut Mitteilung. Erst wenn eindeutig feststehe, dass auf einem vom Hochwasser betroffenen Streckenabschnitt keine Gefahr mehr besteht, gebe Straßen.NRW diesen wieder für den Verkehr frei.

Mittwoch, 18.26 Uhr: Bobbahn vom Hochwasser zerstört: Rodel-Weltcup vom Königssee nach Winterberg verlegt

Der Rennrodel-Weltcup am 1. und 2. Januar am Königssee wird nach Winterberg verlegt. Nach der schweren Zerstörung durch die Überflutung sind die Schäden an der Eisbahn in Schönau so groß, dass der Betrieb für mindestens ein Jahr nicht möglich ist. Mehr dazu hier.

Mittwoch, 16.55 Uhr: 123 Tote und 155 Vermisste in Rheinlandpfalz

Die Zahl der Menschen, die vor einer Woche bei der Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen sind, ist um einen auf 123 gestiegen. 760 Verletzte seien bisher behandelt worden, und 155 Menschen würden noch immer vermisst, sagte Polizei-Einsatzleiter Heinz Wolschendorf am Mittwoch in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Rund 40 000 Menschen seien von der Katastrophe betroffen. Pro Tag seien rund 2000 professionelle Helfer im Einsatz und etwa 300 Seelsorger und Psychologen aus der ganzen Bundesrepublik, sagte der Leiter des Krisenstabs, Thomas Linnertz.

Mittwoch, 16.50 Uhr: Bislang 47 Unwetter-Tote in NRW - Polizei korrigiert Zahl

Bei der Unwetterkatastrophe sind in Nordrhein-Westfalen nach bisherigen Erkenntnissen 47 Menschen ums Leben gekommen. Die Kölner Polizei korrigierte am Mittwoch ihre Angaben vom Vortag, wonach eine weitere Leiche in Bad Münstereifel gefunden und die Zahl der Toten im Kreis Euskirchen damit auf 27 gestiegen sei. Dies habe sich zwischenzeitlich nicht bestätigt, es gebe 26 Todesopfer im Kreis Euskirchen, teilte die Polizei am Mittwoch mit und entschuldigte sich für ihren Fehler.

Menschen räumen in Bad Münstereifel Schutt beiseite. Die Kölner Polizei korrigierte am Mittwoch ihre Angaben vom Vortag, wonach eine weitere Leiche in Bad Münstereifel gefunden und die Zahl der Toten im Kreis Euskirchen damit auf 27 gestiegen sei.
Menschen räumen in Bad Münstereifel Schutt beiseite. Die Kölner Polizei korrigierte am Mittwoch ihre Angaben vom Vortag, wonach eine weitere Leiche in Bad Münstereifel gefunden und die Zahl der Toten im Kreis Euskirchen damit auf 27 gestiegen sei.
Bild: Oliver Berg, dpa

Mittwoch, 16.30 Uhr: Kaufbeuren: Nach Flutkatstrophe schickt Humedica Hilfstransport nach NRW

Von Kaufbeuren aus schickt die Hilfsorganisation Humedica einen Hilfstransport mit Generatoren, Pumpen und anderen Hilfsgütern nach NRW, wo nach der Flutkatastrophe mehr als 160 Menschen gestorben sind. Außerdem wurden Einsatzkräfte alarmiert, die bei der medizinischen Versorgung der Menschen helfen sollen.

Mittwoch, 15.50 Uhr: THW: Wenig Hoffnung, noch Hochwasser-Überlebende zu finden

Knapp eine Woche nach Beginn der Hochwasser-Katastrophe im Westen Deutschlands schwinden die Hoffnungen, noch Überlebende in den betroffenen Orten zu finden. "Wir suchen aktuell noch nach Vermissten, etwa beim Räumen der Wege oder Auspumpen der Keller", sagte die Vizepräsidentin des Technischen Hilfswerks (THW), Sabine Lackner, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Zu diesem Zeitpunkt ist es aber leider sehr wahrscheinlich, dass man Opfer nur noch bergen kann, nicht mehr retten."

Die Zahl der Hochwasser-Todesopfer war innerhalb knapp einer Woche bis zum Dienstag auf mindestens 170 gestiegen. Aus Rheinland-Pfalz wurden 122 und aus Nordrhein-Westfalen 48 Unwetter-Tote bestätigt. Noch immer wurden noch Menschen vermisst - allein 155 im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. Rund 40 000 Menschen galten dort als betroffen von den Folgen des verheerenden Hochwassers und der Flut.

Mittwoch, 13.30 Uhr: 14 Schulen im Kreis Ahrweiler von Flut besonders hart betroffen

14 Schulen mit insgesamt rund 7000 Schülerinnen und Schüler sind im Kreis Ahrweiler besonders schwer von der Flutkatastrophe betroffen. Das hat eine erste Bestandsaufnahme in der Region ergeben, wie das rheinland-pfälzische Bildungsministerium am Mittwoch in Mainz mitteilte. Ministerin Stefanie Hubig (SPD) traf sich in Burgbrohl in dem Kreis mit Schulleitern, um einen ersten Eindruck von den Schäden zu bekommen.

Nun müsse unter anderem mit Schulträgern, Schulaufsicht sowie dem Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung geschaut werden, wie es nach den Sommerferien weitergehen könne, sagte Hubig. "Die Solidarität benachbarter Gemeinden spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle."

Mittwoch, 13 Uhr: Online-Plattform für Hochwasser-Hilfen errichtet

Das rheinland-pfälzische Sozialministerium hat eine Online-Plattform extra für Hilfsangebote nach der Flutkatastrophe errichtet. Das Portal "Fluthilfe" solle Hilfsangebote und Hilfesuchende zusammenbringen, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch. Bürgerinnen und Bürger können Angebote einstellen und zum Beispiel Sachspenden oder Unterkünfte anbieten. Betroffene können auf der Plattform angeben, was ihnen fehlt.

Auf dem Portal können sich zunächst nur Privatpersonen anmelden. Da in den betroffenen Gebieten nur eingeschränkt Internet und Geräte verfügbar seien, soll es auch möglich sein, dass angemeldete Menschen stellvertretend für andere Betroffene Angebote und Nachfragen vermitteln. Diese Funktion soll demnach in Kürze freigeschaltet werden.

Mittwoch, 12.15 Uhr: Seehofer stellt Warnung der Bevölkerung per SMS in Aussicht

Nach der verheerenden Flutkatastrophe im Westen Deutschlands geht Bundesinnenminister Horst Seehofer davon aus, dass die Bevölkerung vor Gefahren künftig auch per SMS gewarnt wird. Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, habe zur Warnung per Cell Broadcasting bereits im Frühjahr eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, sagte Seehofer am Mittwoch in Berlin. Schuster gehe davon aus, dass das noch vor der Bundestagswahl am 26. September erwartete Ergebnis positiv sein werde.

Beim Cell Broadcasting wird ähnlich wie bei einer SMS eine Nachricht an Handy-Nutzer verschickt - und zwar an alle Empfänger, die sich zu dem Zeitpunkt in der betreffenden Funkzelle aufhalten. Datenschützer halten diese Technologie, die in vielen anderen Staaten bereits genutzt wird, für relativ unbedenklich.

Mittwoch, 11.15 Uhr: Kabinett beschließt Soforthilfe für Hochwasseropfer

Eine Woche nach Beginn der Hochwasserkatastrophe hat das Bundeskabinett eine millionenschwere Soforthilfe auf den Weg gebracht. Der Bund beteiligt sich nach dem Beschluss vom Mittwoch mit bis zu 200 Millionen Euro zur Hälfte an den Hilfen aus den Bundesländern. Insgesamt stünden demnach bis zu 400 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Geld sollen die schlimmsten Schäden an Gebäuden und kommunaler Infrastruktur beseitigt und besondere Notlagen überbrückt werden.Außerdem ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant. Über dessen genaue Höhe soll aber erst entschieden werden, wenn das Ausmaß der Schäden besser absehbar ist. Nach der Katastrophe mit inzwischen mehr als 170 Todesopfern hatten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) schnelle unbürokratische Hilfen versprochen.

Mittwoch, 10.55 Uhr: Passau: Sperrungen nach Hochwasser aufgehoben

Nach dem Hochwasser von Donau und Inn hat die Stadt Passau Entwarnung gegeben. Für die beiden Flüsse lägen keine Meldestufen mehr vor, die Pegel würden laut Prognose weiter zurückgehen, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Alle Straßensperrungen seien aufgehoben.

Am Wochenende waren nach heftigen Unwettern Uferpromenade und tiefer liegende Parkplätze überflutet worden, einzelne Keller liefen voll Wasser. Die Donau erreichte am Sonntag Pegelstände von mehr als acht Metern. Dramatische Zustände blieben in der öfter von Überschwemmungen betroffenen Dreiflüssestadt aber aus. Am Mittwoch betrug der Donaupegel 6,93 Meter, der Pegel des Inn 3,98 Meter, wie die Stadt mitteilte.

Mittwoch, 9 Uhr: Altmaier zu Hochwasser-Hilfen: Am Geld wird es nicht scheitern

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier macht Hoffnung auf schnelle und weitreichende Hochwasser-Hilfen. Der CDU-Politiker sagte dem Deutschlandfunk am Mittwoch vor einem entsprechenden Kabinettsbeschluss: "Wir werden heute Klarheit schaffen, dass es am Geld nicht scheitern wird." Das Kabinett fasse heute den Beschluss, "damit wissen die Behörden der Länder, die kommunalen Behörden, die Landkreise aber auch die Landesbehörden, dass sie diese Soforthilfe auszahlen können".

Mit den Soforthilfen sollen die schlimmsten Schäden an Gebäuden und kommunaler Infrastruktur beseitigt und besondere Notlagen überbrückt werden.

Mittwoch, 5.45 Uhr: Tourismus im Krisenmodus: Auf Corona folgt die Hochwasserkatastrophe

Verwüstete Campingplätze, zerstörte Ferienhäuser und Hotels, beschädigte Brücken, Gleise und Straßen: Die Hochwasserkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands trifft den Tourismus in den betroffenen Gebieten hart. "Für die Gastgeber, die nach dem langen Corona-Lockdown nun im schlimmsten Fall ihre Existenzgrundlage verloren haben, ist es eine absolute Katastrophe", berichtete Michelle Schwefel, Geschäftsstellenleiterin des Deutschen Ferienhausverbandes. Insbesondere die Regionen im ländlichen Raum seien dringend auf den Tourismus angewiesen.

Mittwoch, 5.30 Uhr: Bundesregierung will Soforthilfe für Hochwasseropfer beschließen

Eine Woche nach Beginn der Hochwasserkatastrophe will die Bundesregierung an diesem Mittwoch millionenschwere Soforthilfen auf den Weg bringen. Damit sollen die schlimmsten Schäden an Gebäuden und kommunaler Infrastruktur beseitigt und besondere Notlagen überbrückt werden. Insgesamt geht es um etwa 400 Millionen Euro, die je zur Hälfte von Bund und Ländern getragen werden sollen. Außerdem ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant. Über dessen Höhe soll erst entschieden werden, wenn das Ausmaß der Schäden genauer absehbar ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, informieren sich im Stadtteil Iversheim über die Lage im vom Hochwasser der Erft betroffenen Gebiet und treffen Opfer der Flutkatastrophe.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und Armin Laschet, Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, informieren sich im Stadtteil Iversheim über die Lage im vom Hochwasser der Erft betroffenen Gebiet und treffen Opfer der Flutkatastrophe.
Bild: Christof Stache, dpa

Mittwoch, 5 Uhr: Vor einer Woche: Erste Notrufe im Hagener Dauerregen

Mit Hunderten verzweifelten Anrufen bei der Polizei in Hagen hat vor einer Woche, am 14. Juli, die Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz begonnen. Die Polizei der Stadt zwischen Ruhrgebiet und Sauerland berichtete in der Nacht zum Mittwoch von überschwemmten Straßen und vollgelaufenen Kellern. Von Hängen wurden Schlammmassen auf Straßen gespült, viele Ortsteile waren daher nicht mehr befahrbar - auch nicht von Einsatzfahrzeugen der Polizei und Feuerwehr.

In immer mehr Orten waren in kurzer Zeit mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Ein sich nur langsam bewegendes Tiefdruckgebiet namens "Bernd" über Westeuropa hatte für die heftigen Regenfälle gesorgt.

Dienstag, 21.25 Uhr: Branche lehnt Pflichtversicherung für Flutrisiken ab

Nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands wird wieder der Ruf nach einer Pflichtversicherung gegen Elementarschäden laut. Einige Ökonomen sind dafür, wobei sie das Prinzip nicht antasten wollen, dass höhere Risiken auch zu höheren Versicherungsprämien führen. Die Branche selbst lehnt dagegen eine obligatorische Versicherung gegen Extremwetterereignisse ab.

Eine solche Pflicht nähme Hausbesitzern und Unternehmen den Anreiz, gegen Flut- und andere Extremwetterrisiken vorzusorgen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, Jörg Asmussen, dem "Spiegel". Das könne dazu führen, dass entweder die Prämien für die Versicherungsnehmer unbezahlbar hoch oder am Ende die Risiken für die Versicherer untragbar groß würden. "Eine Pflichtversicherung kann am Ende nicht die Kosten der fehlenden Klimafolgenanpassung schultern."

Dienstag, 20.35 Uhr: Land Rheinland-Pfalz stellt Soforthilfen für Flutopfer bereit

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat für Betroffene der Hochwasserkatastrophe in dem Bundesland Soforthilfen bis zu 3500 Euro pro Haushalt beschlossen. Das Geld soll ohne Bedürftigkeitsprüfung schnellstmöglich über die Kreisverwaltungen ausgezahlt werden, teilte die Staatskanzlei in Mainz am Dienstag mit.

"Wer durch das Hochwasser einen Schaden an Wohnraum, Hausrat oder Kleidung erlitten hat, bekommt unbürokratisch und schnell Hilfe", teilte Innenminister Roger Lewentz (SPD) mit. Eine Vermögensprüfung sei nicht notwendig, Spenden würden nicht angerechnet. "Damit hoffen wir dazu beitragen zu können, die akute Not vieler Menschen ein Stück weit zu lindern."

Darüber hinaus seien auf dem Spendenkonto der Landesregierung mehr als 6,2 Millionen Euro an Privatspenden eingegangen, teilte die Staatskanzlei mit. "Das Geld soll über die Kreisverwaltungen verteilt werden", meinte Lewentz. "Vor Ort kann am besten gesehen werden, wo die Not am größten ist und wie Abhilfe geschaffen werden kann."

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sprach von einer "beispiellosen Spendenbereitschaft". Das Leid vieler Menschen sei unermesslich. "Umso wichtiger ist dieses starke Signal der Solidarität mit der Region. Es ist für die Menschen vor Ort wichtig zu erfahren, dass sie in ihrem Leid nicht alleine sind", betonte sie.

Rheinland-Pfalz' Ministerpräsidentin Malu Dreyer (2.v.r) sprach von einer «beispiellosen Spendenbereitschaft». Das Foto zeigt sie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (3.v.r.) vor zwei Tagen im Dorf Schuld in der Nähe von Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Rheinland-Pfalz' Ministerpräsidentin Malu Dreyer (2.v.r) sprach von einer «beispiellosen Spendenbereitschaft». Das Foto zeigt sie mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (3.v.r.) vor zwei Tagen im Dorf Schuld in der Nähe von Bad Neuenahr-Ahrweiler.
Bild: Christof Stache, dpa

Dienstag, 18.35 Uhr: Zahl der Toten im Kreis Ahrweiler steigt auf 122 und in NRW auf 48

Die Zahl der Todesopfer der Unwetterkatastrophe im Kreis Ahrweiler ist auf 122 gestiegen. Das sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Koblenz. Bislang war die Rede von 117 Toten gewesen. Die Zahl der Verletzten stieg ebenfalls auf nunmehr 763. Aktuell würden noch 155 Menschen vermisst, sagte der Sprecher weiter.

Die Zahl der Todesfälle nach der Unwetterkatastrophe ist in Nordrhein-Westfalen um ein Opfer auf 48 gestiegen. Wie das Kölner Polizeipräsidium am Dienstag mitteilte, hat ein Leichenspürhund einen weiteren, noch nicht identifizierten Toten im Katastrophengebiet in Bad Münstereifel gefunden.

Mehr als 850 als vermisst gemeldete Menschen hätten die Ermittler mittlerweile telefonisch erreicht. Aktuell suche die Polizei noch nach 14 Menschen aus dem Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis und zwei aus dem Kreis Euskirchen, der in NRW die meisten Todesopfer nach dem Starkregen zu beklagen hat.

Dienstag, 16.25 Uhr: Nach Hochwasser: Noch fünf Menschen im Rhein-Erft-Kreis und 170 Menschen an der Ahr vermisst

Knapp eine Woche nach dem Hochwasser im Rhein-Erft-Kreis werden dort noch fünf Menschen vermisst. Bei ihnen sei der Aufenthaltsort derzeit noch ungewiss, sagte Landrat Frank Rock auf einer Pressekonferenz des Kreises am Dienstag. Demnach habe die örtliche Personenauskunftsstelle schon viele Vermisstenfälle klären können. "Viele, viele Leute haben sich bei ihren Verwandten gemeldet und sind wohlauf", teilte die Polizei am Dienstag mit.

Sechs Tage nach dem verheerenden Unwetter im Norden von Rheinland-Pfalz werden dort noch 170 Menschen vermisst. Diese Zahl nannte am Dienstag ein Sprecher der Polizei in Koblenz. Bisher wurden im Kreis Ahrweiler 117 Menschen tot geborgen. In Nordrhein-Westfalen kamen 47 Menschen ums Leben. In beiden Bundesländern wurde nicht ausgeschlossen, dass noch weitere Opfer gefunden werden.

Dienstag, 14.45 Uhr: Merkel: Brauchen für Wiederaufbau "sehr langen Atem"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Menschen in den Hochwasserregionen unbürokratische Soforthilfe zugesagt. Man werde alles daran setzen, "dass das Geld schnell zu den Menschen kommt", sagte die CDU-Politikerin am Dienstag bei einem Besuch in der stark vom Hochwasser beschädigten Stadt Bad Münstereifel. "Ich hoffe, dass das eine Sache von Tagen ist."

Merkel ging davon aus, dass die Wiedererrichtung der zerstörten Infrastruktur wie Straßen und Bahnstrecken sowie der Wiederaufbau der Stadt länger als ein paar Monate dauern wird. Es sei sehr klar, "dass wir hier einen sehr langen Atem brauchen werden".

Die Kanzlerin hatte sich zunächst vom Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers, und von Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian über die Lage in Bad Münstereifel unterrichten lassen. Sie sah sich eine Halle mit gespendeten Hilfsgütern an und verschaffte sich dann bei einem Gang durch den Ort einen eigenen Eindruck. Begleitet von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sprach sie auch mit Helfern und Bürgern.

Dienstag, 13.35 Uhr: Umweltminister Glauber: Kleinster Bach kann reißender Fluss werden

Der bayerische Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) hat die Gefahr durch Starkregen in Bayern betont. Der kleinste Bach könne morgen zum reißenden Fluss werden, warnte er am Dienstag nach der Sitzung des Kabinetts. Deswegen müsse man beim Schutz auch die kleineren Gewässer in kommunaler Verantwortung im Blick haben. Man müsse sich darüber im Klaren sein, dass es in den nächsten Jahren noch mehr Starkregenereignisse geben werde.

Glauber machte dafür die "klimatischen Veränderungen" verantwortlich. Sie führten dazu, dass sich Regenwolken stärker vollsaugten und weniger bewegten. Zudem betonte Glauber vor dem Hintergrund der Überschwemmungen die Notwendigkeit der neuen Flutpolder an der Donau. Diese brauche man.

Dienstag, 13 Uhr: Hochwasserschutz funktionierte: Österreich entkommt Katastrophe knapp

Österreich ist nur haarscharf an einer größeren Katastrophe während des Hochwassers vom Wochenende vorbeigeschrammt. Die Rückhaltebecken im Bundesland Salzburg seien randvoll gewesen, jeder weitere Regen hätte sie überlaufen lassen, zog Landesminister Josef Schwaiger am Dienstag eine vorläufige Bilanz. Das seit dem letzten Hochwasser 2005 entlang der Salzach investierte Geld von 750 Millionen Euro in Schutzmaßnahmen habe sich voll ausgezahlt, hieß es.

Beim Hochwasser 2005 seien zum Beispiel im Raum Mittersill rund 1000 Liegenschaften in Mitleidenschaft gezogen worden, nun seien es nur ein paar Dutzend. Eine weitere Erhöhung der Dämme sei aber rein technisch nicht mehr möglich.

Dienstag, 12 Uhr: Pressekonferenz zur Hochwasser-Lage in Bayern

Die Situation nach dem Hochwasser in Bayern: Staatskanzleiminister Dr. Florian Herrmann, Gesundheitsminister Klaus Holetschek und Umweltminister Thorsten Glauber informieren gerade über die wesentlichen Ergebnisse der Beratungen.

Dienstag, 11.30 Uhr: Scheuer fordert Katastrophen-Warnmeldungen per SMS

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gefordert, dass Betroffene in Zukunft per SMS gewarnt werden. "Ich bin dafür, dass wir diese Push-Nachrichten auch über die Mobilfunkanbieter beim Bürger ankommen lassen. Aber das ist immer gescheitert, weil der politische Wille an mancher Stelle gefehlt hat", sagte der CSU-Politiker am Dienstag im "Bild live"-Polittalk.

Dienstag, 11 Uhr: Weiterhin Funklöcher in Unwettergebieten - Gespräche über Roaming

Mit Blick auf weiterhin existierende Funklöcher in den Katastrophen-Gebieten hat der Mobilfunkanbieter Vodafone sich dafür ausgesprochen, dass die Branche ihre Netze öffnet. "Wir wären bereit dazu", sagte ein Vodafone-Sprecher am Dienstag in Düsseldorf. Das hieße, dass Kunden der Konkurrenz mit dem Vodafone-Netz verbunden würden, wenn ihr Anbieter keine funktionierenden Antennen in Reichweite hat. Für diese Netzöffnung stellte Vodafone aber eine Bedingung: "Es braucht die Zusammenarbeit aller drei Netzbetreiber, um wirksames regionales Roaming für die Menschen im Krisengebiet zu ermöglichen."

Dienstag, 9.40 Uhr: 50 Millionen Euro Soforthilfen für Opfer des Hochwassers

Ministerpräsident Markus Söder sagt den Hochwasseropfern laut Deutscher Presse-Agentur 50 Millionen Euro zu. Der Bund habe bereits 300 Millionen Euro angekündigt, der Freistaat werde laut Söder 50 Millionen Euro an Soforthilfe zur Verfügung stellen.

Privathaushalte sollen bis zu 5000 Euro erhalten, wie der bayerische Ministerpräsident dem Radiosender Bayern 2 mitteilt. Seien Existenzen betroffen, könne es einen Ersatz von 100 Prozent geben. Die Auszahlung werde über entsprechende Stellen vor Ort organisiert. Auch Menschen, die ihre Häuser nicht versichert haben, hätten Anspruch auf Hilfen, wenn deren Not besonders groß sei.

Dienstag, 8.30 Uhr: Bewältigung der Flut-Katastrophe soll kein Superspreader-Event werden

Nach der Flutkatastrophe sehen die betroffenen Länder die Gefahr erhöhter Corona-Risiken, etwa durch Hilfsaktionen oder die Unterbringung in Notunterkünften. "Derzeit kommen viele Menschen auf engstem Raum zusammen, um die Krise gemeinsam zu bewältigen. Wir müssen jetzt aufpassen, dass die Bewältigung der Katastrophe nicht zu einem Superspreader-Event wird", sagte David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag). Das Landesgesundheitsministerium bereite in Absprache mit den Behörden der betroffenen Landkreise eine Sonderimpfaktion in den Katastrophengebieten vor. Viele Rettungskräfte hätten bereits vollen Impfschutz.

Dienstag, 8 Uhr: Katastrophenfall im Berchtesgadener Land aufgehoben

Der Katastrophenfall ist nach dem verheerenden Hochwasser im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land wieder aufgehoben. Auch die Schulen und Kitas sollten am Dienstag nach Angaben des Landratsamtes wieder regulär öffnen. Wasserfluten und Erdrutsche hatten manche Orte in der beliebten Urlaubsregion rund um Watzmann und Königssee am Wochenende regelrecht verwüstet.

Mehr als 160 Menschen mussten Rettungskräfte aus ihren Häusern in Sicherheit bringen. Hänge rutschten ab, Teile von Straßen brachen weg, Bahngleise wurden verschüttet oder überflutet. Häuser liefen voll Wasser, manche drohten einzustürzen.

Die Aufräumarbeiten werden die Menschen und Hilfskräfte in den Hochwassergebieten noch lange beschäftigen. Der Freistaat sicherte den Betroffenen Unterstützung zu. Wie die Hilfe konkret aussehen könnte, damit will sich das bayerische Kabinett am Dienstag befassen. Auch der Finanzausschuss des Landtags hat für den Tag eine Beschlussfassung angekündigt.

Dienstag, 7.15 Uhr: Wenig Auswirkungen für Touristen im Berchtesgadener Land

Die Hochwasser-Katastrophe im Berchtesgadener Land hatte offenbar kaum Auswirkungen für Touristen. Die wenigen betroffenen Urlauber habe man alle woanders unterbringen können, sagte Michael Wendl, Geschäftsleiter des Zweckverbands Bergerlebnis Berchtesgaden auf Anfrage. Für die Gäste seien die Auswirkungen kaum spürbar. "Sie können anreisen!", heißt es deshalb auch auf der Internetseite der Urlaubsregion, in der es weltberühmte Ausflugsziele wie den Königssee oder den Watzmann gibt.

Das Landratsamt warnt aber auch: die allgemeine Verkehrssicherheit sei nicht auf allen Straßen gegeben wegen möglichen Hochwassers und Murenabgängen. Nicht dringend notwendige Autofahrten sollten vermieden werden.

Dienstag, 6.30 Uhr: Baugewerbe: Wiederaufbau nach Hochwasser wird Jahre dauern

Der Wiederaufbau nach den Hochwasserschäden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wird nach Einschätzung der deutschen Bauwirtschaft mehrere Jahre dauern. "Nach der Elbflut 2002 hat es etwa drei Jahre gedauert, bis die größten Schäden behoben waren, und fünf Jahre, bis die betroffenen Gebiete wieder ordentlich aussahen", sagte Reinhardt Quast, Präsident des Zentralverbands des Deutsches Baugewerbes (ZDB) in Berlin. Das Ausmaß der Schäden in Westdeutschland sei immens, aber noch nicht zu beziffern.

Dienstag, 5.30 Uhr: Nach der Unwetterkatastrophe: Bevölkerungsschutz auf dem Prüfstand

Nach der verheerenden Flutkatastrophe haben Politiker und Verbände davor gewarnt, zu früh mit der Aufarbeitung zu beginnen oder Schuldzuweisungen vorzunehmen. Es gehe jetzt darum, zunächst die Vorgänge um die aktuelle Flutkatastrophe genau zu analysieren, um zu sehen, ob und wo Abläufe nicht funktioniert hätten, sagte der CDU-Innenpolitiker Mathias Middelberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). Das gelte vor allem für die Ebene der Bundesländer, denn die seien in erster Linie für den Katastrophenschutz zuständig. Vor voreiligen Schuldzuweisungen oder Reformvorschlägen warne er ausdrücklich.

Dienstag, 4.30 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel fährt nach Bad Münstereifel

Bundeskanzlerin Angela Merkel macht sich am Dienstag (11.55 Uhr) ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet fährt Merkel (beide CDU) nach Bad Münstereifel. Der Ort im Kreis Euskirchen ist von dem Unwetter der vergangenen Tage heftig getroffen worden. Merkel will dort mit Vertretern von Hilfsorganisationen sowie Helferinnen und Helfern sprechen.

Montag, 21.55 Uhr: Landkreise plädieren für neue Sirenensignale im Katastrophenfall

Nach den Erfahrungen mit der Hochwasserkatastrophe fordern die Landkreise in Rheinland-Pfalz ein Warnsystem mit neuen Sirenensignalen. "Die digitale Alarmierung funktioniert nicht, wenn kein Ton da ist", sagte am Montag der Geschäftsführende Direktor des Landkreistags, Burkhard Müller.

Aus diesen Erfahrungen müssten dringend Konsequenzen gezogen werden, sagte Müller der Deutschen Presse-Agentur. "Wir müssen neue Sirenensignale etablieren." Die etablierten Signale etwa zum Fliegeralarm oder zum ABC-Alarm bei einem Angriff mit atomaren, biologischen oder chemischen Waffen seien nicht mehr zeitgemäß. "Ich halte vier bis fünf neue Signale für zwingend erforderlich." Dazu sollte auch ein Signal gehören, sich auf keinen Fall in Kellerräumen aufzuhalten.

Die Pannen beim bundesweiten Warntag vom 10. September 2020 hätten gezeigt, dass der Bund wieder mehr Geld für die Finanzierung von Sirenenanlagen bereitstellen müsse, sagte Müller. "Das müssen wir jetzt unbedingt beschleunigen und auf einen hohen technischen Stand bringen."

Montag, 20.45 Uhr: Bundeswehr fliegt Hilfsgüter vom Nürburgring aus in Dörfer

Die Bundeswehr fliegt nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands vom Nürburgring aus mit Hubschraubern Hilfsgüter in die teils noch abgeschnittenen Dörfer. "Vom Nürburgring gehen im Minutentakt lebenswichtige Güter wie Wasser und medizinische Ausrüstung in die betroffenen Gebiete", schrieb das Heer am Montag auf Twitter.

Die Bundeswehr habe zudem 4800 Feldbetten bereitgestellt, schrieb die sogenannte Streitkräftebasis. Insgesamt seien am Montag mehr als 1000 Soldaten im Hilfseinsatz gewesen, davon etwa 550 in Nordrhein-Westfalen, 300 in Rheinland-Pfalz und nun auch rund 100 in Bayern.

Montag, 19 Uhr: Hochwasser fließt langsam ab - Aufräumen im Berchtesgadener Land

Nach dem massiven Hochwasser am Wochenende räumen Einheimische und Hilfskräfte die von den Fluten hinterlassenen Trümmer beiseite. "Wir sind mit Aufräumarbeiten beschäftigt", sagte am Montag ein Sprecher der Feuerwehr Berchtesgaden. Auch die Bundeswehr half mit rund 100 Kräften, Häuser und Straßen von Schlamm, Erde und Geröll zu befreien. Einsatzkräfte aus Nordbayern, etwa vom Technischen Hilfswerk und vom Roten Kreuz, wurden dagegen in die Katastrophengebiete in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen entsandt.

In der Dreiflüsse-Stadt Passau hatte man sich auf Schlimmeres eingestellt. Donau und Inn stiegen jedoch nicht so stark an, wie befürchtet. Am Montag sank dort der Wasserstand der Donau von Stunde zu Stunde und lag um 11.45 Uhr bei 8,03 Metern, weit unterhalb der höchsten Hochwasserwarnstufe von 8,50 Metern. Auch der Inn bereitete keine Sorgen. Einzelne Bereiche der Stadt wurden zwar überschwemmt. Von katastrophalen Zuständen sei man aber zum Glück noch entfernt, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Ähnlich sah es ein Anwohner. "Das ist an und für sich nichts Tragisches mehr." Schließlich sei Passau eine hochwassererfahrene Stadt.

Anwohner und Bundeswehrsoldaten graben ein Haus am Waldrand im Berchtesgadener Land aus, das von Schlamm- und Geröllmassen bis zu drei Meter hoch eingeschlossen ist.
Anwohner und Bundeswehrsoldaten graben ein Haus am Waldrand im Berchtesgadener Land aus, das von Schlamm- und Geröllmassen bis zu drei Meter hoch eingeschlossen ist.
Bild: Peter Kneffel, dpa

Montag, 18.50 Uhr: Nach Unwetter noch rund 30.000 Menschen im Westen ohne Strom

Im Westen Deutschlands waren nach dem verheerenden Unwetter der vergangenen Woche auch am Montagmittag noch rund 30.000 Menschen im Gebiet des Versorgers Westnetz ohne Strom. Die genaue Zahl der Betroffenen sei aufgrund der enormen Zerstörungen und Evakuierungen nur sehr schwer zu ermitteln, teilte der Westnetz-Mutterkonzern Eon mit. Der Konzern ist nach eigenen Angaben dabei, Mitarbeiter, Notstromaggregate und anderes technisches Gerät aus anderen Regionen in die Krisengebiete zu transportieren, um bei der Bewältigung der Krise zu helfen.

Montag, 18.10 Uhr: Seehofer weist Kritik an Katastrophenschutz zurück

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat Kritik am Warnsystem des Katastrophenschutzes im Zusammenhang mit dem Hochwasser zurückgewiesen. Die Dinge in Deutschland hätten gut funktioniert, sagte Seehofer am Montag beim Besuch der stark betroffenen Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. "Ich schließe nicht aus, dass wir das ein oder andere verbessern müssen." Aber die Warnmeldungen hätten "ohne jedes technische Problem vom Deutschen Wetterdienst und vom europäischen funktioniert", sagte Seehofer.

Für den Katastrophenschutz in Friedenszeiten sei nicht der Bund zuständig, sondern die Länder und die Landkreise. Seit einigen Monaten sei man aber dabei, die Unterstützungsleistungsleistungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) für die Länder zu verbessern. "Und zwar gilt das für alle Bereiche", sagte der Minister.

Montag, 16.45 Uhr: Landkreis Lindau: Handwerkerschaft organisiert Hilfe für Unwetteropfer

Die Unwetterkatastrophen in Deutschland beschäftigen auch die Handwerksbetriebe der Innungen im Landkreis Lindau. Von vielen Seiten seien Geldspenden zugesagt worden, berichtet die Kreishandwerkskammer. Den Unternehmern sei bewusst, dass es damit aber nicht getan sei. „Lieferengpässe bei Rohstoffen und Betriebsausstattungen setzten den Betrieben schon vor den Unwetterkatastrophen zu“, so die Kreishandwerkskammer in einer Pressemitteilung. Deswegen haben sich die Landesinnungsverbände Aktionen überlegt, die es Handwerkern ermöglichen, Werkzeuge, Waren oder Einrichtungsgegenstände zu spenden.

So hat der Landesverband der Friseure in Bayern eine Facebookgruppe gegründet, die bundesweit Möbel, Werkzeuge, Geräte und Waren für die betroffenen Friseure sammelt. Aber auch über die Kreishandwerkerschaften der betroffenen Kreise wurde eine Internetseiten veröffentlicht, unter der man Sachspenden oder auch Transportmöglichkeiten der Waren eintragen kann. (pem)

Kontakt Wer einen Beitrag leisten möchte, kann sich an die Kreishandwerkerschaft wenden per E-Mail unter der Adresse info@kh-lindau beziehungsweise unter 08382/5829.

Montag, 16.10 Uhr: Innenminister: Nun 47 Todesopfer nach Flutkatastrophe in NRW

In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der bekannten Todesopfer am Montag um einen Menschen auf 47 gestiegen. Wie Innenminister Herbert Reul (CDU) ergänzte, könne man noch immer nicht ausschließen, noch weitere Opfer zu entdecken.

Montag, 15 Uhr: Kramp-Karrenbauer gedenkt der Hochwasseropfer

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat der Opfer der Hochwasserkatastrophe gedacht und den Hilfseinsatz von Bundeswehrsoldaten gewürdigt. "Meine ersten Gedanken und Worte gelten denen, die in den letzten Tagen auf so furchtbare Art und Weise Opfer der Flutkatastrophe in Deutschland geworden sind, ob das in NRW, in Rheinland-Pfalz, in Bayern oder auch hier in Sachsen der Fall war", sagte sie am Montag bei einer Veranstaltung in Frankenberg bei Chemnitz. "Wir denken an diejenigen, die ihr Leben verloren haben, an die, die Angehörige verloren haben, an die, die ohne Hab und Gut dastehen, aber wir denken auch an die, die in den letzten Tagen, Stunden und immer noch geholfen haben und helfen."

In den Gesichtern der Soldaten "sieht man die Betroffenheit, das Mitgefühl, aber auch die feste Entschlossenheit, der Aufgabe gewachsen zu sein und weiter zu helfen", beschrieb sie ihre Eindrücke vom Besuch im schwer vom Hochwasser getroffenen Erftstadt (Nordrhein-Westfalen) am Sonntag. Ebenso sichtbar seien der Stolz auf das Geleistete sowie Dankbarkeit und Sympathie aus der Zivilbevölkerung, die sie tragen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu Besuch bei Soldaten im Hilfseinsatz nach dem schweren Unwetter.
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) zu Besuch bei Soldaten im Hilfseinsatz nach dem schweren Unwetter.
Bild: dpa/Verteidigungsministerium

Montag, 14.25 Uhr: 117 Tote und noch immer viele Vermisste im Hochwassergebiet

Am fünften Tag nach dem verheerenden Unwetter sind in Rheinland-Pfalz noch immer Tote geborgen worden. Ihre Zahl stieg von Sonntag auf Montag um 17 auf 117. Die Polizei rechnet mit weiteren Toten.

"In welchem Ausmaß, können wir nicht sagen", berichtete Polizeisprecher Lars Brummer in Koblenz. Wie viele Menschen vermisst würden, sei immer noch unklar, weil die Handy- und Telefonnetze noch immer nicht überall funktionierten. Zudem konnten noch nicht alle Meldungen abgeglichen werden.

Kritik am Katastrophenschutz war weder aus den Kreisen und Kommunen, noch von der politischen Opposition zu hören. "Im Moment kümmern wir uns um das, was passiert ist", hieß es im Krisenstab im besonders schwer getroffenen Kreis Ahrweiler. Der Kreis Vulkaneifel und der Eifelkreis Bitburg-Prüm sehen zunächst keine Mängel bei der Alarmkette. Im Kreis Trier-Saarburg stand eine Analyse noch aus. Die Landesregierung hatte am Sonntag auf das rasante Tempo verwiesen, mit dem Wassermassen alles mitgerissen hatten.

Montag, 13.45 Uhr: Wissenschaftlerin macht Behörden schwere Vorwürfe bei Flutkatastrophe

Eine britische Wissenschaftlerin hat den deutschen Behörden "monumentales" System-Versagen bezüglich der Flutkatastrophe vorgeworfen. Klare Hinweise, die im Rahmen des europäischen Frühwarnsystems EFAS bereits vier Tage vor den ersten Überschwemmungen herausgegeben wurden, seien offenbar nicht bei der Bevölkerung angekommen, sagte Hannah Cloke von der Universität Reading der "Sunday Times".

Die Forscherin war am Aufbau von EFAS (European Flood Awareness System) beteiligt, das nach den verheerenden Überschwemmungen an Elbe und Donau im Jahr 2002 gegründet wurde. Mithilfe meteorologischer und hydrologischer Daten sowie anhand von Computer-Modellen werden dabei Überschwemmungen und Sturzfluten vorhergesagt. Ziel ist es, Zeit zu gewinnen, um die Bevölkerung besser zu schützen

Montag, 13.15 Uhr: Allgäu kommt glimpflich davon

Die Region ist am Wochenende von größeren Unwetterschäden verschont geblieben. In Oberstdorf bestand die Gefahr einer Flutwelle (wir berichteten), weil Treibholz einen Gebirgsbach aufgestaut hatte. Und im Ostallgäu ist der Lech über die Ufer getreten: Der Fluss überschritt am Pegel Lechbruck (Kreis Ostallgäu) die Meldestufe 1. Südlich der Gemeinde trat er über seine Ufer und überflutete angrenzende Wiesen und Gehölze.

Auch an anderen Flüssen und Bächen in der Region stiegen die Pegel stark an, von Schäden an Gebäuden oder gar Personen wurde aber nichts bekannt. Doch insgesamt „ist die Region glimpflich davongekommen“, hieß es beim Kemptener Polizeipräsidium. Und das Wetter soll in den nächsten Tagen deutlich besser werden, sodass im Allgäu die Pegel wieder sinken werden.

Bei Lechbruck (Kreis Ostallgäu) ist der Lech am Sonntag über seine Ufer getreten und hat angrenzende Wiesen und Gehölze geflutet.
Bei Lechbruck (Kreis Ostallgäu) ist der Lech am Sonntag über seine Ufer getreten und hat angrenzende Wiesen und Gehölze geflutet.
Bild: Johanna Lang

Montag, 13 Uhr: Bodensee erreicht erste Hochwassermeldestufe

Die ergiebigen Regenfälle in den Einzugsgebieten der Bodenseezuflüsse, insbesondere Alpenrhein, Bregenzer Ache und Argen ließen den Bodensee am Montag auf einen Pegel von 4,83 Meter steigen. Dadurch wurde die erste Hochwassermeldestufe von 4,80 Meter erreicht. Das Landratsamt Lindau wurde darüber von der Wasserschutzpolizei Lindau informiert. Aufgrund des prognostizierten schönen und warmen Wetters für diese Woche dürfte der Bodenseepegel aber wieder unter die 4,80 Meter sinken, teilt die Polizei mit.

Montag, 12.50 Uhr: Olympiasieger Loch sorgt sich um Wiederaufbau der Bobbahn Königssee

Rodel-Olympiasieger Felix Loch hat Sorge, dass die durch das schwere Unwetter in der Nacht zum Sonntag stark beschädigte Bob- und Rodelbahn am Königssee nicht wieder aufgebaut werden könnte. "Man kann nur hoffen, dass die Bahn wieder aufgebaut wird. Die Bahn steht dort schon sehr lange, da gab es immer Konflikte, auch im Hinblick auf Nachhaltigkeit. Die Bahn kostet eine Stange Geld und es gab immer schon Gegenwind gegen die Bahn und viele unterschiedliche Interessen", sagte Loch am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Der Generaldirektor des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), Thomas Schwab, hatte die Schäden auf einen zweistelligen Millionenbetrag geschätzt und die Wiederaufnahme des Trainings- und Wettkampfbetriebes in diesem Winter ausgeschlossen. "Wir hoffen, dass wir die Bahn bis Oktober 2022 wieder hinbekommen", sagte Schwab. Bereits am Montag wurde an der Bahn mit schwerem Gerät begonnen, den angeschwemmten Unrat und die Geröllmassen zu beseitigen. An den Arbeiten beteiligten sich die Bundeswehr und das Technische Hilfswerk (THW).

Montag, 12.45 Uhr: Klöckner: Fluthilfen müssen auch der Landwirtschaft zugute kommen

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dringt darauf, dass Fluthilfen nach der Hochwasserkatastrophe auch der Landwirtschaft zugutekommen. Ersten Eindrücken zufolge nähmen die Schäden an landwirtschaftlichen Flächen, Gebäuden und Infrastruktur in den betroffenen Gebieten ein "teils existenzbedrohendes Maß" an, teilte das Landwirtschaftsministerium am Montag mit. So seien etwa Getreidebestände vielerorts komplett vernichtet, ganze Tierbestände ertrunken und Einrichtungen von Weingütern und Winzergenossenschaften komplett zerstört worden. Über die Soforthilfen des Bundes soll kommenden Mittwoch im Bundeskabinett beraten werden.

Montag, 12.30 Uhr: ZF-Werk durch Hochwasser beschädigt - Produktion fällt erstmal aus

In einem durch Hochwasser verwüsteten Werk des Autozulieferers ZF im rheinland-pfälzischen Bad Neuenahr-Ahrweiler ist vorerst keine Wiederaufnahme der Produktion in Sicht. Man könne wenige Tage nach der Hochwasserkatastrophe noch keine Angaben zur Dauer der Produktionsunterbrechung machen, zumal das Ausmaß der Schäden noch immer nicht abzusehen sei, sagte ein Sprecher des Konzerns mit Hauptsitz in Friedrichshafen am Montag auf Anfrage.

Montag, 12 Uhr: FDP beantragt Sondersitzung zu Katastrophenhilfe und Alarmketten

Die FDP-Bundestagsfraktion hat wegen der Unwetterkatastrophe eine kurzfristige Sondersitzung des Innenausschusses beantragt. Dabei solle es um die Lage in den Hochwassergebieten, Abläufe der Warn- und Alarmierungsverfahren in der vergangenen Woche sowie Schlussfolgerungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und der Bundesregierung gehen. So heißt es in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Berlin vorlag.

Die FDP forderte die Anwesenheit von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), BBK-Präsident Armin Schuster und der Spitze des Technischen Hilfswerkes (THW). "Der Vorwurf steht im Raum, dass mit großer Vorlaufzeit Erkenntnisse über die drohende Gefahrenlage für die Hochwassergebiete bekannt waren. Trotzdem hat es so viele Tote und unbeschreibliche Verwüstungen gegeben", sagte Stephan Thomae, stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender.

Montag, 11. Uhr: Nach Fluten debattiert Politik über Katastrophen- und Klimaschutz

War der Katastrophenschutz ausreichend vorbereitet für die Hochwasser in Deutschland? Hätte die Bevölkerung besser gewarnt werden können? Muss der Bund künftig stärker eingreifen? Während sich die Lage in den Hochwassergebieten beruhigt, nimmt die politische Debatte über Folgen für Katastrophen- und Klimaschutz Fahrt auf. Mehr darüber lesen sie hier.

Hochwasser in Passau: Ein Mann trägt Sandsäcke um Abdichten von Türen und Fenstern durch das Wasser der Donau, das auf der Uferpromenade der Stadt steht.
Hochwasser in Passau: Ein Mann trägt Sandsäcke um Abdichten von Türen und Fenstern durch das Wasser der Donau, das auf der Uferpromenade der Stadt steht.
Bild: Peter Kneffel, dpa

Montag, 11. Uhr: Dramatisches Hochwasser in Passau bleibt aus

Nach dem verheerenden Unwetter im Südosten Bayerns war auch in Passau eine Hochwasser-Katastrophe befürchtet worden - doch die Lage hat sich mittlerweile entspannt. Am Montagmorgen lag der Wasserstand der Donau in Passau bei 8,19 Metern und damit unterhalb der höchsten Hochwasserwarnstufe von 8,50 Metern. Auch der Inn bereitet derzeit keine Sorgen. Einzelne Bereiche der Stadt wurden zwar überschwemmt.

Von katastrophalen Zuständen sei man aber zum Glück noch entfernt, sagte ein Polizeisprecher am Morgen. Die Feuerwehr rechnet damit, dass am Abend oder spätestens am Dienstag die Aufräumarbeiten beginnen können.

Auch im besonders stark von Unwettern getroffenen Berchtesgadener Land konnten die Menschen aufatmen. "Die Nacht verlief ruhig", hieß es bei der Feuerwehr.

Montag, 10.15 Uhr: "Unkritischer Wasserstand in Steinbachtalsperre": Evakuierung zu Ende

Der Pegel der seit Tagen vom Hochwasser bedrohten Steinbachtalsperre hat nach Angaben des Rhein-Sieg-Kreises einen "unkritischen Wasserstand erreicht". Damit bestehe akut keine Gefahr mehr, dass die Staumauer brechen könnte, teilte der Kreis am Montag mit. "Somit können die Evakuierungsmaßnahmen für Swisttal und Rheinbach aufgehoben werden."

Montag, 9.50 UHr: Bundesamt-Chef: "Wir wollen die gute alte Sirene zurückhaben"

Sirenen spielen bei der Warnung vor Katastrophen nach Ansicht des Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Armin Schuster, einen wichtige Rolle. Es brauche einen Warnmittel-Mix aus verschiedenen Methoden, rein digitale Warnungen seien nicht der richtige Weg, sagte er im Deutschlandfunk. "Und deswegen wollen wir auch die gute alte Sirene zurückhaben."

Mit einem Förderprogramm in Höhe von 90 Millionen Euro sollen gemeinsam mit den Bundesländern "an den richtigen Stellen" wieder Sirenen installiert werden. "Die 90 Millionen werden dafür aber nicht reichen. Wir werden mehr Geld brauchen", sagte Schuster. Schnell werde es nicht gehen. "Das ist ein Projekt für mehrere Jahre."

Montag, 9.28 Uhr: Passauer Feuerwehr rettet Schlauchbootfahrer aus Donau-Hochwasser

Während des Hochwassers sind in einer dramatischen Rettungsaktion zwei Schlauchbootfahrer aus der Donau bei Passau gerettet worden. Die Männer seien am Sonntagabend mit ihren Booten abgetrieben und gekentert, sagte ein Sprecher der Wasserpolizei am Montagmorgen. Nach Auskunft der Feuerwehr konnten sich die Männer an Treibholz festklammern. Es hatte sich am Ufer der unbewohnten Donau-Insel Soldatenau verfangen, die schon zu Österreich gehört.

Menschen hatten die Hilferufe der Schiffbrüchigen gehört und die Rettungskräfte alarmiert. Die Feuerwehr sei wegen des Hochwassers gerade in der Nähe gewesen und habe die beiden mit einem Boot rechtzeitig retten können. Nach Informationen der Rettungskräfte gehörten die Männer zu einer Gruppe von vier Leuten, die wohl in Plattling gestartet waren, jeder mit einem eigenen Schlauchboot. Wegen des Hochwassers eine dumme Idee, wie ein Polizeisprecher kommentierte. "Das ist lebensgefährlich."

Montag, 8.45 Uhr: Abbruchkante in Erftstadt nach Unwetterkatastrophe weiter riskant

In dem vom Hochwasser besonders stark geschädigten Erftstadt bildet die Abbruchkante auch weiterhin ein Risiko. Zwar sei die Kiesgrube hinter dem Ortsteil Blessem weiträumig abgesperrt, sagte die Bürgermeisterin der nordrhein-westfälischen Gemeinde, Carolin Weitzel, am Montag im "Morgenmagazin" von WDR 2. "Ein weiteres Nachrutschen von Erdmassen ist jedoch jederzeit möglich." Die betroffenen Stadtteile würden permanent mit Drohnen überwacht.

Gleichzeitig liefen geologische Untersuchungen. "Sobald der Ort als begehbar eingestuft wird, beginnen Prüfungen der Statik", sagte Weitzel. Im Ortsteil Blessem besteht in der Nähe der Abbruchkante akute Lebensgefahr.

Montag, 8.20 Uhr: Feuerwehr: Damm der Steinbachtalsperre hat standgehalten

Der Damm an der seit Tagen bedrohten Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen hat den Wassermassen bis zum Montagmorgen standgehalten. Die Feuerwehr Euskirchen trat Gerüchten entgegen, der Damm sei gebrochen. Tatsächlich seien bei einem Kontrollflug eines Hubschraubers der Bundespolizei keine Risse festgestellt worden.

"Es wird weiterhin Wasser abgepumpt und abgelassen", sagte ein Sprecher der Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf. Ob der Wasserstand bereits jenseits der kritischen Marke sei, solle eine abschließende Expertenbewertung am Montagmorgen ergeben.

Montag, 8.15 Uhr: Baerbock zu Überschwemmungen: "Da zieht sich einem das Herz zusammen"

Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, hat nach einem Besuch im Hochwasser-Katastrophengebiet eine bessere Vorbereitung für kommende Extremwetterereignisse gefordert. "Die Lage ist nach wie vor hochdramatisch. Menschen haben alles verloren, noch immer werden einige vermisst", sagte Baerbock in einem am Montagmorgen veröffentlichten "Spiegel"-Interview. "Mir haben Helfer in Rheinland-Pfalz von Familien erzählt, die tagelang auf dem Dach ausharrten, bis endlich die Retter kamen. Da zieht sich einem das Herz zusammen. Wir müssen uns besser gegen solche Extremwettereignisse wappnen, um Menschen zu schützen."

Montag, 8 Uhr: Hochwasserlage in Bayern entspannt sich etwas

Die Lage in den Hochwassergebieten im Süden und Osten Bayerns hat sich etwas entspannt. In Passau lag der Pegel der Donau am frühen Montagmorgen bei 8,18 Metern und damit unterhalb der höchsten Hochwasserwarnstufe von 8,50 Metern. Von katastrophalen Zuständen sei man zum Glück noch entfernt, sagte ein Sprecher der Polizei in Passau am Montag.

Völlige Entwarnung gibt es gerade in Städten wie Passau aber noch nicht. Uferpromenaden und Parkplätze waren bereits überflutet worden, Bewohner schützen ihre Häuser mit Sandsäcken und Barrieren. Der Scheitel der Hochwasserwelle wurde gegen 9.00 Uhr erwartet. Auch andernorts stiegen die Pegel, etwa in Neuburg an der Donau, wo die Hochwassermeldestufe drei erreicht wurde.

Auch im besonders stark von Unwettern getroffenen Berchtesgadener Land konnten die Menschen etwas aufatmen. "Die Nacht verlief ruhig", hieß es bei der Feuerwehr. Die Helfer seien jetzt mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Anlass zur Hoffnung geben auch die Wetteraussichten. Bis auf einzelne kurze Schauer soll es in den kommenden Tagen trocken bleiben. Unwetter seien derzeit nicht in Sicht, sagte ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Montag, 7.30 Uhr: Hochwasser Thema bei EU-Agrarrat in Brüssel

Angesichts der Bilder von Leid, Verlust und Schaden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wird Deutschland die anderen EU-Länder bei einem Treffen der Agrarminister in Brüssel am Montag über die derzeitige Lage in den betroffenen Regionen informieren. So soll am Montag sowohl darüber gesprochen werden, inwiefern Landwirte betroffen sind, als auch wie sie mit Traktoren und anderen Gerätschaften Hilfe geleistet hätten, hieß es aus dem Landwirtschaftsministerium. Das konkrete Ausmaß der Schäden - auch für Landwirte - sei noch nicht absehbar.

Montag, 7 Uhr: Bangen in Hochwasser-Gebieten noch nicht vorbei

Während im Westen Deutschlands vorerst keine akute Unwetter-Gefahr mehr besteht, richten sich weiterhin bange Blicke auf einige Orte. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) besucht an diesem Montag die von der Flutkatastrophe und großen Zerstörungen besonders betroffenen Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. So wird er etwa an der Steinbachtalsperre in Euskirchen erwartet, wo ein Dammbruch zuletzt weiterhin nicht ausgeschlossen war. In Bayern blieb derweil die Hochwasserlage im Süden und Osten des Bundeslandes angespannt, spitzte sich aber in der Nacht nicht weiter zu. In Passau stiegen die Pegel noch bis in die Nacht, verharrten dann aber auch hohem Niveau.

Beruhigend immerhin: In der Nacht zum Montag waren keine Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mehr in Kraft. Die Meteorologen sagten für die Nacht abklingende Regenfälle an den Alpen voraus. Zwar seien tagsüber in Bayern vereinzelte Gewitter nicht ausgeschlossen. Insgesamt stehe Deutschland in den nächsten Tagen mit recht trockener Luft jedoch ein relativ ruhiger Witterungsabschnitt bevor.

Bilderstrecke

Hochwasser in Bayern - angespannte Lage im Berchtesgadener Land

Montag, 6.30 Uhr: DOSB-Chef Hörmann zu Flutkatastrophe: "Neuer Tiefschlag"

Der Sport ist nach Meinung von DOSB-Präsident Alfons Hörmann von den jüngsten Unwettern und Flutkatastrophen im Westen Deutschlands und in Bayern ebenfalls erheblich betroffen. "Gerade jetzt, wo es dem Sport in der Corona-Krise wieder besser geht, ist das ein neuer Tiefschlag. Ein ganz herber Rückschlag", sagte der Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) der Deutschen Presse-Agentur. Mehr dazu lesen Sie hier.

Montag, 5.30 Uhr: Minister diskutiert mit Kommunalpolitikern über Flutpolder

Die Fronten um den Bau von Flutpoldern an der Donau sind verhärtet. Am Montag (18.00 Uhr) will Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) in Kelheim mit Kommunalpolitikern und weiteren Interessenvertretern diskutieren. Der Minister hatte vergangene Woche eine vertiefte Studie zur Flutpolder-Problematik vorgestellt, nach der Polder an den fraglichen Standorten der wirksamste Hochwasserschutz sind. Glauber bezeichnete den Bau als alternativlos - sehr zum Ärger vieler Flutpolder-Gegner.

Montag, 5.15 Uhr: Hochwasser-Situation in Bayern noch nicht gebannt

Die Hochwasser-Gefahr in Bayern ist noch nicht gebannt. Im Berchtesgadener Land ist der Schaden schon groß. Nun richten sich die Blicke auf Passau. Mehr zur Hochwasser-Situation in Bayern lesen Sie hier.

Montag, 5 Uhr: Flutkatastrophe: FDP spricht von "Systemversagen"

Die FDP hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) angesichts der Hochwasserfolgen schwere Versäumnisse beim Bevölkerungsschutz vorgeworfen. "Die rechtzeitigen Warnungen der Meteorologen sind weder von den Behörden noch vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk hinreichend an die Bürgerinnen und Bürger kommuniziert worden", sagte Fraktionsvize Michael Theurer der Deutschen Presse-Agentur. "Es bietet sich das Bild eines erheblichen Systemversagens, für das der Bundesinnenminister Seehofer unmittelbar die persönliche Verantwortung trägt."

Montag, 4.45 Uhr: Nach Flutkatastrophe: Schuster verteidigt Katastrophenschutz

Nach den verheerenden Überschwemmungen im Westen Deutschlands hat der Leiter des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, den Katastrophenschutz gegen Kritik verteidigt. "Unsere Warninfrastruktur hat geklappt im Bund", betonte Schuster am Sonntagabend im "heute journal" des ZDF. "Der Deutsche Wetterdienst hat relativ gut gewarnt." Das Problem sei, dass man oft eine halbe Stunde vorher noch nicht sagen könne, welchen Ort es mit welcher Regenmenge treffen werde.

"Wir haben 150 Warnmeldungen über unsere Apps, über die Medien ausgesendet", sagte Schuster. Er verwies darauf, dass die Warn-App Nina des BBK neun Millionen Nutzer habe. Wo die Menschen in den Hochwassergebieten durch Sirenen gewarnt worden seien und wo nicht, könne er im Moment nicht sagen. Noch sei man "in der Phase des Rettens". Aber: "Das werden wir noch ermitteln müssen."

Sonntag, 19.44 Uhr: Plünderungen nach Unwetterkatastrophe: Drei Verdächtige in U-Haft

Nach Plünderungen im vom Unwetter getroffenen Eschweiler bei Aachen sitzen drei Verdächtige in Untersuchungshaft. Das erklärte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Sonntag in einer vorab aufgezeichneten Fernsehansprache im WDR. Eschweiler ist besonders hart von den Auswirkungen des Hochwassers betroffen. "Es macht mich daher wütend, wenn ich höre, dass gerade jetzt Menschen in ihre verwüsteten Häuser zurückkehren und feststellen, dass Plünderer das wenige gestohlen haben, was ihnen noch geblieben ist", sagte Laschet.

Sonntag, 19.15 Uhr: Unfall mit Rettern in Berchtesgaden - vier Verletzte

Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sind beim Einsatz im Flutgebiet von Berchtesgaden mit ihrem Lastwagen verunglückt. Vier Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, wie das Bayerische Rote Kreuz am Sonntag mitteilte. Der Wagen sei mit Sandsäcken beladen gewesen und auf der Salzbergstraße (B319) bergab auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem Auto zusammengestoßen. Dabei überschlug sich der Laster.

Den Ermittlungen der Polizei zufolge war der 42-jährige THW-Fahrer zusammen mit seinem 25-jährigen Beifahrer unterwegs. In dem anderen Unfallauto saß ein Urlauber-Ehepaar aus der Oberpfalz. Deren Auto hatte sich bei dem Unfall überschlagen. Die Polizei vermutete, dass möglicherweise die Bremsen des Lasters heiß gelaufen waren. Die beiden THW-Helfer wurden schwer bis mittelschwer verletzt, das Ehepaar nur leicht.

Zudem musste die Wasserwacht mehrere gestrandete Wanderer retten, die wegen des Hochwasser nicht mehr weiterkamen, da die Fähren auf dem Königssee nicht mehr fuhren.

Sonntag, 18.41 Uhr: Erdrutsch in Erftstadt: Laut Experten weiterhin akute Lebensgefahr

In Erftstadt-Blessem besteht nach Einschätzung von Experten in der Nähe einer Abbruchkante weiterhin akute Lebensgefahr. Das teilte Landrat Frank Rock nach einem Gespräch mit den Fachleuten vor Ort am Sonntag mit. Die Stabilität des Untergrunds nach der Unwetterkatastrophe in dem besonders betroffenen Stadtteil müsse weiterhin überprüft werden. Eine abschließende Einschätzung sei noch nicht möglich.

In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein. Der Ortsteil war evakuiert worden. Die Behörden sprachen ein Betretungsverbot aus.

"Angesichts der Zerstörung in Teilen des Ortes, grenzt es an ein Wunder, dass wir bisher keine Todesopfer zu beklagen haben. Das ist ein Stück weit erleichternd. Gleichwohl müssen wir mit Hochdruck an einer Perspektive für die Bewohner arbeiten, die verständlicherweise schnellstmöglich wieder in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren möchten", so Rock.

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Sonntag, 17.45 Uhr: Söder zu Besuch in Schönau: Wir lassen niemanden allein

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den vom Hochwasser betroffenen Menschen in Südostbayern Hilfe und Unterstützung zugesichert. "Wir lassen da niemanden allein, ganz sicher nicht", sagte Söder am Sonntagnachmittag in Schönau am Königssee. Unabhängig von in Aussicht gestellten Hilfen des Bundes werde man auch in Bayern überlegen, wie man helfen könne.

"Wir trauern um alle Opfer, wir beten mit den Angehörigen, wir wünschen allen, die noch betroffen sind, alles Gute", sagte Söder. Zudem dankte er den Rettungskräften, die Übermenschliches leisteten.

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Sonntag, 17.29 Uhr: Gleissperre im Immenstädter Ortsteil Stein, nicht Martinszell

Kurzzeitig wurde mitten in der Nacht die Gleissperre im Immenstädter Ortsteil Stein aufgebaut. Dort wird ab einer bestimmten Höhe des Illerpegels eine Barriere quer über die Gleise errichtet, damit das Wasser den Bahndamm nicht überfluten kann. Damit kommt dann auch der Zugverkehr zum Erliegen. Nachdem das Illerwasser aber wieder gesunken war, wurde die Sperre Sonntagfrüh wieder abgebaut. Die Deutsche Bahn berichtete wiederholt vom Aufbau einer Schutzwand in Martinszell, dies ist aber nach unseren Recherchen nicht korrekt.

Sonntag, 17.27 Uhr: Hochwasser-Pegel im Allgäu steigt - viel Wasser in der Iller

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Sonntag, 17.11 Uhr: Schulen und Kitas im Berchtesgadener Land bleiben geschlossen

In den Hochwassergebieten in Oberbayern bleiben am Montag die Schulen und Kitas geschlossen. Es werde eine Notbetreuung geben, teilte das Landratsamt Berchtesgadener Land am Sonntag mit. Ob die Einrichtungen in den Orten Berchtesgaden, Bischofswiesen, Marktschellenberg, Ramsau und Schönau am Königssee auch am Dienstag geschlossen bleiben müssten, sei noch nicht absehbar. Dies diene zum einen der Sicherheit der Kinder, hieß es als Begründung. Vor allem sollen aber die passierbaren Straßen frei gehalten werden, damit die Einsatzkräfte mit ihren schweren Geräten reibungslos durchkommen könnten.

Der Landkreis Berchtesgadener Land wurde am Wochenende von einem Hochwasser getroffen. Zwei Menschen starben, mehr als 130 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen.

Sonntag, 15.55 Uhr: Bewohner in Erftstadt können wieder Wasser benutzen

Bewohner in der vom Hochwasser besonders betroffenen Stadt Erftstadt können wieder Wasser in Maßen benutzen. "Eine Dusche oder eine notwendige Maschine Wäsche sind kein Problem", teilte die Stadt am Sonntag mit. Sollte es zu einem Rückstau des Wassers im Haus oder der Wohnung kommen, müsse der Verbrauch aber wieder reduziert werden. "Bitte lassen Sie insbesondere Geräte nicht unbeaufsichtigt", schrieb die Stadt.

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Sonntag, 15.30 Uhr: Söder und Scholz im bayerischen Hochwassergebiet

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder, Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) und Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sind am Sonntagnachmittag im Hochwassergebiet in Südostbayern eingetroffen. Sie wurden nach Angaben eines Sprechers zunächst in Berchtesgaden von Landrat und Einsatzleiter über die aktuelle Situation informiert. Anschließend wollten sie sich auch in Schönau am Königssee ein Bild von der Lage machen. Dort ist am Nachmittag auch ein Pressetermin geplant, an dem auch Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) teilnehmen will.

Sonntag, 14.55 Uhr: Berchtesgadener Land: Polizei warnt vor Selfies an Gewässern

Die Polizei hat im Berchtesgadener Land vor Selfies an Gewässern gewarnt. "Im Zusammenhang mit der Hochwasserlage (...) begeben sich immer wieder Schaulustige in Gefahrenbereiche oder nah an die über die Ufer getretenen Gewässer, um beispielsweise Fotos oder Selfies zu fertigen", hieß es am Sonntag in einer Mitteilung der Polizei Oberbayern und des Landratsamtes Berchtesgadener Land. Die Menschen sollten dringend den Gewässern fernbleiben. "Begeben Sie sich nicht in die Gefahrenbereiche und behindern die eingesetzten Rettungskräfte."

Sonntag, 14.45 Uhr: Erinnerungen an Augusthochwasser 2005 im Stillachtal - Blick ins Archiv

Ein Blick ins Archiv: Das Stillachtal wurde beim Augusthochwasser 2005 schwer getroffen. Die Stillach war an vielen Stellen über die Ufer getreten. Straßen, Wege und Parkplätze wurden vom Wasser zerstört. Unter andere wurde der Parkplatz an der Fellhornbahn völlig zerstört.

Das Stillachtal war zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten: Straßen waren verschüttet, es gab zum Teil keinen Strom und kein Trinkwasser. Die Bewohner und Urlauber dort wurden mitunter durch Hubschrauber der Bundeswehr versorgt.

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Sonntag, 14.30 Uhr: Weitere Häuser im Berchtesgadener Land evakuiert

Weitere Häuser im Hochwassergebiet des Berchtesgadener Landes müssen evakuiert werden. Das betreffe einen Teilbereich an der Königsseer Ache, teilte das Landratsamt am Sonntag mit. Wie viele Menschen betroffen seien und was wo genau drohe - also Hochwasser oder ein Hangabrutsch - konnte eine Sprecherin noch nicht sagen. Die Entscheidung sei erst vor kurzem getroffen worden.

Die betroffenen Menschen würden direkt kontaktiert. "Wichtig ist, auf die Anweisungen der Einsatzkräfte zu achten, zügig das betroffene Gebiet zu verlassen und sich zum angeordneten Sammelpunkt zu begeben."

Zuvor wurden 135 Menschen in Sicherheit gebracht. Denn in Schönau am Königssee droht ein Hangabrutsch, ein Geologe sei vor Ort, um die Lage zu bewerten, so das Landratsamt.

Es sei immer noch schwer, die Lage insgesamt zu beurteilen. Es regne immer wieder, auch heftiger, sagte die Sprecherin.

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Sonntag, 14.05 Uhr: Hochwasserwarnung auch für die Isar in München

Nach dem starken Regen im Alpenraum besteht auch in München und Umgebung Hochwassergefahr für die Isar. Am Pegel München/Isar werde am frühen Sonntagnachmittag die Meldestufe 1 überschritten, Montagfrüh könne auch kurzzeitig die Meldestufe 2 überschritten werden, teilte der Hochwassernachrichtendienst Bayern am Sonntag mit. Auch am Pegel Freising sei das Überschreiten der Meldestufe 1 am frühen Morgen nicht auszuschließen.

Meldestufe 2 bedeutet eine Warnung vor Überschwemmungen und "Ausuferungen". Bei Meldestufe 3 wird vor Überschwemmungen in bebauten Gebieten gewarnt.

An der Isar kam es am Sonntag zu einem Feuerwehreinsatz mit Hubschrauber, weil am Flauchersteg Menschen auf einer Insel mitten im reißenden Fluss gewesen seien. Es sei aber niemand in Gefahr gewesen oder verletzt worden, so ein Feuerwehrsprecher.

Sonntag, 13.45 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel im Eifel-Katastrophengebiet eingetroffen

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Sonntag zu einem Besuch in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz eingetroffen. Gegen Mittag war Merkel in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Flutkatastrophe getroffen worden war. Die Kanzlerin wolle sich vor Ort ein Bild von der Lage machen, hieß es im Vorfeld. Begleitet wurde sie unter anderem von der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Der Ortsbürgermeister von Schuld, Helmut Lussi, begrüßte Merkel. Fernsehbilder zeigten sie auf einer Brücke im Gespräch mit Einsatzkräften. Für den Nachmittag war ein Pressestatement in Adenau geplant. Die Unwetterkatastrophe im Landkreis Ahrweiler hat bislang 110 Todesopfer gefordert, 670 Menschen wurden verletzt.

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Sonntag, 13.30 Uhr: Bob- und Rodelbahn Königssee schwer beschädigt - "Tut unendlich weh"

Die heftigen Unwetter im Berchtesgadener Land haben auch die Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt. Teile der Weltcup-Bahn wurden von den Wassermassen weggerissen und zerstört, wie auf Bildern und Videos am Sonntag zu sehen war. Der Landkreis Berchtesgadener Land als Inhaber äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Details und der Schwere der Beschädigung auf der mehr als 1500 Meter langen Traditionsbahn in Schönau am Königssee.

"Es tut unendlich weh!", schrieb der mehrmalige Rodel-Weltmeister und Olympiasieger Felix Loch in den Sozialen Netzwerken neben einem Foto der schwer demolierten Rennstrecke. Sein Herz sei gebrochen, ergänzte der Berchtesgadener und äußerte die Hoffnung, dass sich niemand verletzt habe. Die frühere Rodlerin und Bobfahrerin Susi Erdmann schrieb bei Facebook mit einem weinenden Smiley: "Unfassbar... Meine ehemalige Heimbahn am Königssee wird einfach weggespült."

Auf den Bildern ist zu sehen, wie Geröll- und Wassermassen einen Teil der überdachten Weltcup- und WM-Bahn mit sich rissen und zerstörten. Ein in der Nacht aufgenommenes Amateurvideo zeigt, wie Wasser die Bahn hinunter fließt und Teile der Anlage heftig überschwemmt.

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Sonntag, 12.35 Uhr: Treibholz entfernen, Wasser abpumpen: Feuerwehr Oberstdorf im Dauereinsatz

Die Feuerwehr Oberstdorf ist seit gestern Abend im Dauereinsatz: Zuerst mussten sie im Ort Oberstdorf Keller auspumpen. Dann galt es Wasser aus dem übergelaufenen Moorweiher über das Moorbad in die Trettach abzuleiten.

Die restliche Nacht lag schließlich der Schwerpunkt im Stillachtal Richtung Fellhorn. Dort hatte eine Verklausung den Gebirgsbach aufgestaut (siehe Beitrag 6.50 Uhr). Es bestand die Gefahr, dass eine Flutwelle Richtung Oberstdorf großen Schaden anrichten könnte, wenn sich das Treibholz plötzlich gelöst hätte. Schließlich gelang es aber der Wehr am Sonntagmorgen, die Barriere von ineinander verkeilten Holzstämmen aufzulösen und das Wasser kontrolliert abfließen zu lassen.

Danach ging es gleich weiter zu einer Brücke über die Stillach bei Birgsau, an der sich ebenfalls angeschwemmtes Treibholz aufgestaut hatte. Auch das holte die Feuerwehr aus dem Bach. Zwischendrin galt es, Bergstraßen von Kies zu säubern und Wasser aus einem kleinen Bach zu pumpen, der kurz vorm Überlaufen war und dann die Keller einiger Häuser im Stillachtal geflutet hätte. „Jetzt schüttet es schon wieder wie aus Kübeln“, meinte Peter Vogler, Kommandant der Oberstdorfer Wehr, am Sonntagmittag. Er rechnete mit einem 24-Stunden-Einsatz, "bis sich die Lage beruhigt.“

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Sonntag, 11.25 Uhr: Nächste Regenfront droht im Südosten Bayern

Zwei Tote, vom Einsturz bedrohte Häuser, Evakuierungen - am Sonntag zeigt sich das ganze Ausmaß des Hochwassers im Landkreis Berchtesgadener Land. 890 Hilfskräfte sind inzwischen in den besonders betroffenen Orten im Einsatz, viele seit Samstagabend ohne Pause. Der örtliche Einsatzleiter Anton Brandner sprach von dramatischen Szenen: "Fahrzeuge auf den Straßen wurden zum Spielball der Wassermassen."

Sintflutartige Regenfälle hatten am Samstagabend den Fluss Ache über die Ufer treten und Hänge abrutschen lassen. Der Landkreis rief den Katastrophenfall aus. Zwei Menschen starben.

Die Lage bleibt angespannt, denn die nächste Regenfront für den Südosten Bayerns ist bereits angekündigt.

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Sonntag, 11 Uhr: Holz wird aus Stillach geholt, um Verklausung zu vermeiden

Die Feuerwehr Oberstdorf ist an der Stillach bei Birgsau im Einsatz. Dort wird Holz aus dem Gebirgsbach geholt, um eine Verklausung zu vermeiden.

Von Verklausung spricht man, wenn ein Fluss oder Bach duch Holz, Steinen und ähnlichem aufgestaut wird.

Sonntag, 10.40 Uhr: Söder und Herrmann fahren ins bayerische Hochwassergebiet

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) wollen am Sonntagnachmittag ins Hochwassergebiet in Südostbayern fahren. Das verlautete am Vormittag aus Regierungskreisen in München. Die beiden Politiker wollten sich in der vom Hochwasser betroffenen Region ein Bild von der Lage machen, hieß es. Ort und Zeit waren zunächst offen.

Insbesondere der Landkreis Berchtesgadener Land war in der Nacht schwer von Hochwasser getroffen worden. Zwei Menschen starben, mehr als 100 Menschen mussten ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Sintflutartige Regenfälle hatten am Samstagabend den Fluss Ache über die Ufer treten und Hänge abrutschen lassen. Betroffen waren vor allem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau im äußersten Südosten Bayerns.

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Sonntag, 10.25 Uhr: Landrat: Zwei Tote im Berchtesgadener Land - eine natürliche Ursache

Zwei Todesopfer hat es im vom Hochwasser betroffenen oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land gegeben. Landrat Bernhard Kern (CSU) erklärte am Sonntagmorgen auf einer Pressekonferenz in Bad Reichenhall, dass ein Opfer allerdings an einer natürlichen Ursache verstorben sei. Aber auch das könne mit dem Unwetter zusammenhängen, sagte Kern.

Sintflutartige Regenfälle hatten am Samstagabend den Fluss Ache im Landkreis über die Ufer treten und Hänge abrutschen lassen. Die Feuerwehr und andere Hilfskräfte sind auch noch am Sonntag im Dauereinsatz.

Sonntag, 9.30 Uhr: Entwarnung für Oberstdorf: Wasser kann kontrolliert abfließen

Die Feuerwehr hat in der Stillach nahe Oberstdorf eine Verklausung gelöst, an der sich Wasser bedrohlich angestaut hatte. Das Wasser konnte kontrolliert abfließen, es gehe keine Gefahr mehr davon aus, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntagmorgen.

Im Stillachtal hatte querliegendes Holz das Wasser gefährlich angestaut. Hätte sich die natürlichen Sperre plötzlich gelöst, wäre mit einer Flutwelle in Richtung Oberstdorf zurechnen gewesen. Die Feuerwehr stellte zum Schutz Betonbarrieren beim Langlaufstadion südlich des Ortskerns von Oberstdorf auf.

"Die Lage ist entspannt", sagte Peter Vogler, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Oberstdorf, gegenüber unserer Redaktion. Die Pegel rund um Oberstdorf würden leicht sinken.

Der heftige Regen der letzten Tage sorgte in den Allgäuer Alpen für das Anschwellen des Gebirgsbaches. Nach Angaben der Polizei sei die Hochwasserlage im Allgäu sonst nicht bedrohlich. An der Iller in Kempten sei der Pegel erhöht. Es gilt Meldestufe eins, es kann stellenweise zu Ausuferungen kommen.

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Sonntag, 8.15 Uhr: Hochwasserkatastrophe in Ahrweiler - mindestens 110 Menschen tot

Nach der Hochwasserkatastrophe im Kreis Ahrweiler in Reinland-Pfalz hat sich die Zahl der Todesopfer bis Sonntagmorgen auf 110 erhöht. Ebenso wurden 670 Personen verletzt, wie die Polizei mitteilte. Die Zahl der Toten und Verletzten könnte sich aber weiter erhöhen. In einer Vielzahl der umliegenden Gemeinden gibt es auch weiterhin weder Strom noch Telefonempfang. Ebenso sind weiterhin eine Vielzahl der Straßen im Ahrtal gesperrt.

Sonntag, 8 Uhr: Starkregen setzt Teile Österreichs unter Wasser

Sintflutartige Regenfälle haben in der Nacht zum Sonntag auch weite Teile Österreichs erfasst. Sowohl in Salzburg als auch in Tirol und der Bundeshauptstadt Wien waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, wie die Agentur APA meldete. Im Stadtgebiet von Hallein sei Zivilschutzalarm ausgelöst worden, ebenso wie in Mittersill im Pinzgau sowie in Kufstein in Tirol. In der Stadt Salzburg wurde der Hochwasserschutz entlang der Salzach aufgebaut

In Kufstein wurden die Menschen aufgefordert, Gebäude nicht zu verlassen und sich in höhere Stockwerke zurückzuziehen. Im Stadtgebiet erreichte das Wasser der Zulaufbäche des Inns bereits die Straßen. Wegen möglicher Erdrutsche wurde ein Teil der Felbertauernstraße gesperrt. Mehr hier,

Sonntag, 7.40 Uhr: Pegel in Passau steigen - Polizei schleppt vorsorglich Autos ab

In Passau steigen die Wasserstände der Flüsse stündlich weiter an. Die Polizei schleppte vorsorglich Autos an Parkplätzen an der Donau ab, wie eine Sprecherin am Sonntag sagte. Anwohner hätten trotz Hochwasserwarnungen versäumt, ihre Fahrzeuge umzuparken. "Wenn wir sie nicht abschleppten, dann schwimmen die Dinger bis Österreich", sagte die Polizeisprecherin. Der Pegel der Donau war nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes im Laufe des Samstags um fast zwei Meter auf 7,80 Meter gestiegen. Der Wasserstand der Inn stieg in den vergangenen zwölf Stunden von 3,30 auf 5,40 Meter.

Sonntag, 7.10 Uhr: Streckensperrung zwischen Kempten und Immenstadt wegen Überflutungsgefahr

Wegen Überflutungsgefahr wird in Martinszell eine Wassersschutzwand errichtet. Das meldet die Deutsche Bahn am Sonntagmorgen. Dadurch ist der Streckenabschnitt zwischen Kempten Hbf und Immenstadt nicht mehr befahrbar.

Die Züge aus Richtung Buchloe/Memmingen verkehren bis Kempten (Allg) Hbf und enden dort vorzeitig. Die Züge aus Richtung Lindau-Insel/Oberstdorf verkehren bis Immenstadt und enden vorzeitig. Der Zugverkehr zwischen Immenstadt und Oberstdorf bzw. Lindau wird auf einen Stundentakt reduziert.

Ein Schienenersatzverkehr mit Bus zwischen Kempten und Immenstadt wurde laut Bahn eingerichtet. "Als Alternative für die Strecke München Hbf und Lindau-Insel können Sie über Buchloe-Memmingen-Hergatz ausweichen", heißt es.

Sonntag, 6.50 Uhr: Stillach nahe Oberstdorf durch Holzmassen gefährlich angestaut - Flutwelle könnte Oberstdorf drohen

Der heftige Regen hat in den Allgäuer Alpen im Stillachtal bei Oberstdorf zu einem bedrohlichen Anschwellen eines Baches geführt. Im Stillachtal habe sich durch querliegendes Holz das Wasser gefährlich angestaut, sagte der Kommandant der Oberstdorfer Feuerwehr, Peter Vogler, in der Nacht zum Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Sollte sich diese natürlichen Sperre plötzlich lösen, könne es eine Flutwelle in Richtung Oberstdorf geben.

Die Feuerwehr stelle zum Schutz Betonbarrieren beim Langlaufstadion südlich des Ortskerns von Oberstdorf auf. Sie sollen mögliche Wassermassen umleiten. Rund 60 Feuerwehrleute seien im Einsatz, sagte Vogler. Einige von ihnen befänden sich unmittelbar an der durch die sogenannte Verklausung entstandene Staustelle des Gebirgsbaches Stillach.

Die Feuerwehr versuche, durch Abpumpen von Wasser den Druck zu nehmen. Schweres Gerät wie Bagger könne man aber nicht an der Staustelle einsetzen. Verletzte oder größere Sachschäden habe es zunächst nicht gegeben, sagte der Feuerwehr-Kommandant.

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Sonntag, 6.40 Uhr: "Dramatische Lage" im Berchtesgadener Land

Nach sintflutartigem Regen war die Feuerwehr im Landkreis Berchtesgadener Land in Oberbayern seit Samstagabend mit rund 500 Einsatzkräften im Dauereinsatz. Der Landkreis hat aufgrund des Unwetters den Katastrophenfall ausgerufen. Zwei Menschen starben in dem Hochwassergebiet. Es sei bei einem Todesfall aber noch unklar, ob dieser in Zusammenhang mit dem Hochwasser stehe, sagte die Sprecherin des Landratsamt Berchtesgadener Land, Alexandra Rothenbuchner.

"Die Lage ist dramatisch", sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Traunstein. Das Wasser schieße aus den Bergen, gleichzeitig stiegen die Pegelstände des Flusses Ache an. Betroffen waren vor allem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau im äußersten Südosten Bayerns. Dort trat das Wasser stellenweise über die Ufer und überflutete Straßen. Hänge rutschten ab. Einzelne Häuser mussten deshalb geräumt werden, sagte Rothenbuchner. "Es kommen ständig Notrufe rein", sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim.

Medien berichteten von Rekord-Pegelständen an der Ache - bis 22.00 Uhr lagen sie schon bei etwa 3,75 Metern. Bilder zeigen Straßen, die sich in reißende Bäche verwandeln. Menschen waten knietief im Wasser. Alle paar Hundert Meter sei die Feuerwehr im Einsatz, berichtet ein Augenzeuge. Traktoren räumten Schutt beiseite. Zum Teil stehe das Wasser bis zu 50 Zentimeter hoch.

Samstag, 23.55 Uhr: Katastrophenfall in Oberbayern nach starkem Regen ausgerufen

Der Landkreis Berchtesgadener Land hat wegen Hochwassers den Katastrophenfall ausgerufen. Es gebe sehr viele Murenabgänge, die Feuerwehr sei überlastet, sagte ein Sprecher der Integrierten Leitstelle Traunstein am späten Samstagabend. Betroffen seien vor allem die Orte Berchtesgaden und Bischofswiesen im Südosten Bayerns. Einzelne Häuser seien schon geräumt worden. Die Bevölkerung sei aufgerufen, Keller zu verlassen und die Straßen zu meiden, da über diese viel Wasser schieße.

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Samstag, 17. Juli, 21.54 Uhr: Laschet: Eindruck während Steinmeier-Rede "tut mir leid"

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat sich für den Eindruck entschuldigt, er habe sich während der Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im nordrhein-westfälischen Hochwassergebiet unangemessen verhalten. Er bedauere den Eindruck, der durch eine Gesprächssituation entstanden sei. "Dies war unpassend und es tut mir leid", schrieb Laschet auf Twitter. "Uns liegt das Schicksal der Betroffenen am Herzen, von dem wir in vielen Gesprächen gehört haben." Auf TV-Bildern ist der CDU-Politiker während einer Rede des Bundespräsidenten in Erftstadt im Hintergrund zu sehen. In einer Sequenz scherzen Laschet und seine Begleiter. Zu sehen ist, wie er sich lachend zu seinen Begleitern dreht.

Samstag, 17. Juli, 20.28 Uhr: Großteil der von der Flut betroffenen Häuser in Trier leergepumpt

In dem vom Hochwasser massiv betroffenen Trierer Stadtteil Ehrang sind die Aufräumarbeiten ein gutes Stück vorangekommen. "Den Feuerwehren und dem THW gelang es, rund 650 von 700 betroffenen Häuser leer zu pumpen", teilte die Stadt am Samstagabend mit. Derzeit werde davon ausgegangen, dass keines der Häuser einsturzgefährdet sei, diese Einschätzung könne sich aber noch ändern.

Samstag, 17. Juli, 19.44 Uhr: Kemptener THW hilft beim Hochwassereinsatz

Acht Helfer und Helferinnen des THW Kempten sind unterwegs ins Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen. Dort lösen sie die dortige Führungsmannschaft des Hilfswerks ab. Mehrere hundert Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks sind dort vor Ort, deren Einsätze koordiniert werden müssen. Der Einsatz für die Kemptener Führungsmannschaft wird voraussichtlich bis Ende nächster Woche andauern. Anschließend wirdeine Ablösemannschaft des THW aus dem Bundesgebiet die Koordinierung der Einsatzstelle übernehmen.

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Samstag, 17. Juli, 18.23 Uhr: Kanzlerin Merkel kommt in Hochwassergebiete nach Rheinland-Pfalz

Angela Merkel (CDU) wird am Sonntag die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz besuchen. Die Kanzlerin werde sich in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Unwetterkatastrophe getroffen wurde, ein Bild von der Lage machen. Im Anschluss ist ein Pressestatement in Adenau geplant - gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) und weiteren rheinland-pfälzischen Ministern.

Samstag, 17. Juli, 17 Uhr: Anzahl der Toten steigt weiter

Nach der Hochwasserkatastrophe ist die Zahl der bestätigten Todesopfer in Rheinland-Pfalz auf 98 gestiegen. "Es ist zu befürchten, dass noch weitere Todesopfer hinzukommen", sagte ein Sprecher der Polizei in Koblenz am späten Samstagnachmittag. Zudem waren der Polizei 670 verletzte Personen im Kreis Ahrweiler bekannt. Auch mehr als zwei Tage nach dem Unglück werden noch Menschen vermisst. Über die genaue Zahl konnte der Sprecher keine Angaben machen. In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Toten ebenfalls gestiegen und zwar auf 45. Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums am Samstagabend mit.

Keine Toten wurden bislang bei der Bergung der Fahrzeuge auf der überfluteten Bundesstraße 265 bei Erftstadt gefunden, wie ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises berichtete.

Samstag, 17. Juli, 16.18 Uhr: Laschet besucht Notunterkunft für Hochwasser-Opfer

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat am Samstag in Erftstadt ein Unterkunft für durch das Hochwasser wohnungslos gewordene Menschen besucht. In der zum Aufenthaltsraum umfunktionierten Kantine eines Gymnasiums traf der CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat mit etwa 20 Bewohnern zusammen. Nach Auskunft der Bürgermeisterin von Erftstadt sind mehrere hundert Menschen in Unterkünften. Anschließend sah sich der Ministerpräsident Kleiderspenden für die Menschen an, die ihr Obdach verloren haben.

Samstag, 17. Juli, 14.26 Uhr: Polizei startet im Hochwassergebiet Ahrweiler neue Suche

Nach der Hochwasserkatastrophe will die Polizei in den besonders schwer zugänglichen Regionen im Raum Ahrweiler mit Hubschraubern nach weiteren Opfern der Flut suchen. Das Gebiet werde in Sektoren eingeteilt, und es würden Luftaufnahmen gemacht, teilte die Polizei in Koblenz am Samstag mit. Die Sektoren würden dann von Einsatzkräften systematisch abgesucht. Die Suche soll Sonntagabend bis zum Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen sein. Über weitere Suchen werde dann entschieden.

Samstag, 17. Juli, 12.55 Uhr: Kanzlerin Merkel kommt in Hochwassergebiete nach Rheinland-Pfalz

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird am Sonntag die vom Hochwasser betroffenen Gebiete in Rheinland-Pfalz besuchen. Dies bestätigte die Staatskanzlei in Mainz am Samstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Details würden noch geklärt. Zunächst hatte die "Bild am Sonntag" darüber berichtet.

Samstag, 17. Juli, 12.45 Uhr: NRW-Innenministerium: Opferzahl nach Hochwasser mit 43 unverändert

Nach dem verheerenden Hochwasser sind in Nordrhein-Westfalen laut Innenministerium noch immer 43 Todesopfer offiziell bekannt. Die Zahl habe sich seit Freitag nicht verändert, so eine Sprecherin. Die Rettungskräfte fürchteten unterdessen, dass sie nach dem Rückzug des Wassers weitere Opfer entdecken könnten. So sind unter anderem in Erftstadt-Blessem die Arbeiten noch in vollem Gange. Man könne daher nicht ausschließen, noch Tote zu finden, so ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises am Samstag.

Samstag, 17. Juli, 11.40 Uhr: Bundeswehr räumt überflutete Fahrzeuge von Bundesstraße bei Erftstadt

Auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt in Nordrhein-Westfalen hat die Bundeswehr begonnen, die von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeuge mit Radpanzern zu bergen. Menschen seien in den Lastwagen und Autos bisher nicht entdeckt worden, teilte die Feuerwehr der Stadt Erftstadt am Samstag mit.

Auf der B265 waren zahlreiche Fahrzeuge überspült worden. Eine Sprecherin des Rhein-Erft-Kreises hatte am Freitag gesagt, es sei unklar, ob alle Insassen es rechtzeitig aus ihren Wagen geschafft hätten, als sie von den Wassermassen überrascht wurden.

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Samstag, 17. Juli, 11.10 Uhr: Rhein-Hochwasser bei Köln: Höchststand erreicht, Pegelstände sinken

Das Rhein-Hochwasser hat bei Köln in der Nacht zum Samstag seinen Höchststand mit 8,06 Metern erreicht, danach fiel laut Städtischen Entwässerungsbetrieben der Wasserstand wieder. Für die nächsten Tage seien keine "abflusswirksamen Niederschläge" vorhergesagt, so dass der Rheinwasserstand in Köln weiterhin fallen werde, hieß es am Vormittag.

Samstag, 17. Juli, 10.45 Uhr: Nach Dammbruch der Rur: Stadtteil von Wassenberg teils unter Wasser

Nach dem Bruch eines Damms der Rur und einer Evakuierung steht im nordrhein-westfälischen Wassenberg der Stadtteil Ophoven teilweis unter Wasser. Das sagte ein Feuerwehrsprecher am Samstagmorgen. Etwa 700 Bewohner von Ophoven an der Grenze zu den Niederlanden hatten in der Nacht ihre Häuser verlassen müssen.

Es sei für die Bürger nach wie vor gefährlich, sich in dem Gebiet aufzuhalten, sagte der Sprecher. "Durch hohe Wasserstände verursachte Gefährdungen können nicht ausgeschlossen werden", teilte auch die Stadt mit. Wer nicht in der Lage sei, seine Wohnung selbstständig zu verlassen, solle über eine Hotline um Hilfe bitten.

Die Lage blieb auch am Samstag gespannt. Der Pegelstand des Wassers stagniere, teilte die Stadt mit. Weiterhin gefährdet sind die Stadtteile Effeld und Steinfeld. Die Vorwarnung einer möglichen Evakuierung bleibe dort bestehen. Wie groß der Schaden durch den Dammbruch ist, ist bislang noch nicht bekannt.

Die Rur hat ihre Quelle in der Eifel und mündet bei Roermond in den Niederlanden in die Maas. Laut WDR sieht Wassenbergs Bürgermeister Marcel Maurer (CDU) einen möglichen Grund für den Dammbruch auf niederländischer Seite: Dort seien Schleusenklappen geschlossen worden, so dass es zum Rückstau der Wassermassen gekommen sei. Der Feuerwehr lagen dazu keine Informationen vor.

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Samstag, 17. Juli, 9.30 Uhr: Hochwasserkatastrophe in NRW: Über 19.000 Kräfte im Einsatz

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben der Landesregierung mehr als 19.000 Einsatzkräfte an den Rettungsarbeiten beteiligt. Die Koordinierungsgruppe des Krisenstabs Nordrhein-Westfalen tausche sich rund um die Uhr zur aktuellen Lage bei der Hochwasserkatastrophe aus und helfe landesweit bei der Koordinierung, hieß es am Samstagmorgen in Düsseldorf.

Samstag, 17. Juli, 9 Uhr: Rettungseinsatz nach Flut in Rheinland-Pfalz läuft auf Hochtouren

Nach der Flutkatastrophe in der Region Ahrweiler sind auch am Samstag Hunderte Rettungskräfte in Rheinland-Pfalz auf der Suche nach weiteren Opfern und Vermissten. Die Polizei geht bislang von mehr als 90 Todesopfern und über 600 Verletzten aus. Bei dem Schadensausmaß sei mit weiteren Opfern zu rechnen, sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen. "Der Einsatz läuft auf Hochtouren."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier plant für den Samstag einen Besuch in den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen. Nach Rheinland-Pfalz wird er nach Angaben der Staatskanzlei in Mainz am Samstag nicht kommen. Hier plant Bundeskanzlerin Angela Merkel einen baldigen Besuch in der schwer verwüsteten Region des Bundeslandes. Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock reiste am Freitag nach dem Abbruch ihres Urlaubs in die Krisengebiete in Rheinland-Pfalz. Sie verzichtete auf Pressebegleitung oder öffentliche Auftritte.

Samstag, 17. Juli, 8.15 Uhr: Bislang keine Todesopfer in Erftstadt-Blessem entdeckt

In der besonders vom Hochwasser betroffenen nordrhein-westfälischen Ortschaft Erftstadt-Blessem gibt es bislang keine bestätigten Todesopfer. Das sagte ein Kreisprecher am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Die Lage in Blessem sei derweil weiter angespannt.

In anderen Teilen des Kreises gingen die Pegelstände unterdessen zurück, im Norden habe man Evakuierungen aufheben können. Da die Arbeiten der Rettungskräfte im Bereich Blessem noch in vollem Gange sind, könne man nicht ausschließen, noch Todesopfer zu finden. Belastbare Zahlen zu Vermissten gebe es nicht.

Im Stadtteil Blessem waren mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg eingestürzt. "Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht", hatte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf gesagt.

Am Samstagmittag will Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) Erftstadt besuchen.